Razzia: 29-Jähriger soll sich islamistischer Terrorgruppe angeschlossen haben

Ermittler des Landeskriminalamtes haben eine Wohnung in Berlin-Neukölln durchsucht. Anlass war der Verdacht, dass eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet wird, erklärte ein Sprecher der Polizei.
Sven Kaeuler/dpa- Ermittler des Landeskriminalamtes Berlin durchsuchten eine Wohnung in Neukölln.
- Verdacht: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.
- Islamismus-Ermittler vor Ort, die Abteilung 8 ist zuständig.
- Keine Angaben zu Festnahmen oder weiteren Details.
- Staatsanwaltschaft kündigte weitere Informationen für den Nachmittag an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Planten Islamisten einen Anschlag in Berlin? Ermittler des Berliner Landeskriminalamtes und Spezialeinsatzkräfte haben am Dienstagmorgen (15. April) eine Wohnung in der Neuköllner Sonnenallee durchsucht. Es gehe um den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, teilte die Polizei mit.
Zu möglichen Festnahmen äußerte sich der Behördensprecher zunächst nicht. Im Laufe des Nachmittags teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, dass ein 29-Jähriger festgenommen worden sei. Er soll im Laufe des Tages einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.
29-Jähriger soll sich „Hizb Allah“ angeschlossen haben
„Der Beschuldigte deutscher Staatsangehörigkeit ist verdächtig, zwischen November 2023 und Mai 2024 beschlossen zu haben, sich nach dem Angriff der Hamas auf den Staat Israel am 7. Oktober 2023 auf Seiten der militanten islamistischen Hizb Allah an dem Konflikt zu beteiligen“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Die Hizb Allah, auch Hisbollah oder Hezbollah geschrieben, wird in Deutschland als Terrororganisation eingestuft
Die Hisbollah (arabisch für „Partei Gottes“) ist eine schiitisch-islamistische Miliz und politische Organisation mit Ursprung im Libanon. Sie wurde in den 1980er-Jahren während des libanesischen Bürgerkriegs mit Unterstützung des Iran gegründet. Ihr erklärtes Ziel war zunächst der Widerstand gegen die israelische Besatzung im Südlibanon.
Heute ist die Hisbollah ein mächtiger Akteur im Libanon, sowohl militärisch als auch politisch. Sie verfügt über einen eigenen bewaffneten Flügel und ist gleichzeitig im libanesischen Parlament vertreten. International wird sie unterschiedlich eingestuft: Während einige Länder, darunter die USA und Deutschland, die gesamte Organisation als Terrorgruppe betrachten, unterscheiden andere zwischen ihrem militärischen und politischen Arm. In Deutschland ist die Organisation seit April 2020 verboten.
Nach den Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden soll der 29-Jährige Ende 2023 in den Libanon ausgereist sein, um sich von der dort aktiven und von ihm unterstützten Hizb Allah an Schuss- und Kriegswaffen ausbilden zu lassen. Ziel der Ausbildung sei es gewesen, Gewalttaten wie Mord, Totschlag, erpresserischen Menschenraub und Geiselnahmen zur Vernichtung des Staates Israel ausführen zu können, so ein Sprecher der Staatanwaltschaft. Die Ausbildung soll den Ermittlungen zufolge im ersten Halbjahr 2024 stattgefunden haben.
Islamismus-Ermittler bei Razzia in Berlin-Neukölln
Bei der Razzia in Neukölln waren auch Ermittler der Abteilung 8 des Landeskriminalamtes Berlin vor Ort. Die Abteilung 8 ist nach Angaben der Polizei für die Verhinderung und Bekämpfung politisch motivierter Straftaten im Phänomenbereich Islamismus zuständig. Dazu gehört auch der islamistische Terrorismus und dessen Unterstützung.
Die Maßnahmen in der Sonnenallee seien inzwischen abgeschlossen, teilte die Polizei mit. Die Durchsuchung führte zum Auffinden von Mobiltelefonen, die nun im Laufe der weiterhin andauernden Ermittlungen ausgewertet werden.

