Sterne fotografieren: So gelingt das perfekte Foto mit Sternschnuppen

Sterne fotografieren: Wie man Sternschnuppen am besten fotografieren kann – mit Geheimtipps der Redaktion für das perfekte Foto. (Symbolfoto)
Daniel Reinhardt/dpaSternschnuppen faszinieren Menschen seit jeher mit ihrem magischen Glanz am nächtlichen Himmel. Das Festhalten dieses beeindruckenden Naturschauspiels auf einem Foto kann eine Herausforderung sein, aber mit den richtigen Tipps und etwas Geduld, kann jeder atemberaubende Bilder von Sternschnuppen machen.
Übersicht
- Mit diesen Tipps gelingt das perfekte Foto
- Welche Ausrüstung ist nötig?
- Die wichtigsten Einstellungen
- Geheimtipps der Redaktion
Ob Orioniden, Perseiden oder Lyriden, diese Spektakel sind meist mehrere Nächte am Himmel zu sehen und produzierten einen wundervollen Sternschnuppenregen. Um diese auch sichtbar auf Fotos zu machen, gibt es einige Dinge zu beachten.
Man benötigt nicht unbedingt eine professionelle Fotoausrüstung – es genügt durchaus auch ein Smartphone, jedoch müssen dazu einige Bedingungen erfüllt sein und man darf keine hohe Druckqualität erwarten.
Grundsätzlich ist für diese Art von Fotografie jedoch eine Spiegelreflexkamera oder Systemkamera zu empfehlen. Mit diesen Tipps und Tricks können Sternenhimmel und Sternschnuppen verewigt werden:
Der beste Ort zum Fotografieren – dunkel sollte es sein
Um klare und deutliche Bilder von Sternschnuppen zu erhalten, suchen Sie sich einen Ort mit möglichst wenig Lichtverschmutzung aus. Fernab von Städten und Straßenlaternen bietet sich ein abgelegener Ort auf dem Land an. Der beste Ort dafür in Brandenburg und wohlgemerkt in ganz Deutschland ist der Ort Gülpe – der dunkelste Ort in der Bundesrepublik und somit perfekt für Fotosessions rund um den Sternenhimmel.
Aktuell sind die Perseiden am Himmelszelt zu sehen
Das richtige Equipment
Eine Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten, am besten eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera, ist ideal für die Sternschnuppenfotografie. Dazu ein lichtstarkes Weitwinkel-Objektiv eignet sich besonders für das Fotografieren des Nachthimmels. Aber auch ein Smartphone mit einer guten Kamera kann ausreichend sein für ein gutes Foto. Absolut unerlässlich für sogenannte Langzeitbelichtungen ist ein Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden.
Die Kamera-Einstellungen für das perfekte Sternschnuppen-Foto
Um einen Sternenhimmel fotografieren zu können, benötigt man eine lange Belichtungszeit, damit diese ganz kleinen Lichtquellen auch auf dem Foto zu sehen sind. Hier kann man ein bisschen rumexperimentieren, mit welchen Einstellungen sich die besten Ergebnisse erzielen lassen.
Blendenzahl und Belichtungszeit
Empfehlenswert ist eine große Blendenöffnung (kleine f-Zahl), um mehr Licht durch das Objektiv reinzulassen sowie eine Belichtungszeit von zwischen 15 und 30 Sekunden, wobei 30 Sekunden schon fast zu lang sind, weil sich durch die Erdbewegung das Himmelsbild verändert und somit Sterne bei zu langer Belichtung unscharf erscheinen können.
Der ISO-Wert bestimmt die Lichtempfindlichkeit
Die ISO-Zahl beschreibt die Lichtempfindlichkeit des „Films“ – bzw. in der digitalen Welt des Sensors. Je mehr Licht vorhanden ist, desto weniger ISO benötigt man. Bei Nacht sollte man einen ISO idealerweise zwischen 800 und 1600 wählen. Je höher jedoch der Wert und damit die Lichtempfindlichkeit, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit des Bildrauschens, welches sich in winzig kleinen Farbabweichungen darstellt und das Bild am Ende fleckig erscheinen lässt. Das sollte man vermeiden.
Keinen Bildstabilisator verwenden
Eine der wichtigsten Einstellungen ist es, den Bildstabilisator bei Langzeitbelichtungen auszuschalten, da es sonst zu unscharfen Bildern kommen kann. Speziell bei Sternenfotografie ist das wichtig, da sich das Himmelsbild bewegt und somit das Objektiv oder die Kamera versuchen könnte, die Bewegung auszugleichen.
Der Fokus sollte am besten auf manuell gestellt werden
Da der Autofokus bei schwachem Licht oft Schwierigkeiten hat, sollte man den manuellen Fokus nutzen. Auch hier ist es empfehlenswert, verschiedene Einstellungen auszuprobieren, um das perfekte Bild zu erhalten. Nach jedem Bild sollte man die Schärfe des Bildes überprüfen und das geht am besten in der 100%- Ansicht, also komplett in das Bild hineinzoomen.
Da die Sterne in sehr weiter Entfernung sind, nutzt man am besten die manuelle Fokuseinstellung „unendlich“, welche mit dem Zeichen ∞ gekennzeichnet ist. Bei manchen Smartphone-Apps kann es auch die Prozentzahl 100 sein.
Lesen Sie hier, wie man das beste Foto von Polarlichtern macht.
Fernauslöser oder Selbstauslöser
Um Verwacklungen zu vermeiden, verwenden Sie entweder einen Fern- oder den Selbstauslöser. Bei Letzterem genügt bereits eine geringe Sekundenzahl, meist sind das zwei Sekunden, damit beim Drücken des Auslösers die Kamera nicht bewegt wird.
Geheimtipp der Redaktion
Um ein bequemes Handling im Dunkeln an der Kamera zu haben, ist eine Kopflampe eine tolle Sache. Am besten mit dimmbarer Stärke oder sogar rotem Licht, damit man selbst weniger geblendet wird. Außerdem lässt sich damit auch etwas mehr experimentieren, in dem man während der Belichtungszeit Gegenstände in der Ferne kurz anleuchtet und die Lampe wieder ausschaltet. Lassen Sie sich bei den Ergebnissen überraschen.
Geduld – eines der wichtigsten Dinge bei der Sternschnuppen-Fotografie
Geduld ist gefragt. Sternschnuppen sind oft unvorhersehbar, daher kann es eine Weile dauern, bis die perfekte Aufnahme entsteht. Es lohnt sich jedoch, immer wieder den Auslöser zu drücken und zu hoffen, dass sich binnen der nächsten 15 bis 30 Sekunden etwas am Himmel bewegt.