Polizeierfolg: Diebe von Luxuslimousinen verhaftet
„Bereits Ende September konnten Ermittler der Spezialeinheit CBSP fünf Männer im Alter von 30 bis 46 Jahren festnehmen, die zu einer größeren Gruppierung gehören, der 180 Delikte vorgeworfen werden.“
Das teilte ein Polizeisprecher aus der an Brandenburg grenzenden Wojewodschaft Lebuser Land am Montag mit. Die Bande, von der mittlerweile neun Verdächtige in Untersuchungshaft sitzen, war auf Luxuslimousinen der Marken Audi, Mercedes, BMW und Volvo spezialisiert. Anzeigen gegen weitere 30 Personen laufen. Fast alle Tatverdächtigen stammen aus der Region um Zielona Góra. Die meisten gestohlenen Autos seien in Teile zerlegt worden, die wiederum in Polen sowie in anderen Ländern auf dem schwarzen Markt verkauft wurden.
Außer den Autodiebstählen sei es zu weiteren strafbaren Handlungen wie Einbrüchen, Betrug oder Schutzgeld–Erpressungen gekommen. „Im Rahmen der Verhaftungen vor gut einer Woche wurden Autoteile und noch nicht zerlegte Fahrzeuge im Wert von rund drei Millionen Zloty (also rund 750 000 Euro) sichergestellt“, so der Sprecher weiter. Die Fahrzeugdiebstähle seien vorwiegend im Großraum Berlin, zum Teil aber auch in westpolnischen Städten sowie in Österreich erfolgt.
Auffällig ist freilich der lange Zeitraum der Taten, der schon im Jahr 2008 begonnen haben soll. Erst im Juli 2018 sei jedoch ein Vertrag mit dem Landeskriminalamt Berlin über gemeinsame Ermittlungen geschlossen worden. Dieser war wiederum durch das Projekt „LIMES“ möglich gewesen, das die Landeskriminalämter Berlin und Brandenburg sowie Sachsen und Sachsen–Anhalt 2017 mit den Polizeien Polens, der drei baltischen Länder sowie Tschechiens und Schwedens vereinbart hatten, um den grenzüberschreitenden Autodiebstahl gemeinsam zu bekämpfen. Denn trotz der Mitgliedschaft all dieser Länder in der Europäischen Union ist die Bildung gemeinsamer Ermittlungsgruppen noch immer durch rechtliche Grenzen stark erschwert. Der jetzige Erfolg erinnert sehr an die Verhaftung einer Bande im Jahr 2014, die ebenfalls aus dem Raum Zielona Góra stammte. Deren 21 Mitgliedern konnten damals 152 Autodiebstähle konkret nachgewiesen werden.
Langes juristisches Nachspiel
Der seinerzeitige Erfolg des ersten gemeinsamen Teams von Brandenburger und polnischen Kriminalisten hatte ein langes juristisches Nachspiel. Denn erst nach einem dreijährigen Prozess und einem einjährigen Berufungsverfahren in Polen konnten die Haupttäter zu Beginn dieses Jahres rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden.
Aktuell droht zudem in Brandenburg der Prozess gegen einen polnischen Tatverdächtigen zu platzen, der seit knapp einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt. Ihm wird der Diebstahl von 22 Luxuslimousinen vorgeworfen, die anschließend in den Libanon verschoben wurden.

