Rave the Planet 2024: Techno-Parade in Berlin – Bahnhof Brandenburger Tor geschlossen

Teilnehmer gehen auf der Straße des 17. Juni während der Technoparade "Rave The Planet", die 2024 unter dem Motto "Love is stronger" stattfindet.
Sebastian Christoph Gollnow/dpaLaute Beats, Neonfarben, Pailletten, Federboas, Glitzer im Gesicht, viel nackte Haut - und ausgelassene Laune. Zehntausende Menschen feiern in Berlin bei der dritten Ausgabe der Technoparade „Rave the Planet“ mit Loveparade-Gründer Dr. Motte. Rund 300 Künstler und 30 Wagen sind laut Veranstalter bei der riesigen Party-Demo zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor dabei.
Zum Auftakt sprachen unter anderem Dr. Motte, der mit bürgerlichem Namen Matthias Roeingh heißt. Liebe sei stärker als Hass und Gewalt, sagte er zum diesjährigen Motto „Love is Stronger“. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) schickte eine Audio-Grußbotschaft. „Techno ist mehr als Krach“ und sei ein elementarer Bestandteil der Berliner Kulturszene. „Rave kennt keine Herkunft, kein Geschlecht und keinen sozialen Status.“
Technokultur mittlerweile immaterielles Kulturerbe
Die Party-Demo will für Frieden, Liebe und für den Schutz der elektronischen Tanzmusikkultur einstehen. Zudem fordert sie etwa den Schutz von Clubs und Veranstaltungsorten und „Abrüstung auf allen Ebenen“. Wie die legendären Berliner Technoparaden in den 1990er Jahren war der Umzug als Demonstration angemeldet. Das hat für die Veranstalter große Vorteile gegenüber einer reinen Party-Parade.
Die Berliner Technokultur zählt mittlerweile zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Die Kulturministerinnen und -minister von Bund und Ländern erweiterten das bundesweite Verzeichnis entsprechend. „Rave The Planet“ hatte den Antrag gestellt. Roth sprach von einem großen Erfolg. Techno verbinde Kreativität mit Präzision und schaffe einzigartige Räume, in denen Menschen ihre Leidenschaft für Musik und Tanz ausleben könnten, so die Kulturstaatsministerin.
Rave the Planet 2024 als Demo für Technokultur
Dr. Motte sieht nach der Anerkennung der Berliner Technokultur als immaterielles Kulturerbe noch Arbeit vor sich. „Das war erst der Anfang, wir können uns darauf nicht ausruhen, sondern wir müssen auch weiter machen“, sagte er. Dies könne durch viele Projekte gelingen. „Deswegen demonstrieren wir heute für unsere Kultur und deren Erhalt."
Bei sommerlichen Temperaturen tanzen die Menschen auf den Straßen rings um die Siegessäule. Die Wagen schieben sich nur langsam durch die Massen hindurch. Zu dem Technospektakel sind viele Menschen extra nach Berlin gekommen. Eine von ihnen ist Melissa Völkel aus Rheine in Westfalen. Gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn, der dicke Kopfhörer aufhat, tanzt sie zu den Beats. Gerade in politisch schwierigen Zeiten sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen. „Es ist wichtig, dass wir versuchen, wie eine große Familie den Tag zusammen zu verbringen, meint sie.

Ein Paar küsst sich während der Technoparade "Rave The Planet" auf der Straße des 17. Juni, die im Jahr 2024 unter dem Motto "Love is stronger" stattfindet vor dem Brandenburger Tor. Das Event wurde laut Angaben offiziell als Demonstration angemeldet.
Sebastian Christoph Gollnow/dpaLaut Polizei wurden 300.000 Menschen zu der Party-Demo erwartet. Zunächst nannten weder Veranstalter noch Polizei konkrete Zahlen zur Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Am Nachmittag kamen noch viele Menschen zu der Parade, die bis in den späten Abend gehen sollte. Nach Angaben eines Sprechers des zuständigen Sanitätsdienstes gab es in den ersten Stunden schätzungsweise 30 Einsätze für die Helfer. Dazu zählten nach seinen Angaben aber auch leichte Fälle - etwa die Frage nach einem Pflaster.
S- und U-Bahnhof Brandenburger Tor geschlossen
Laut Polizei wurden 300.000 Menschen zu der Party-Demo erwartet. Zunächst nannten weder Veranstalter noch Polizei konkrete Zahlen zur Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Immer wieder kamen noch Menschen zur Parade dazu, die bis in den späten Abend geht.
Nach Angaben eines Sprechers des zuständigen Sanitätsdienstes gab es bis zum frühen Abend schätzungsweise 200 Einsätze für die Helfer. Dazu zählten nach seinen Angaben auch leichte Fälle, etwa die Frage nach einem Pflaster.
Die Polizei begleitete die Veranstaltung nach eigenen Angaben mit rund 1.000 Einsatzkräften. Der Verlauf sei bislang „weitestgehend friedlich“, so ein Polizeisprecher am frühen Abend. Vereinzelt sei es zu Körperverletzungen gekommen und es habe Festnahmen gegeben.
Wegen der Parade kommt es auch zu Verkehrsbehinderungen. Der S- und U-Bahnhof Brandenburger Tor ist wegen Überfüllung geschlossen, wie die Polizei mitteilte. Die Linie S1, S2 und S25 der S-Bahn fahren dort ohne Halt durch.
Das Motto der diesjährigen Parade lautet: „Love is Stronger“. Damit wolle man in Zeiten zahlreicher Krisen ein Zeichen für die Liebe und den Frieden setzen. Die Veranstalter äußerten im Vorfeld den Wunsch, dass sie keine Nationalflaggen sehen wollten. Regenbogenflaggen seien willkommen - davon waren dann auch einige zu sehen, ebenso Fächer oder Leggins in Regenbogenfarben.
Auch Umweltschutz und Müllvermeidung seien Anliegen, wie die Veranstalter vorab sagten. So sei eine Reinigungsaktion im Tiergarten nach der Parade mit Freiwilligen geplant. Offiziell verboten seien etwa Glas und Pyrotechnik.
