Museum Angermünde: Geschichte mit Magie und Fantasy erleben

Schüler aus Angermünde besichtigen das historische Modell des Stolper Turms im Museum Angermünde. Sie haben an einem Hörspielprojekt mit dem Hörspielautor Carsten Golbeck (r.) mitgearbeitet, das im Museum Premiere hatte. Der Turm spielt eine wichtige Rolle.
Daniela WindolffIn Angermünde machen Kinder und Jugendliche ihr eigenes Museum. Das hat mehr als vier Wände und Schauvitrinen und erinnert eher an Harry Potter. Es ist multimediales Erlebnis für die ganze Familie und lädt zu einer Fantasy–Reise mit allen Sinnen ein. Sie macht Besucher zu magischen Zeitenwanderern. Wie das funktioniert? Das haben Museumsleiter Ralf Gebuhr und Schüler der Puschkinschule und des Einstein–Gymnasiums bei der Premiere des Projektes „Museum digital“ präsentiert.
Ungeheuerliche magische Karte
Im Mittelpunkt des Projektes steht eine magische Karte. Im Museum stoßen Schüler auf eine merkwürdige alte Landkarte von Angermünde, die die Kinder zufällig in der Museumsbibliothek zwischen alten Büchern finden. Neugierig entstauben und entziffern sie die Karte, die seltsame Zeichen von sich gibt. Plötzlich passiert etwas Ungeheuerliches. Werden diese Signale auf der Karte berührt, verschwindet man in einem magischen Zeitkanal. Die Kinder finden sich in einer vergangenen Zeit an verschiedenen Orten rund um Angermünde wieder und erleben als Zeitreisende mit allen Sinnen, wie Menschen in früheren Jahrhunderten hier gelebt haben, wie die Siedlungen aussahen aus denen Städte und Dörfer wuchsen, wie gebaut, gehandelt, geschuftet, gekämpft und gelitten wurde.

Eine magische Landkarte ist der Auslöser für ein neues multimediales Erlebnis im Museum Angermünde. Das Projekt Museum digital geht an den Start.
Daniela WindolffZeitreise in die Geschichte von Angermünde
Die magische Zeitreise ist als spannende und künstlerisch illustrierte Hörspielgeschichte zu erleben, die an historischen Originalschauplätzen spielt und erlebbar wird. Das Besondere: Die Darsteller sind Kinder aus Angermünde, die selbst in diese Geschichten eintauchten, die Geschichte dahinter erforschten und den Figuren ihre Stimmen gaben. Das Hörspielprojekt wurde vom Museum gemeinsam mit Schülern der Puschkin–Grundschule und des Einstein–Gymnasiums Angermünde gestaltet und professionell von dem erfahrenen Hörspielregisseur und Autor Carsten Golbeck produziert, mit dem das Museum bereits seit längerer Zeit zusammenarbeitet.
Kinder aus Angermünde gestalten ein Hörspiel
In die Geschichte der „Magischen Karte“ nach der Idee und aus der Feder von Carsten Golbeck flossen Ideen der Kinder ebenso ein, wie fundiertes lokales Geschichtswissen des Museumsteams und des Angermünder Heimatforschers und Stadtführers Steffen Tuchscherer.
„Um den Kindern die magische Zeitreise nachfühlbar und verständlich zu machen, haben wir gemeinsam die verschiedenen historischen Orte besucht, die Schauplatz der Geschichte und Geschichten waren und sind“, erzählt Ralf Gebuhr.
Recherche an den Orten der Geschichte
So besuchten sie den Friedenspark in Angermünde, der im Mittelalter ein Friedhof war und erfuhren dabei auch dramatische Geschichten und Schicksale, von Pestseuchen bis Krieg. Sie lernten die Gestalt und Funktion der alten Stadttore kennen und erforschten im Ortsteil Stolpe das Rätsel des mächtigen Burgturms „Grützpott“, dessen Bauwerk bis heute Historikern viele Fragen offenlässt. Was hat es mit dem „Angstloch“ zu tun? Wozu wurde das Verließ mit einem derart aufwändigen Kreuzgewölbe ausgestattet, wie man es sonst nur in großen Kirchen findet? Und warum transportierte man für den Turmbau große Steine extra aus Dänemark an die Oder?
Premiere des Hörspielprojektes im Museum
Die Fragen machen nicht nur Kinder neugierig und Lust, noch mehr viel zu erfahren.
So ging es den Schülern während des Projektes an jeder der insgesamt zehn Stationen, bei jeder Staffel der Hörspielreihe, und nun erst recht, nachdem sie zum ersten Mal die fertige Produktion erlebten, die im Museum Premiere hatte. Eingespielt und gesprochen wurden die Szenen mit den Kindern in einem professionell ausgestatteten mobilen Tonstudio von Carsten Golbeck, das er im Museum eingerichtet hatte.

Schüler aus Angermünde produzieren für das Museum Angermünde Hörspiele mit dem Regisseur und Autor Carsten Golbeck.
Daniela WindolffKünstlerin gestaltete die „Magische Karte“
Die Künstlerin Berit Ida gestaltete die „Magische Karte“ nach historischen Originalkarten und mit Aquarellen bedeutender Bauwerke und Wahrzeichen an den einzelnen Schauplätzen, die bezaubernder als jedes Foto sind und sich nun mit den Hörspielen zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Das ist in Kürze im Museum Angermünde, sowie an den einzelnen Schauplätzen der Handlung zu erleben.
„Die Besucher können es auf unserer Homepage vom Museum Angermünde sowie auf Entdeckertouren durch Angermünde und die Landschaft per QR–Code an den Stationen und Tafeln abrufen“, erklärt Ralf Gebuhr.
Museum digital geht Ende Oktober 2023 online
Ende Oktober 2023 soll das „Museum digital“ mit den Hörspielen online gehen, das besonders auch Kindern Spaß machen und Erwachsenen einen neuen Blick auf bekannt geglaubte Historie öffnen dürfte. Gefördert durch das bundesweite Programm „kultur.gemeinschaften“ konnte das Museum Angermünde gemeinsam mit dem Einstein–Gymnasium und der Puschkinschule dieses aufwändige Schülerprojekt umsetzen und eine Reihe von Hörspielen produzieren, die das Museumsthema „Historische Kulturlandschaft um Angermünde“ um ein weiteres Erlebnis bereichern.



