Mücken in Berlin und Brandenburg
: Was jetzt wegen der Tigermücke zu beachten ist

Die Asiatische Tigermücke kommt aus den Tropen, breitet sich aber massiv in Europa aus. Wie die Lage in Berlin und Brandenburg aussieht - und was im Garten hilft.
Von
dpa
Berlin/ Potsdam
Jetzt in der App anhören

Eine tote weibliche Tigermücke liegt in den Räumen der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in einer Petrischale. Bald beginnt die Zeit der Mücken. Was es jetzt zu beachten gibt.

Uwe Anspach/dpa
  • Tigermücke breitet sich in Europa aus – in Berlin sind Populationen etabliert, in Brandenburg nicht.
  • Erste Aktivität bei etablierten Beständen ab Ende Mai, Anfang Juni; dieses Jahr noch keine Funde.
  • Erkennbar an schwarz-weißen Streifen, tag- und stechfreudig; Übertragung von Dengue und Chikungunya möglich.
  • Maßnahmen im Garten: Wasseransammlungen leeren, Regentonnen abdecken, Reifen trocken lagern.
  • Natürliche Feinde unterstützen, rät Brandenburg: Libellen, Frösche, Vögel und Lurche.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit den steigenden Temperaturen schlüpfen immer mehr Mücken in Deutschland. Auch die Asiatische Tigermücke ist jetzt wieder unterwegs. Das sollten Menschen in Berlin und Brandenburg jetzt wissen. 

Wurden dieses Jahr in der Region bereits Tiere gesichtet?

Nein, sagte Mückenexpertin Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). „Wir haben keine Tigermücken aus Brandenburg bekommen, aus Berlin auch nicht, obwohl wir da ja etablierte Populationen haben. Aber auch diese Mücken werden jetzt aktiv mit den ansteigenden Temperaturen.“ Erfahrungsgemäß seien die ersten Tiere in Deutschland bei etablierten Populationen ab Ende Mai, Anfang Juni unterwegs.

Werner leitet seit 2012 den sogenannten Mückenatlas und untersucht Mückenfunde aus ganz Deutschland. Bürgerinnen und Bürger, die eine Mücke finden, können sie fangen, einfrieren und per Post an Werner und ihr Team schicken.

Gibt es fest etablierte Populationen in Berlin und Brandenburg?

In Berlin wurden seit 2017 vereinzelte Exemplare gefunden. 2021 wurde in einer Kleingartenanlage in Treptow-Köpenick erstmals die Etablierung einer Population nachgewiesen. Auch aus Neukölln gibt es Nachweise. Berlin ist der nördlichste Ort in Deutschland, an dem eine Population nachgewiesen wurde.

In Brandenburg gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums keine bekannten Populationen

Woran erkennt man die Asiatische Tigermücke?

Die Asiatische Tigermücke ist nur etwa einen halben bis einen Zentimeter groß. Am gesamten Körper trägt sie auffällige schwarz-weiße Streifen. Allerdings gibt es auch heimische Arten mit schwarz-weißen Streifen, sagte Werner. Die Asiatische Tigermücke ist außerdem sehr stechfreudig und penetrant. Anders als viele heimische Mücken ist sie auch tagsüber aktiv. Die Tigermücke kann Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen. Bisher ist in Deutschland kein Fall bekannt, bei dem eine hier lebende Tigermücke eine solche Erkrankung übertragen hat. Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit - vor allem wegen des Klimawandels.

Was kann ich selbst tun? 

Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen ab. Deshalb gilt: Topfuntersetzer und Gießkannen regelmäßig leeren, Regentonnen abdecken, Wasser in Vogeltränken und Planschbecken häufig wechseln. Autoreifen sollten im Trockenen gelagert werden. Gut sei es auch, natürliche Feinde der Asiatischen Tigermücke zu unterstützen, rät das Brandenburger Gesundheitsministerium. Dazu zählten Libellen, Frösche, Vögel und Lurche.

Welche anderen Stechmückenarten sind schon unterwegs?

Bei den Wald- und Wiesenmückenarten gibt es laut Werner in einigen Regionen Deutschlands bereits einen starken Anflug. In Brandenburg gebe es sehr viele Seen, deswegen seien aktuell „sehr, sehr viele Mücken“ dieser Arten unterwegs. „Das sind große, große aggressive Mücken.“ Wald- und Wiesenmückenarten legen ihre Eier zum Beispiel in Pfützen oder Gräben im Wald ab.