Newscamp Brandenburg 2026: Fakenews, KI und soziale Medien – Schüler informieren sich

Gespannte Blicke: Liege ich richtig oder nicht? Schülerinnen und Schüler aus 14 Schulen in Brandenburg haben am Newscamp der Märkischen Oderzeitung in Frankfurt (Oder) ihr Wissen über Nachrichten und Falschmeldungen getestet und erweitert.
Selim Pekel- Newscamp in Frankfurt (Oder) informiert rund 300 Schüler über Fake News, KI und Social Media.
- Workshops, Spiele und Führungen zeigen, wie Journalismus arbeitet – 13 Stationen standen bereit.
- Beliebt war Videojournalismus: Interviewtechnik, KI- und Fakevideos, Drohne und VR wurden erklärt.
- Medienanstalt bot Desinfo-Point. Schüler verwechselten teils Meinung, Werbung und Information.
- Chefredaktion und Partner betonen Medienbildung. Sparkasse Oder-Spree unterstützte die Veranstaltung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In der Halle des Druckhauses der Märkischen Oderzeitung in Frankfurt (Oder) ist für gewöhnlich das Brummen der Druckmaschinen zu hören oder das Geräusch von Gabelstaplern, die die tonnenschweren Papierrollen einlagern oder für den Druck abholen. Doch jetzt dominieren aufgeregte Rufe und Lachen. Denn eine Gruppe von rund 15 Schülerinnen und Schülern nimmt dort gerade an einem Quiz teil.
Ein Stückchen weiter, an der Station der Sportredaktion, lernen die Kinder und Jugendlichen spielerisch, Informationen von Fake News zu unterscheiden, Quellen kritisch zu hinterfragen und schlüpfen zum Abschluss in die Rolle eines Livekommentators, der oder die live auf Instagram ein Kicker-Turnier kommentiert. Ganz schön aufregend!
Zum dritten Mal findet das Newscamp auf dem Gelände der Märkischen Oderzeitung statt. Ein kleines Jubiläum. Gemeinsam mit der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, der Bundeszentrale für politische Bildung, Spreuweizen, Fritz-Radio vom rbb und UseTheNews von der Deutschen Presseagentur (dpa) bietet die Märkische Oderzeitung zahlreiche Workshops, informative Spiele, Führungen und Gesprächsformate zum Thema Nachrichten und Nachrichtenkompetenz an. Zudem gibt es für die Schülerinnen und Schüler Angebote der nahegelegenen Europa-Universität Viadrina.
Unter den vielen Kindern und Jugendlichen ist auch Miriam Al Akle (15) vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Fürstenwalde. Sie ist bereits zum zweiten Mal da und freute sich vor dem Besuch auf die Station zum Videojournalismus von der Märkischen Oderzeitung. Vor zwei Jahren hatte sie bereits am Newscamp teilgenommen und ihr blieb die Erfahrung in guter Erinnerung.
Über 300 Schüler aus 14 Schulen nehmen teil
Für den Tag hatten sich im Vorhinein 14 Schulen mit mehr als 300 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen acht bis zwölf angemeldet. Der Platz vor dem Druckhaus füllt sich bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen schnell. Neben Schulen aus Frankfurt (Oder) hatten sich Klassen aus Beeskow, Eberswalde, Eisenhüttenstadt, Erkner und Fürstenwalde angemeldet. Die Teilnehmer bekamen den Tag über die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, und konnten dabei erfahren und selbst erleben, wie moderner Journalismus funktioniert, vor welchen Herausforderungen er steht und wie er sich entwickelt.
Gerade in Zeiten von Social Media, Fake News, KI-generierten Inhalten und einem permanenten Informationsstrom aus dem Internet gewinnt Medienbildung eine immer größere Bedeutung – insbesondere bei jungen Menschen. Das unterstreicht auch Claus Liesegang, der Chefredakteur der Märkischen Oderzeitung, welcher große Gruppen durch das Druckhaus führt, entlang der ratternden Fließbänder und Maschinen.
Das Newscamps ist eine „großartige Gelegenheit, Medien- und Informationsbildung zu vermitteln“, betont Liesegang. Während der Veranstaltung könnten die jungen Leute lernen, wie unabhängige Nachrichten von interessensgeleiteten Posts in den sozialen Netzwerken zu unterscheiden sind. Es geht darum, die Kompetenz zu schulen, Fakenews von soliden Informationen zu unterscheiden.
