Oldtimer
: Rückkehr einer Auto-Legende: Alte Stoewer-Fahrzeuge in Stettin

Ein Deutscher, der 1941 in der Großstadt an der Oder geboren wurde, vermachte die Oldtimer seiner Geburtsstadt.
Von
Dietrich Schröder
Stettin
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  • Die Sammlung, die Manfried Bauer an das Technik-Museum der Oderstadt übergab, reicht vom C2, der von 1913 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ausschließlich für britische Abnehmer gebaut wurde, bis zu dem Modell "Stoewer Arkona", mit dem unter anderem Max Schmeling fuhr.

    Die Sammlung, die Manfried Bauer an das Technik-Museum der Oderstadt übergab, reicht vom C2, der von 1913 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ausschließlich für britische Abnehmer gebaut wurde, bis zu dem Modell "Stoewer Arkona", mit dem unter anderem Max Schmeling fuhr.

    MOZ/Dietrich Schröder
  • Stettiner Automobilgeschichte: Die Sammlung, die Manfried Bauer an das Technik-Museum der Oderstadt übergab, reicht vom C2, der von 1913 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ausschließlich für britische Abnehmer gebaut wurde, bis zu dem Modell "Stoewer Arkona", mit dem unter anderem Max Schmeling fuhr.

    Stettiner Automobilgeschichte: Die Sammlung, die Manfried Bauer an das Technik-Museum der Oderstadt übergab, reicht vom C2, der von 1913 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ausschließlich für britische Abnehmer gebaut wurde, bis zu dem Modell "Stoewer Arkona", mit dem unter anderem Max Schmeling fuhr.

    MOZ/Dietrich Schröder
  • Das Werbeplakat aus den 1930er-Jahren belegt, wie populär die Wagen aus Stettin seinerzeit waren.

    Das Werbeplakat aus den 1930er-Jahren belegt, wie populär die Wagen aus Stettin seinerzeit waren.

    MOZ/Dietrich Schröder
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Einen Pkw der gehobenen Mittelklasse, der damals als Tourenwagen, Limousine, Cabriolet oder offener Sportwagen auf Deutschlands und Europas Straßen unterwegs war. Auch Max Schmeling, der Box-Weltmeister im Schwergewicht, fuhr solch ein Auto, das nach dem Kap Arkona auf der Insel Rügen benannt war. Und selbst Paul von Hindenburg – damals Reichspräsident der Weimarer Republik – war in einem Stoewer unterwegs. Freilich in einem Luxuswagen, der extra für ihn als  Staatsoberhaupt angefertigt worden war.

Dass dieses und andere beliebte Modelle jener Zeit aus einer Fabrik in Stettin kamen, wissen heute nur noch Insider. „Die Stoewer-Werke waren damals genauso bekannt wie Mercedes oder Horch“, berichtet der heutige Stettiner Oberbürgermeister Piotr Krzystek stolz.

Doch während des Zweiten Weltkriegs – als in der Stettiner Fabrik nur noch Einheits-Pkw und Kettenkräder für die Wehrmacht gefertigt wurden, ging die Ära, die die Brüder Bernhard und Emil Stoewer 1899 mit Motorrädern begründet hatten, dem Ende entgegen. Ihr Vater, der Feinmechaniker Bernhard Stoewer Senior, hatte 1858 als Feinmechaniker seine Firma mit der Produktion von Nähmaschinen eröffnet. Doch nachdem Stettin 1945 an Polen kam, wurden die deutschen Werksanlagen demontiert und in die Sowjetunion verbracht.

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Es sollte 74 Jahre dauern, bis an diesem Donnerstag wieder ein auf Hochglanz polierter blauer Stoewer Arkona ins Stettiner Technik-Museum fuhr. Darin saß neben Oberbürgermeister Krzystek der 79-jährige Manfried Bauer, ohne den diese Heimkehr unmöglich gewesen wäre.

„Ich bin 1941 in Stettin geboren“, berichtet der Deutsche, der im südhessischen Wald-Michelbach lebt. An seine frühe Kindheit in der Oderstadt, die 1945 mit der Flucht endete, hat er keine Erinnerung mehr. "Und dass hier Autos produziert wurden, erfuhr ich auch erst bei einem Besuch 1984“, verrät der agile Pensionär. Da er selber wie einst Bernhard Stoewer Feinmechaniker gelernt hat, war sein Interesse sofort entfacht.

Im Laufe der Jahre entstand seine Sammlung aus sieben verschiedenen Modellen, angefangen vom im Jahr 1913 gebauten C-2, der damals noch ohne Aufbauten nach Großbritannien exportiert wurde. "Diesen Wagen habe ich 1999 im englischen Beaulieu nahe der Südküste ersteigert“, berichtet Bauer. Und dass der Wagen eine reiche Geschichte hinter sich habe – von der Nutzung durch die Royal Navy im Ersten Weltkrieg bis hin zum viel späteren Einsatz in historischen Spielfilmen. "Die abergläubischen Engländer machten aus dem Baujahr 1913 das Jahr 1912, weil 13 für sie eine Unglückszahl ist“, berichtet er.

Ähnliche Geschichten könnte der Deutsche auch über die sechs anderen Autos sowie 900 weitere Gegenstände berichten, die er an das Stettiner Technik-Museum verkauft hat. Umgerechnet rund 700.000 Euro hat er dafür erhalten. Recht wenig im Vergleich dazu, was er von betuchten Sammlern oder Geldanlegern hätte bekommen können. „Aber ich wollte, dass diese Sammlung zusammenbleibt. Und der beste Platz dafür ist Stettin“, sagte Bauer auf der großen Eröffnungsparty, die das Museum seiner Sammlung zu Ehren veranstaltete.

Technik-Museum im historischen Ambiente

Das Stettiner Museum für Technik und Kommunikation befindet sich in einem früheren Straßenbahndepot in der Ulica Niemierzynska 18 A. Vom Bahnhof  kann man mit der Straßenbahnlinie 3 direkt dorthin fahren. Zur Sammlung gehören auch historische Straßenbahnen, Busse sowie Fahrzeuge, die seit den 1920er-Jahren in Polen gefertigt wurden. Geöffnet ist täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr, Fr und Sa bis 18 Uhr. Eintritt 12 Zloty (drei Euro), Familien 29 Zloty (7,50 Euro). ⇥ds