Polarlichter über Brandenburg: Magischer Himmel über Eisenhüttenstadt

Polarlichter über Eisenhüttenstadt in der Nacht zum 10. Mai 2024.
Sven HammelIn mehreren deutschen Städten sind in der Nacht zum 11. Mai 2024 Polarlichter gesichtet worden – im Land Brandenburg beispielsweise in Eberswalde (Barnim) und Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland), aber auch in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree).
Die magisch anmutende Himmelserscheinung, bei der bunte Lichter das Firmament färben, wird durch eine besonders hohe Sonnenaktivität ausgelöst. Auch in der Nacht zum 12. Mai sollen mit etwas Glück Polarlichter über Berlin und auch Brandenburg zu sehen sein.
Polarlichter über Brandenburg: Bilder aus Eisenhüttenstadt
Sven Hammel schickte zwei Aufnahmen aus Eisenhüttenstadt an das Märkische Medienhaus, und zwar mit folgendem Hinweis: „Fotografiert in der Nacht vom 10/11.05., gegen 1 Uhr“. Auf einer Aufnahme ist der Getreidespeicher am Oder-Spree-Kanal zu sehen, auf der anderen das Flächendenkmal von Eisenhüttenstadt.

Hier sind die bunten Lichter über dem Flächendenkmal von Eisenhüttenstadt zu sehen.
Sven Hammel„Die Lichter waren bis zur Zugspitze zu sehen. Bilder aus Wien sind ebenfalls gesichtet worden“, fügt er seiner E-Mail noch hinzu. „Ich habe es auch nur mitbekommen, da ich mit einer Freundin einem Hobby-Astronomen auf YouTube folge und somit das Ereignis nicht verpasst habe.“
Die Sonne hat mehrere Sonnenstürme Richtung Erde geschickt. Deren Ankunft im terrestrischen Raum ist am Wochenende des 10. und 11. Mai 2024 auch in Deutschland zu beobachten – vorausgesetzt die Nächte sind sternenklar.
Polarlichter entstehen laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in 70 bis 800 Kilometern Höhe durch elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes. „Diese werden durch das Magnetfeld der Erde zu den Polen hin abgelenkt. Dort dringen sie in die Erdatmosphäre ein und regen je nach Höhe unterschiedliche Atom-/Molekülarten an, Licht einer bestimmten Wellenlänge zu emittieren.“
Polarlichter über Brandenburg: sonst nur in Polargebieten
Polarlichter werden hauptsächlich in polaren Gegenden beobachtet. Bei besonders starken Sonnenstürmen aber sind die Phänomene auch in mittleren Breiten zu sehen. Solche Ausbrüche finden dem DWD zufolge etwa alle elf Jahre während der Phase maximaler Aktivität auf der Sonne statt.
Die US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hatte dieser Tage von einem extremen geomagnetischen Sturm der Kategorie G5 berichtet. G5 ist die stärkste Stufe eines geomagnetischen Sturms auf einer Skala von G1 bis G5. Die NOAA warnte davor, dass es zu Beschädigungen von Netzsystemen bis hin zu Stromausfällen kommen könnte. „Auch Funkübertragungen und Satellitennavigation können gestört sein“, hieß es. Der letzte Sonnensturm der Stärke G5 im Oktober 2003 hatte demnach Stromausfälle in Schweden verursacht und Transformatoren in Südafrika beschädigt.

