Richtfest am Terminal 2: Endlich Feierlaune beim BER
Dafür herrscht nebenan fröhliches Treiben. Im T2 — dem Terminal, der im kommenden Jahr zusammen mit dem Hauptterminal und den Anlagen des alten Schönefeld–Flughafens den BER bilden soll. Aber erst einmal ist Richtfest am T2. In der zweiten Etage des Rohbaus steht Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup auf rohem Beton und wirkt höchst zufrieden. Bauarbeiter sitzen an Holztischen und trinken Bier. Anzugträger schlürfen Kaffee an Stehtischen, und der Richtkranz baumelt an einem Kran.
„Mit dem Richtfest, so sagt man, haben wir die Hälfte des Weges zurückgelegt“, meint Lütke Daldrup. Ein Satz, der auf dem BER merkwürdig klingt. Fakt ist, das Terminal wurde sehr schnell gebaut. Von der Idee im Sommer 2017 vergingen seither nur knapp zwei Jahre. Er kenne „kein öffentliches Gebäude in Berlin und Brandenburg“, das so schnell geplant, genehmigt und gebaut wurde. Allerdings werden die Gesamtkosten von 100 auf vermutlich 200 Millionen Euro steigen.
Das sei trotzdem nur „ein Betrag in niedriger dreistelliger Millionenhöhe“. Der relativ niedrige Preis und die kurze Bauzeit hängen damit zusammen, dass die künftige Abfertigungshalle sehr funktional und einfach gehalten ist. „Es ist keine Kathedrale des Verkehrs“, betont Lütke–Daldrup. Die hätte man ja schon mit dem Hauptterminal.
Der Terminal 2 wird für die Abfertigung von mindestens sechs Millionen Passagieren im Jahr gebraucht. „Das ist mehr als alle anderen ostdeutschen Flughäfen abfertigen.“ Wenn man den alten Flughafen Schönfeld dabei nicht mitzählt. Dieser Flughafen wird auch nach dem Oktober 2020 noch zehn Jahre in Betrieb bleiben und etwa zehn Millionen Passagiere jährlich durchschleusen. Insgesamt werden es beim BER dann 40 Millionen Fluggäste sein. Wenn alles klappt.
Finale Prüfung am Terminal 1
Beim Hauptterminal ist man sich bei der Flughafengesellschaft sicher. Anders als 2012 sei technisch alles geprüft. Intern. Nun ist der TÜV–Rheinland an der Reihe. Seit Montag ist er mit der „finalen Prüfung“ beschäftigt. Für Lütke–Daldrup „ein ganz zentraler Meilenstein“. Wenn klar ist, dass die einzelnen technischen Anlagen auch im Katastrophenfall zusammen funktionieren, drohen dem Eröffnungstermin vergleichsweise geringe Gefahren.
Trotzdem kann man auch bei diesem Richtfest die Zweifel nicht völlig verdrängen. Die meisten Anwesenden erinnern sich an all die Versprechen, zuversichtlichen Prognosen und Irrtümer, die es bisher gegeben hatte. „Wir haben Jahre gebraucht, die Baukatastrophe in Ordnung zu bringen“, sagt der Flughafenchef. Und was spricht dagegen, dass sich ähnliche Katastrophen beim neuen Terminal nicht wieder ereignen?
Kurt Zech, Chef des Generalauftragnehmers ZECH–Group, nimmt Wetten an, dass dieses Mal alles klappt. Die Medien fordert er auf, „dass die Berichterstattung so langsam mal ins Positive dreht“. Architekt Christoph M. Achammer wünscht sich von der „Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bauleute, dass wir uns noch mehr auf das Bauen konzentrieren können, zu Lasten des Schreibens von Papieren“.
Engelbert Lütke Daldrup ist hinsichtlich des Terminals 2 vorsichtig. „Sicherheit werden wir erst in einem Jahr haben.“ Aber, man habe es mit einer Technik zu tun, die deutlich einfacher ist als die im Hauptterminal.

