Online-Shopping: Fake-Shops machen Schnäppchenjagd zur gefährlichen Falle

Nicht jedes Angebot im Internet ist ein Schnäppchen. Fake-Shops (Symbolbild) machen das Online-Shopping zur Gefahrenquelle.
fergregory/ponta1414/stock.adobe.com/Montage: Sebastian Schubert- Verbraucherzentrale warnt vor Fake-Shops, die vor allem in der Weihnachtszeit aktiv sind.
- Betrüger locken mit hohen Rabatten, bieten oft nicht vorhandene Waren an und verlangen Vorkasse.
- Opfer berichten von leeren Paketen, falschen Adressen und gefälschten Webseiten.
- Fake-Shops wirken seriös, nutzen gefälschte Gütesiegel und kopieren echte Shop-Angaben.
- Experten raten: Anbieter prüfen, Bewertungen lesen, bei Verdacht Polizei und Bank kontaktieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Und mit ihr die Zeit, in der der Handel seine größten Umsätze macht. Viele Kunden sind – online oder in der realen Welt – unterwegs, um Geschenke zu kaufen. Viele hoffen dabei auf Schnäppchen und Rabatte. Darauf setzen auch Betrüger, vor allem im Internet.
Und gerade dort sind die Gefahren groß. Aktuell warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg wieder vor sogenannten Fake-Shops, die besonders in der Weihnachtszeit Hochkonjunktur haben. „Sie bewerben Waren, die es gar nicht gibt, mit sehr hohen Rabatten. Wenn Verbraucher dann meist per Vorkasse in dem Fake-Shop einkaufen, bekommen sie weder die Waren noch ihr Geld zurück“, erläutert die Verbraucherzentrale.
Fake-Shop-Opfer in Brandenburg
Ein Beispiel aus der Vorweihnachtszeit 2024 zeigt, wie so etwas aussehen kann. „Am Montag erstattete eine 65-jährige Perlebergerin wegen Betruges Anzeige in der Inspektion“, berichtet die Polizeidirektion Nord im Dezember 2024. Die Frau hatte den Angaben zufolge auf einer gefälschten Internetseite eines großen Technikkonzerns ein Mobiltelefon im Wert von rund 350 Euro gekauft. „Einige Tage später erhielt sie das Paket, darin befand sich jedoch nur ein leerer Karton. Ein erneuter Aufruf der Internetseite des Anbieters war nicht mehr möglich. Auch fand die Prignitzerin heraus, dass die auf dem Paket befindliche Absenderadresse nicht existiert“, so der Polizeibericht.
Das Geld war weg, das vermeintlich günstige Weihnachtsgeschenk nie angekommen. Keine Seltenheit. Im Mai dieses Jahres fiel eine Cottbuserin auf einen ähnlichen Betrug herein. Über einen angeblichen Internethändler wollte sie Gold kaufen und überwies dazu auch den fälligen Betrag.
Besonders perfide in diesem Fall: Die Betrüger beschränkten sich nicht nur auf eine gefälschte Internetseite, sondern hielten im Hintergrund auch noch ein eigenes Call-Center bereit. Ein vermeintlicher Mitarbeiter des Händlers hatte sich telefonisch gemeldet und einen Liefertermin vereinbart.
Alles schien seriös. Doch nichts geschah. „Nachdem das Gold nicht zum vereinbarten Termin geliefert wurde, überprüfte sie die Internetseite und stellte fest, dass es sich um einen betrügerischen Fake-Shop handelte. Der Frau entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro“, berichtet die Polizeidirektion Süd.
Fake-Shops sehen oft täuschend echt aus
„Wer online einkauft, sollte immer genau prüfen, welcher Anbieter hinter dem Angebot steckt“, rät Michèle Scherer, Digitalexpertin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Doch das wird zunehmend schwieriger. Denn die Internetseiten werden professioneller. „Diese sehen oft täuschend echt aus oder kopieren Angaben von seriösen Shops“, berichtet die Verbraucherzentrale.
