Online-Handel: Schnäppchenfalle Fake-Shop

Einkaufen rund um die Uhr: Immer mehr Bundesbürger kaufen im Internet ein. Das ist zwar bequem und bietet eine Vielzahl an Waren, doch bei der Auswahl der Portale ist Vorsicht geboten.
Arno Burgi/dpaMarkenware zu Spottpreisen, Bezahlung aber bitte per Vorkasse – bei solchen Angeboten im Internet sollten Käufer vorsichtig sein. Denn die Gefahr ist groß, dass sie bei einem Fake-Shop landen, bei dem sie zwar ihr Geld loswerden, aber nie eine Ware erhalten. Um gegen die Betreiber solcher Webseiten vorzugehen, fordern die Verbraucherschutzminister der Länder nun die Einrichtung einer zentralen Ermittlungsstelle. Sie soll die betrügerischen Webseiten schneller identifizieren und ihre Löschung veranlassen können.
Bereits fünf Millionen Deutsche sind nach Berechnungen der Verbraucherzentralen Opfer von Fake-Shops geworden. Experten gehen von aktuell mehr als einer Million solcher Phantom-Seiten aus. Das Vorgehen der Betreiber werde immer „vielfältiger und variantenreicher“, heißt es dazu im Beschluss der Ministerkonferenz.
Als Konsequenz werden Einschränkungen bei der Vergabe von Domainnamen gefordert. Wer eine .de-Domain anmelde, solle gezwungen werden, seine Personalien anzugeben. Dies sei nötig, weil Webseiten mit der Endung .de als sehr vertrauenswürdig gelten. Widerspruch kommt von der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Einen Zwang zur Offenlegung der Personalien beim Anmelden von Webseiten sehen wir skeptisch“, sagt vzbv-Experte Jonathan Maier dieser Zeitung. Er kritisiert, dass auf diese Weise „Daten von Millionen Domain-Inhabern“ erhoben würden.
Der Betrug mit Fake-Shops funktioniert nicht nur auf obskuren Webseiten. Auch Kunden großer Handelsplattformen wie Amazon können Online-Betrügern zum Opfer fallen. „Die Kunden werden dazu verleitet, die Ware außerhalb der ursprünglich angeklickten Plattform zu bezahlen“, sagt Maier: „Wer sich darauf einlässt, genießt keinen Versicherungsschutz.“
Oft seien Fake-Shops von seriösen Seiten kaum unterscheidbar. „Die Betreiber ahmen existierende Webseiten nach oder sie nutzen Internetadressen, die nicht mehr weiterbetrieben werden.“ So wurde über den früheren Webauftritt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Markenware angeboten. Es sei aber möglich, betrügerische Webseiten zu identifizieren, sagt Maier.
Ein Alarmzeichen sei, wenn nur das Bezahlen per Vorkasse möglich sei – und nicht per Kreditkarte oder Paypal. Das liege an „technischen Problemen“ heiße es dann. Auch sollten Kunden wachsam sein, wenn der Domainname nicht zum Inhalt einer Seite passt. „Und wenn der Preis für ein Produkt deutlich unter dem allgemeinen Niveau liegt, stimmt oft ebenfalls etwas nicht.“
