Festnahme in Berlin-Spandau: Geprüfte Person doch kein gesuchtes RAF-Mitglied

Am Bahnhof Spandau wurde eine Person im Zusammenhang mit RAF-Terroristen festgenommen, wie die Polizei bestätigte. Dieser Verdacht erhärtete sich allerdings nicht. (Symbolbild)
picture alliance/dpa/Franziska KraufmannAm Bahnhof Spandau ist eine Person im Zusammenhang mit der Fahndung nach zwei ehemaligen RAF-Terroristen vorläufig festgenommen worden. Der Einsatz am Dienstag erfolgte nach einem Bevölkerungshinweis gemeinsam mit der Bundespolizei, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) Niedersachsen.
Nach einem Bericht von „Bild“ will der Hinweisgeber den Mann, der in einem ICE gesessen habe, als Ernst-Volker Staub (69) erkannt haben. Am Mittwochvormittag titelte das Boulevardblatt, es handele sich bei der verhafteten Person um Burkhard Garweg (55.). Die LKA-Sprecherin bestätigte lediglich, dass die Festnahme im Zusammenhang mit den gesuchten Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub stehe.
Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, handelte es sich jedoch um einen falschen Verdacht. „Die Überprüfungen haben ergeben, dass es sich um keinen Gesuchten handelt“, hieß es. Die am Bahnhof Berlin-Spandau vorläufig festgenommene Person ist somit kein gesuchter Ex-RAF-Terrorist. Die Freilassung des Mannes wurde daraufhin angeordnet.
Terror-Verdächtiger in Polizeigewahrsam
Von der Bundespolizeidirektion Berlin hieß es am Vormittag, bei einer Personenkontrolle am Dienstag gegen 21.00 Uhr sei ein Mann vorläufig festgenommen. Er befand sich nach der Festnahme in Berlin im Gewahrsam, wie eine Sprecherin sagte.
Seit 2015 ermittelt die Staatsanwaltschaft Verden gegen die ehemaligen RAF-Terroristen Staub, Daniela Klette und Garweg wegen versuchten Mordes sowie versuchten und vollendeten schweren Raubs in mehreren Fällen. Klette wurde Ende Februar in Berlin-Kreuzberg festgenommen. Die Polizei - federführend das LKA Niedersachsen - hatte jahrzehntelang nach ihr gesucht. Nach Staub und Garweg wird weiter gefahndet. Sie gehörten der sogenannten dritten Generation der linksextremistischen Roten Armee Fraktion (RAF) an. 1998 erklärte sich die RAF, die mehr als 30 Menschen getötet hatte, für aufgelöst.