Auch die Polizeiprävention der Länder warnt vor täuschend echt aussehenden Verkaufsplattformen. „Mit Abbildungen von Produkten, dazugehörigen Informationen, allgemeinen Geschäftsbedingungen und einem gefälschten Impressum, sind diese auf den ersten Blick schwer zu erkennen“, so die Einschätzung der Experten.
Selbst Gütesiegel auf den Seiten – frei erfunden oder gefälscht –, positive Nutzerkommentare oder Servicegarantien sind kein Beweis für ein seriöses Angebot.
Nutzer sollten deshalb genau hinschauen und sich informieren, bevor sie auf ein vermeintliches Schnäppchen hereinfallen. „Vor allem bei Shops mit stark gefragten Produkten, wie der neuesten Spielekonsole, dem aktuellen Smartphone oder mit angesagter Designer-Mode, die zum Bestpreis angeboten werden – selbst, wenn die Artikel bei der Konkurrenz längst ausverkauft oder nicht mehr verfügbar sind. Die Betrüger sind dabei up to date und passen ihre Lockangebote schnell an die aktuelle Nachfrage an“, so die Experten der Polizeiprävention.
Online-Kunden sollten genau hinschauen
Was also können Verbraucher tun? Zunächst einmal genau hinschauen. Wie lautet beispielsweise die Internetadresse des Shops? Dass es sich bei galleria-kaufhof.de – eine Seite, vor der die Verbraucherzentrale aktuell warnt – um eine Fälschung handeln könnte, lässt sich am doppelten L in der Adresse erahnen.
Ein wichtiges Indiz ist auch das Impressum der Internetseite. Jede Seite ist verpflichtet, ein solches auszuweisen. Doch auch hier sind Fälschungen möglich, wie die Verbraucherzentrale aktuell bei einer Seite namens digitalkontor24.de angibt. „Die im Impressum genannte Firmenadresse wurde von einer existierenden Firma kopiert. Diese hat nichts mit dem Fake-Shop zu tun und ist selbst Opfer“, berichtet die Verbraucherzentrale.
Was also tun? „Geben Sie den Namen des Online-Shops in eine Suchmaschine ein, dadurch können Sie negative Erfahrungen anderer Kunden herausfinden und müssen sich nicht auf die Versprechungen der Shop-Betreiber verlassen. In vielen Selbsthilfeforen erfahren Sie ebenfalls, ob Ihr gewählter Online-Händler unseriöse Geschäftspraktiken anwendet“, empfehlen die Experten der Polizei.
Die Verbraucherzentralen haben zusätzlich einen Fakeshop-Finder ins Internet gestellt. Dort kann man die Internetadresse eines Shops eingeben und sehen, was zu diesem vorliegt. Aktuelle Beispiele unseriöser Seiten sind dort ebenfalls zu finden.
Berliner Kleidung aus China auf einer US-Internetseite mit Retour-Adresse in Hongkong
Dort taucht aktuell www.berlinerkleidung.de auf, eine Internetseite, die unter anderem mit vermeintlichen Schnäppchen bei Leder- und Winterjacken wirbt. „Die Domäne nutzt Cloudflare. Dieser Dienst bietet zum einen ausfallsichere Webseiten, wird aber auch häufig von Betrügern verwendet“, schreibt die Verbraucherzentrale.
Die vermeintliche Berliner Seite wird tatsächlich in den USA gehostet. Im Impressum findet sich lediglich eine E-Mail-Adresse.
Seitcheck.de, eine weitere Informationsseite im Internet, warnt ebenfalls vor dem Berliner Online-Shop. „Kein Impressum, Ware aus China, eine Rücksendeadresse in Hongkong“ gibt Seitcheck.de für diesen möglichen Fake-Shop an.
Wer trotz aller Warnungen auf einen Fake-Shop hereinfällt, sollte schnell reagieren und bei der Bank die geleisteten Zahlungen stoppen. Der nächste Anruf geht dann an die Polizei. „Auch wenn die strafrechtliche Verfolgung von Tätern schwierig ist, weil diese aus dem Ausland agieren, sollten Sie sich nicht von einer Anzeige abbringen lassen. Nur dann können Löschungen von Fake-Shops konsequent vorangetrieben werden“, raten die Präventionsexperten.



