Razzia in Berlin und Brandenburg
: 200 Beamte vollstrecken Haftbefehle gegen Schleuser

UPDATE 12.35 Uhr: In Berlin und Brandenburg gab es eine Großrazzia gegen Schleuser. Dabei wurden drei Personen festgenommen. Die Beamten haben währenddessen Rauschgift und Waffen sicherstellen können.
Von
Janine Reinschmidt,
Dennis Lloyd Brätsch
Berlin
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In Berlin-Lichtenberg wurde ein 30-jähriger Mann festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, in mehreren Fällen illegal Personen nach Deutschland gebracht zu haben.

Dennis Lloyd Brätsch

Die Bundespolizei hat in Berlin–Lichtenberg einen 30–jährigen Schleuser festgenommen, zwei weitere Haftbefehle wurden in Brandenburg, Luckenwalde (Landkreis Teltow–Fläming) und Dallgow–Döberitz (Havellandkreis) vollstreckt. Damit gehen die Einsatzkräfte gegen eine internationale Schleuserbande vor.

Die Bande soll bereits in mehreren Fällen, Personen über die serbisch–ungarische Grenze nach Deutschland gebracht haben. Laut Polizeimeldungen setzt sich die mutmaßliche Bande aus deutschen, polnischen, serbischen und syrischen Staatsangehörigen im Alter von 20 bis 43 Jahren zusammen. Des Weiteren wurden in den Durchsuchungen unter anderem Rauschgift, Waffen und gefährliche Gegenstände sichergestellt. Eine größere Menge an Bargeld wurde ebenfalls gefunden.

Schleuser wollen mit dem Transport Geld verdienen

Nach Angaben von Polizeisprecher Jens Schobranski konnte die Polizei bereits zwischen April und Juni dieses Jahres vier Fälle ermitteln, in denen 60 geschleuste Personen, vorwiegend syrischer Staatsbürgerschaft, illegal nach Deutschland gebracht wurden. In einem Fall floh der Hauptbeschuldigte vor einem Polizeiwagen in Höhe Bautzen und verunfallte daraufhin in der Spree in Taubenheim.

Eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) stürmte um 6 Uhr eine Wohnung im Lichtenberger Ortsteil Hohenschönhausen.

Dennis Lloyd Brätsch

Die geschleusten Personen würden meistens in überfüllten Autos oder auf Ladeflächen von Kleinbussen, beziehungsweise von Kleintransportern mitgenommen werden. Für die Etappe von Ungarn nach Deutschland werde bis zu 1100 Euro gezahlt. Ziel der Schleuserbande sei es demnach, damit Geld zu verdienen — je mehr Personen geschleust werden, desto größer der Profit für die Schleuser.

Die Großrazzia am Dienstagmorgen sei ein erster wichtiger Schritt. „Das ist ein Schlag gegen die Schleuserkriminalität. Aber wir wissen auch aus unserer Erfahrung, dass es viele andere Schleusergruppen gibt, die das gleiche Geschäftsmodell haben“, erklärt der Polizeisprecher.

Mehr als 200 Beamte von Bundes- und Landespolizei sind im Einsatz.

Dennis Lloyd Brätsch

Insgesamt sind an neun Orten in Berlin, Brandenburg und Sachsen–Anhalt Durchsuchungsbeschlüsse durchgeführt worden. Unter anderem auch in Ortrand (Oberspreewald–Lausitz), Berlin–Reinickendorf und Neukölln. Neben 140 Einsatzkräften der Bundespolizei, waren auch 80 Einsatzkräfte der Polizei Brandenburg an den Maßnahmen beteiligt.

Die Auswertung und Analyse der Beweismittel in diesem Verfahrenskomplex hat nach Abschluss der Durchsuchungen am heutigen Vormittag begonnen und dauert an.