Polizei: Wieder brennende Autos in Berlin

Beamte der Spurensicherung untersuchen am Morgen im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg auf dem Arkona Platz einen ausgebrannten Porsche. Unbekannte Täter haben in der Nacht mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Das Landeskriminalamt ermittelt. In der Hauptstadt sind seit Jahresbeginn 239 Fahrzeuge angezündet oder durch Flammen beschädigt worden.
dpa/Kay NietfeldAuch in Kreuzberg stand in der Nacht zu Montag ein geparkter Wagen in Flammen. Diese erfassten auch eine mobile Toilette sowie einen nahe stehenden Transporter am May–Ayim–Ufer. In Gesundbrunnen bemerkte ein Bewohner der Behmstraße laut Polizei kurz nach Mitternacht einen Knall und sah ein Auto im Feuerschein. Der Mann habe auch eine flüchtende Person beobachtet, die zu einem Auto rannte, das wegfuhr. Das Feuer griff auf zwei Autos über, bevor die Feuerwehr löschen konnte. In diesen beiden Fällen ermitteln Brandkommissariate.
Laut Polizei wurden seit Januar bislang 153 Autos direkt angegriffen sowie 86 weitere durch Flammen beschädigt. Einen politisch motivierten Hintergrund — etwa durch linksextremistische Täter — sieht die Polizei nur bei einem kleinen Teil — bei 19 direkt angegriffenen sowie 21 in Mitleidenschaft gezogenen Fahrzeugen.
Bei den meisten Brandstiftungen nimmt die Polizei reinen Vandalismus, pyromanische Tendenzen, gezielte Racheaktionen im privaten Umfeld, Versicherungsbetrug und sogenannte Verdeckungsbrände an. In einem solchen Fall soll mit einem Feuer eine andere Straftat verdeckt werden.
Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei knapp 600 Fahrzeuge, die direkt angesteckt (358) oder durch übergreifende Flammen oder Hitze beschädigt wurden. Der Höhepunkt war im Jahr 2011 mit 537 direkt angezündeten Fahrzeugen. Als dann ein Mann gefasst wurde, gingen die Brandstiftungen zurück. Auf sein Konto gingen mehr als 100 Taten.