Musk twittert Entwurf
: So soll Teslas Gigafactory bei Grünheide aussehen

Elon Musk hat eine Grafik zur geplanten Gigafactory in Grünheide veröffentlicht.
Von
Ina Matthes mit dpa
Grünheide
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Elon Musk hat einen Entwurf der geplanten Gigafactory bei Grünheide getwittert.

Tesla

Elon Musk postete ein Bild von dem Entwurf der Fabrik und unterschrieb dieses mit „Giga Berlin“. Bis zum frühen Nachmittag markierten bereits 200.000 Twitter–Nutzer das Bild mit „Gefällt mir“. Tesla will in Grünheide in Brandenburg ab Juli nächsten Jahres bis zu 500 000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg steht noch aus. 

Tesla hat seit Montag die Genehmigung für den Rohbau fast der kompletten Fabrik. Der große Gebäudekomplex besteht im vorderen Teil aus der Endmontage, daran schließen sich der Karosserierohbau, Sitzfertigung und die Lackiererei an. Wie auf YouTube–Videos des Geländes bei Grünheide zu sehen ist, sind vor allem im hinteren Teil des Areals Bauarbeiten im Gange, etwa da, wo sich die Lackiererei künftig befindet. Der Rohbau für die Lackiererei und die Antriebsfertigung sollen Brancheninsidern zufolge als erstes gebaut werden. Die Antriebsfertigung ist in einem separaten Gebäudeteil untergebracht. Ausgenommen von der Genehmigung für einen vorzeitigen Baustart sind zwei Teile der Fabrik — die Gießerei und das Presswerk. Sie sollen auf Pfählen gegründet werden. Da sich das Gelände zum Teil in einem Trinkwasserschutzgebiet befindet, ist das ein sensibler Part. Diese beiden Bereiche dürfen derzeit nicht gebaut werden. In den aktuell ausliegenden Unterlagen für die Fabrik ist von 10.000 bis 15.000 Pfählen für diese Fundamente die Rede.

Alle Infos rundum den Bau der Gigafactory in Grünheide bei Berlin finden Sie zusammengestellt auf unserer Themenseite. 

Was auf der Grafik der Fabrik nicht zu erkennen ist, das ist die geplante Teststrecke für die E–Autos. Für die Gestaltung der Fabrik soll Tesla derzeit auf der Suche nach Streetart–Künstlern aus Berlin sein.

Der Rohbau der Gigafactory soll im März stehen — so geht es aus den Unterlagen hervor. Der Produktionsstart ist für Juli 2021 geplant. Tesla soll nach aktuellen Zahlen von 10.500 Beschäftigten im Drei–Schicht–Betrieb ausgehen. Der Autobauer hat das Vorhaben bei Grünheide bisher mit vorgezogenen Baugenehmigungen vorangetrieben. Die endgültige umweltrechtliche Genehmigung steht noch aus. Durch die Corona–Pandemie hatte sich ein dafür notwendiges öffentliches Anhörungsverfahren verzögert. Es soll jetzt im September stattfinden.

Der Bau der Fabrik stößt in Grünheide und im Land nicht auf ungeteilte Zustimmung. Eine Bürgerinitiative gegen die Gigafactory (BI) sieht vor allem den Bau in einem Grundwasserschutzgebiet kritisch. Mit der erneuten Genehmigung für einen vorzeitigen Bau würden „immer mehr Fakten geschaffen, die einen Rückbau erschweren“, sagte Steffen Schorcht von der BI. Er sieht darin eine Aushöhlung der Rechtslage. Tesla baut auf eigenes Risiko. Sollte es keine endgültige Zustimmung für das Projekt geben, würde das einen Rückbau bedeuten.

Das Brandenburger Verkehrsministerium plant zur Entlastung des Verkehrs Investitionen in Schienen und Straßen von 100 Millionen Euro aus dem Zukunftsfonds des Landes, der per Kredit aufgenommen wurde. Der Großteil ist für Projekte von 2021 bis 2023 bestimmt, wie aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage aus der Linksfraktion im Landtag hervorgeht.