Russland
: Protestcamp für Freilassung von Nawalny am Brandenburger Tor in Berlin

Für die Freilassung des Kremlgegners Alexej Nawalny protestieren Aktivisten seit Samstagnachmittag, 10. April, mit Zelten am Brandenburger Tor in Berlin.
Von
dpa
Berlin
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Fotos mit russischen Oppositionellen stehen unweit des Brandenburger Tores an der Straße des 17. Juni in Berlin. Dort hat der in Gründung befindliche Verein "UnKremlin" und die junge russische Gruppe "Perestroj_card" ein Zeltlager errichtet. Mit der Aktion protestieren die Aktivisten gegen Kremlchef Putin. Die Veranstalter fordern unter anderem die Freilassung des Oppositionsführers Nawalny, der zu Straflagerhaft verurteilt wurde.

Paul Zinken/dpa

Für die Freilassung des Kremlgegners Alexej Nawalny protestieren Aktivisten seit Samstagnachmittag mit Zelten am Brandenburger Tor. Das „Demokratie–Camp“ soll einen Monat lang bestehen bleiben — Veranstalter ist der sich noch in Gründung befindliche Verein Unkremlin. Gefordert werde nicht nur die Freilassung Nawalnys, sondern aller politischer Gefangener in Russland, hieß es. Die Teilnehmerzahl liege im unteren zweistelligen Bereich, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Reden von russischen Oppositionellen

Auf Plakaten wurden Slogans gezeigt wie „Stop Putins Terror — Demokratie–Camp“, „Kein Geschäft mit Nord–Stream“ und „Keine Lizenz für den Sender RT“. Viele Spaziergänger am Brandenburger Tor blieben laut einem dpa–Reporter stehen und schauten sich die Forderungen an. Für die kommenden Tage wurden Reden von russischen Oppositionellen vor Ort angekündigt, darunter Olga Romanowa. Am Samstagnachmittag lagen der Polizei zunächst keine Störungen an dem Camp vor.

Alexej Nawalny war im Februar in einem viel kritisierten Prozess zur Verbüßung einer früher verhängten mehrjährigen Straflagerhaft verurteilt worden und ist im Hungerstreik. In den vergangenen Tagen hatte Nawalny eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes in der Haft beklagt. Im vergangenen Sommer hatte er nur knapp einen Anschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt.