Auf dem Puffer einer Regionalbahn-Lok wollte ein Mann vom brandenburgischen Werder (Havel) nach Berlin reisen. „Er war vorher schon in dem Zug mitgefahren, am Bahnhof Werder ohne sein Gepäck ausgestiegen, um frische Luft zu schnappen - und dann schlossen sich die Türen“, sagte ein Sprecher der Berliner Bundespolizei am Mittwochabend. Da der Triebfahrzeugführer des RE1 den 54-Jährigen zunächst nicht erkennen konnte, sei der Zug gegen 17.15 Uhr losgefahren.
Dann habe sich der Passagier aufgerichtet, der Triebfahrzeugführer habe ihn gesehen und gebremst. Der Zug sei außerhalb des Bahnhofs zum Stehen gekommen. „Der Mann hat sich dann zwischen der Lok und dem ersten Wagen vor dem Triebfahrzeugführer versteckt“, sagte der Bundespolizeisprecher. Bundespolizisten hätten ihn schließlich in Gewahrsam genommen.
Der Zug fuhr rückwärts wieder in den Bahnhof Werder (Havel) zurück - mitsamt der rund 600 Fahrgäste. Diese mussten in nachfolgende Züge umsteigen, wie die Bundespolizei Berlin am Mittwochabend per Twitter mitteilte. „Der Triebfahrzeugführer konnte nach dem Vorfall nicht mehr weiterfahren“, sagte der Sprecher. Der Einsatz der Bundespolizei endete gegen 19.00 Uhr.
Gegen den 54-Jährigen wird nach der lebensgefährlichen Aktion wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Er blieb den Angaben zufolge unverletzt. Von Werder nach Berlin ist der Regionalzug rund eine halbe Stunde unterwegs.