Moz-Stand zu Videojournalismus begeistert viele
„Die Newscamps der letzten beiden Jahre in Frankfurt (Oder) haben so viel Zuspruch erfahren und so große Begeisterung entfacht, dass wir in diesem Jahr zwei Camps, eins in Frankfurt (Oder) und eins in Cottbus, veranstalten“, sagt der Chefredakteur. „Dass Ministerpräsident Woidke dieses Jahr das Newscamp in Cottbus besuchen wird, zeigt die Bedeutung dieser Ausbildung.“ Auch die Entscheidung bei der vergangenen Bildungsministerkonferenz im Juni spricht eine deutliche Sprache. Dabei wurde beschlossen, die Stärkung der Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern voranzutreiben.
Insgesamt gibt es 13 Stationen zu unterschiedlichen Themen. An einem Infostand konnten sich die Gäste informieren, was im Übertragungswagen des rbb zu erleben ist. MOZ-Reporter Mathias Hausding verriet, wie die Berichterstattung aus dem Gericht funktioniert. Die Volontäre hatten ein Quiz vorbereitet.
Ein besonders beliebter Stand ist der zum Thema Videojournalismus. Schnell bildet sich eine Traube an Jugendlichen um Reporterin Janine Reinschmidt und ihre Kolleginnen Annika Funk und Klara Ostwald. An dieser Station wurde nicht nur das eigene Nutzerverhalten von sozialen Medien reflektiert und über KI-generierte Videos und Fakevideos gesprochen, sondern auch gelernt, wie ein Videointerview professionell angefertigt wird. Wie ist der richtige Abstand zum Mikrofon, wie sollte die Kamera gehalten werden, mit welchen Fragen sollte in das Gespräch eingestiegen werden? Neben den üblichen technischen Geräten wie Smartphone und Mikros kamen dabei auch eine Drohne und VR-Brillen zum Einsatz.
Unterscheidung von Nachricht und Meinung nicht immer leicht
Miriam Al Akle (15) zeigt sich in diesem Jahr von einer weiteren Station begeistert: dem Desinfo-Point am Stand der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Die Spiele seien nicht immer ganz leicht gewesen, sagt Miriam Al Akle. So habe sie versehentlich ein Meinungsstück der Rubrik „Information“ zugeordnet. Natürlich spielen auch in ihrem Leben Medien eine große Rolle. „Wir haben in unserem Teenage-Alter alle Social Media, lesen Bücher und hören Musik.“ Darauf wolle sie auch nicht verzichten.
Das Unterscheiden von Nachrichten und Falschmeldungen, Meinungsäußerungen und werblichen Texten war auch für Frieda Weißhaupt (13) und ihre Klassenkameradin Isabell Grizal (14) vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Eberswalde nicht immer ganz einfach. So hätten sie eine Werbeanzeige fälschlicherweise als Falschinformation bewertet. Dabei spielen Medien auch in ihrem Leben eine große Rolle – insbesondere über das Handy.

Die Sparkasse Oder-Spree hat das Newscamp 2026 in Frankfurt (Oder) mit ermöglicht.
Sparkasse Oder-SpreeIn dieser Schwierigkeit liegt für den Lehrer Michael Kunth der Grund, warum er mit seiner Klasse von der evangelischen Schule Frankfurt (Oder) zum Newscamp gekommen ist. „Mich hat es motiviert, zum Newscamp zu kommen, weil ich es wahnsinnig wichtig finde, dass die Schüler medienkompetent sind und sich medienkompetent ausbilden lassen.“ Gerade in den sozialen Netzwerken würden so viele Fake News kursieren, dass es wichtig sei, dass Kinder und Jugendliche diese erkennen. Gleichzeitig findet er es gut, dass seine Schüler einen Einblick bekommen, wie die regionale Presse arbeitet und welche Angebote sie ihrer Leserschaft bietet. „Und vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, in dieses Berufsbild hineinzuschauen, sodass der ein oder andere Journalist werden will“, so der Lehrer.
Finanziell unterstützt wurde das Newscamp in Frankfurt (Oder) wie in den Jahren zuvor von der Sparkasse Oder-Spree. Das Finanzinstitut betont, dass die Veranstaltung jungen Menschen praxisnahe Einblicke in Recherche, Faktenchecks und verantwortungsbewussten Journalismus bietet. „Als regional verwurzelte Institution tragen wir dazu bei, das lokale Bildungsangebot zu stärken und das wirtschaftliche Umfeld unserer Region zu fördern“, sagt Vait Kalinke, Vorstandsmitglied der Sparkasse Oderspree.

























