Polizei in Berlin-Lichtenberg
: Protest gegen Leerstand — Stasi-Gebäude besetzt

In Berlin-Lichtenberg haben Aktivisten ein leerstehendes Gebäude an der alten Stasi-Zentrale besetzt. Das ist bislang bekannt.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Berlin
Jetzt in der App anhören
Gebäude der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatsicherheit in Berlin-Lichtenberg besetzt. Die Polizei ist mit 190 Kräften im Einsatz.

Gebäude der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatsicherheit in Berlin-Lichtenberg besetzt. Die Polizei ist mit 190 Kräften im Einsatz.

Dennis Lloyd Brätsch
  • Aktivisten besetzen leerstehendes Gebäude der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg.
  • Polizei mit 190 Kräften im Einsatz, Eigentümer stellt Strafantrag wegen Hausfriedensbruch.
  • Protest richtet sich gegen Kürzungen sozialer Programme, Leerstand und hohe Mieten.
  • Gebäude seit 15 Jahren leer, früher Auslands-Spionage der DDR, später Flüchtlingsunterkunft.
  • Aktivisten planen Wohnungen, um Wohnungsnot zu bekämpfen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Aktuell ist ein Großaufgebot an Polizeikräften an der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR im Einsatz. Auf dem Gelände in der Ruschestraße, auf dem sich auch ein Museum befindet, haben Aktivisten ein leerstehendes Hochhaus besetzt.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin ist zur Zeit noch unklar, wie viele Personen sich Zugang zu dem Gebäude verschafft haben. Rund 190 Polizeikräfte sind seit etwa 15 Uhr im Einsatz, um das Haus zu räumen.

Polizei räumt besetztes Haus in Lichtenberg

Vereinzelt kommen Polizisten mit festgenommenen Personen aus dem Haus. Wie Polizeisprecherin Valeska Jakubowski vor Ort mitteilte, waren auch Diensthunde im Einsatz. Der Eigentümer hat laut Jakubowski Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs gegen die Aktivisten gestellt.

Die Aktivisten haben eine alte Kantine im Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale besetzt. Auch das Hochhaus dahinter, ehemaliger Sitz der Auslandsspionage der DDR, war betroffen.

Die Aktivisten haben eine alte Kantine im Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale besetzt. Auch das Hochhaus dahinter, ehemaliger Sitz der Auslandsspionage der DDR, war betroffen.

Dennis Lloyd Brätsch

Vor dem Gebäude wurde zudem eine Spontankundgebung angemeldet. Rund 50 Personen würden daran teilnehmen, so die Sprecherin. Neben lauter Musik sind aus der Kundgebung immer wieder Parolen wie „Fuck the Police“ und „Free Palestine“ zu hören.

Besetzung richtet sich gegen Kürzungen und Leerstand

Der Protest richtet sich laut den Aktivisten unter anderem gegen die Kürzungen sozialer Programme in Berlin, den Leerstand und die hohen Mieten. Besetzt wurde eine Kantine im Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale. Laut einer Sprecherin der Aktivisten würde das Gebäude bereits seit 15 Jahren leerstehen, obwohl das Gebäude zum wohle der Gemeinschaft genutzt werden könnte.

Auch ein dahinter angrenzendes Hochhaus wurde besetzt, das Gebäude — damals Sitz der Auslandsspionage des MfS — gehörte danach der Deutschen Bahn, war später eine Flüchtlingsunterkunft und steht seit einigen Jahren leer. Der Plan der Aktivisten: Wohnungen bauen um der Wohnungsnot und den hohen Mieten entgegenzuwirken.