Regionale Produkte: Viele Erdbeeren, wenig Spargel

Ein Eimer mit Erdbeeren: Für Brandenburg wird eine gute Ernte der roten Früchte vorausgesagt.
Christophe Gateau/dpaIn diesem Jahr wird insgesamt eine gute Erdbeerernte erwartet. 2800 Tonnen der süßen roten Früchte sollen insgesamt vom Feld geholt sein, wenn die Saison dem Ende zugeht. Noch können ein Drittel der Brandenburger Betriebe weiterhin Erdbeeren ernten. 2018 waren es laut Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg 2322 Tonnen, die bei den Verbrauchern und in der Verarbeitung landeten.
Mit der anvisierten Erntemenge wird eine Steigerung von rund sechs Prozent gegenüber 2018 erreicht werden. Eine bessere Erdbeerernte war nicht möglich, da die Produzenten in dieser Saison mit teils schwierigen klimatischen Bedingungen zu kämpfen hatten. Hierzu zählen Spätfröste in der Blüte, Niederschlagsarmut im Frühjahr und das „Verkochen“ der Früchte auf dem Feld in Folge extremer Hitze.
Im Freiland erfolgte die Erdbeerproduktion auf 360 Hektar. Dies sind mehr als 90 Prozent der gesamten Brandenburger Erdbeerfläche. Der Ertrag auf dem Feld liegt nach Informationen der Brandenburger Erdbeeranbauer aktuell bei 70 Dezitonnen je Hektar und entspricht damit dem sechsjährigen Durchschnitt. Bei Erdbeeren unter begehbaren Schutzabdeckungen wird von einem Ertrag von 127 Dezitonnen ausgegangen. Das wären zehn Prozent mehr als 2018.
Dem Edelgemüse fehlte Wasser
Beim Spargel, dem ebenfalls für Brandenburg typischem Edelgemüse, sieht die Bilanz nicht ganz so gut aus. Im Frühjahr 2019 wurden rund 20 200 Tonnen Spargel gestochen. Damit beträgt die Erntemenge, wie das Statistikamt mitteilt, rund 3000 Tonnen weniger als das Rekordergebnis von 2018. Trotzdem liegt das diesjährige Ergebnis noch sieben Prozent über dem sechsjährigen Durchschnitt. Laut Aussagen vieler Produzenten litt der Spargel vor allem unter dem Wasserdefizit des regenarmen Vorjahres und den diesjährig unterdurchschnittlichen Niederschlägen der Monate Februar und April.
Der Ertrag von 54 Dezitonnen je Hektar entspricht einem Rückgang um etwa sechs Prozent gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt. Im Rekordjahr 2018 wurden sogar fast 60 Dezitonnen je Hektar geerntet. In diesem Frühjahr wurde auf mehr als 3700 Hektar Spargel gestochen. Weitere 800 Hektar entfallen auf Spargel, der noch nicht geerntet wird. Gegenüber dem Vorjahr verkleinerte sich die Ertragsfläche um vier Prozent, liegt aber immer noch 14 Prozent über dem sechsjährigen Durchschnitt. Das Hauptanbaugebiet für Spargel ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark. Hier befinden sich knapp 70 Prozent der Ertragsflächen. 65 Prozent dieses edlen Gemüses konnten 2019 in dieser Region gestochen werden.
Während die Spargelsaison für dieses Jahr beendet ist, konzentrieren sich Brandenburgs Bauern derzeit auf die Getreideernte. Gegenwärtig werden Roggen, Weizen und Raps gedroschen, die Gerste ist bereits eingefahren. Dabei zeigt sich das Bundesland zweigeteilt. Im Süden klagt man über hohe Ernteausfälle, im Norden hoffen die Bauern auf eine durchschnittliche Getreideernte.
Erste Ergebnisse liegen bereits vor. Landesweit ist bei Wintergerste eine Ernte mit 53,7 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) und somit elf Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt eingefahren worden. Die Spanne reicht dabei von 66,8 dt/ha in der Uckermark bis 43,1 dt/ha in Oberspreewald-Lausitz. Auch bei Weizen und Roggen sind solche enormen Unterschiede aufgrund der unterschiedlichen Regenmengen zwischen Norden und Süden unseres Landes zu erwarten.
Verkleinerte Anbauflächen, unterschiedliche Erträge
Erdbeeren:Die Freilandfläche zum Anbau der süßen Früchte ist erstmals seit 2013 kleiner als 400 Hektar. Insgesamt 71 Betriebe pflücken die Sammelnussfrucht im Freiland. 13 Betriebe produzieren Erdbeeren unter sogenannten hohen begehbaren Schutzabdeckungen auf einer Fläche von 20 Hektar. Gegenüber 2018 verkleinerten sich beide Flächenarten um jeweils 20 Prozent.
Spargel: 2019 wurde im Land Brandenburg auf mehr als 3700 Hektar Spargel gestochen. Weitere 800 Hektar entfallen auf den noch nicht im Ertrag stehenden Spargel. Gegenüber dem Vorjahr verkleinerte sich die Ertragsfläche um vier Prozent, liegt aber immer noch 14 Prozent über dem sechsjährigen Durchschnitt.
Getreide: Im Norden Brandenburgs sind durchschnittliche Erntemengen über denen von 2018 zu erwarten. Allerdings zeichnet sich beim Winterraps mit unter 25 Dezitonnen pro Hektar in allen Regionen ein Druschergebnis auf dem Niveau des schlechten Vorjahres ab.⇥red