Razzia in Berlin
: SEK und Polizei fahnden nach Bankräubern mit Millionenbeute aus Hamburg – Verdächtige festgenommen

Polizei schlägt mit Razzia in Berlin zu: Nach einem spektakulären Einbruch mit Millionenbeute in einer Bank in Hamburg wurden nun Verdächtige festgenommen. Sie könnten auch Zusammenhang mit dem Goldmünzen- und Diamantendiebstahl in Berlin und Dresden stehen.
Von
dpa
Berlin
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Auf der Suche nach den Millionenräubern Haus Hamburg nahmen Polizei und SEK mehrere Verdächtige am 10. Dezember in Berlin fest. Auf dem Foto sind Beamte der Polizei und des SEK bei einem anderen Einsatz in Berlin zu sehen. (Symbolfoto)

Paul Zinken/dpa

Vier Monate nach einem millionenschweren Einbruch in eine Bank nahe Hamburg ist die Kriminalpolizei mit einer Razzia in Berlin gegen Verdächtige vorgegangen. Mehrere Wohnungen wurden am Freitagmorgen von Spezialeinsatzkommandos (SEK) und der Kripo durchsucht, wie ein Polizeisprecher in Bad Segeberg sagte. Unterstützt wurde die Polizei aus Schleswig-Holstein dabei von der Berliner Polizei.

Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge richtet sich die Razzia gegen Mitglieder eines bekannten arabischstämmigen Clans. Aus diesem Kreis stammten auch die Diebe der Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum und die Verdächtigen vom Diamanten-Diebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Durchsucht worden sein soll demnach auch ein Juweliergeschäft in Berlin-Charlottenburg.

Täter planten den Einbruch in der Sparkasse Hamburg sorgfältig

Der Einbruch in die Sparkasse in Norderstedt nördlich von Hamburg im August war aufwendig geplant. Die Täter hatten im Mai unter einem falschen Namen eine Wohnung über dem Tresorraum der Sparkasse gemietet. Kaution und Miete wurden bar bezahlt. Von dort bohrten sie sich durch den Boden in den Raum mit den Schließfächern. Sie brachen mehr als 600 Fächer auf und stahlen Beute im Wert von mehreren Millionen Euro, in Medienberichten war von elf Millionen Euro die Rede. Die gemietete Wohnung zündeten sie an, um Spuren zu vernichten.

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ berichtete über den Fall am Mittwoch. Die Hamburger Sparkasse (Haspa) und die Staatsanwaltschaft Kiel setzten 55 000 Euro Belohnung für Hinweise aus, die zur Ergreifung der Täter führen. Eine Bankmitarbeiterin hatte bereits im Frühjahr 2020 einen Mann bemerkt, der sich auffällig im Bereich vor dem Tresorraum umgesehen hatte. Die Polizei sucht mit Phantombildern und Bildern aus Überwachungskameras.

Spuren nach Berlin überraschen Ermittler nicht mehr

Möglicherweise gibt es Verbindungen zu einem versuchten Einbruch in eine Bank in Hamburg-Altona im Oktober 2020. In dem Fall nahm die Polizei im November einen Verdächtigen in Berlin fest, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Auch bei dieser Tat war ein großer Kernbohrer benutzt worden. Die Täter mussten allerdings ohne Beute flüchten. „Wir prüfen Zusammenhänge“, sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei.

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte: „Aufgrund der letzten Jahre kann es niemanden überraschen, dass bei derart spektakulären Straftaten auch immer wieder Spuren nach Berlin und zu bereits bekannten Protagonisten führen. Die Sprösslinge besagter Familie haben mehrfach bewiesen, dass sie zu kriminellen Handlungen fähig sind und sich auch von Verurteilungen nicht wirklich abschrecken lassen. Letztlich muss der eingeschlagene Weg, Gesetzesübertretungen konsequent zu verfolgen und Vermögen zu beschlagnahmen, weitergehen.“