S-Bahn in Berlin und Brandenburg
: Weichen für 10-Minuten-Takt der S1 nach Oranienburg sind gestellt

Die S-Bahn ins Umland nach Brandenburg soll öfter fahren, die Kapazitäten in Berlin müssen erweitert werden. Berlin und Brandenburg beteiligen sich mit Landesmitteln an den Kosten des Netzausbaus.
Von
Sabine Rakitin
Berlin
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Fahrgäste steigen in den Zug der S3 nach Erkner, der in Ostkreuz Ostkreuz hält. Auf der Strecke Ostkreuz–Erkner ist eine Kapazitätserweiterung geplant.

Maurizio Gambarini/dpa

Die Länder Berlin und Brandenburg haben eine Finanzierungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn für weitere Teilmaßnahmen zur Weiterentwicklung und Engpassbeseitigung im Berliner S-Bahnnetz unterzeichnet. Für die sechs Teilmaßnahmen stehen rund 80 Millionen Euro Landesmittel zur Verfügung. Zusammen mit der ersten und zweiten Tranche fördern die Länder die kommenden Projektplanungen im S-Bahnnetz nun mit insgesamt 147 Millionen Euro.

Der Netzausbau für mehr Verbindungen und Kapazitätserhöhungen ist zentraler Bestandteil des Infrastrukturprojektes i2030, in dem sich die Länder Berlin und Brandenburg, die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammengeschlossen haben. Für die gesamte Hauptstadtregion sollen damit mehr und bessere Schienenverbindungen geschaffen werden.

80 Millionen Euro von Berlin und Brandenburg für sechs Teilmaßnahmen

Rund 35 infrastrukturelle Vorhaben gehören zum i2030-Maßnahmenpaket „Weiterentwicklung und Engpassbeseitigung im Berliner S-Bahnnetz“. Sie sind zur Bestellung zusätzlicher Verkehrsleistungen, zur Verbesserung der Betriebsqualität und für die Ausweitung des 10-Minuten-Takts erforderlich.

In dieser dritten Tranche wurden jetzt weitere sechs Teilmaßnahmen ergänzt. Durch neue Weichenverbindungen und zusätzliche Leit- und Sicherungstechnik können mehr Züge im vorhandenen Netz unterwegs sein. Kapazitätserweiterungen sind auf dem Ost- und dem Südring, am Nordkreuz sowie zwischen Ostkreuz und Erkner geplant. Weitere Schwerpunkte sind der Streckenausbau zur Ermöglichung eines 10-Minuten-Taktes auf der S1 zwischen Frohnau und Oranienburg und die Untersuchung der Erweiterung der Abstellanlage für S-Bahnzüge in Ahrensfelde.

Brandenburger Umlandgemeinden profitieren von Taktverdichtung

„Die dritte Finanzierungstranche schafft die Grundlagen für mehr Flexibilität und eine erhöhte Kapazität für die wichtigsten Strecken in und um Berlin. So kann die S-Bahn perspektivisch auch auf bestehenden Außenstrecken alle 10 Minuten fahren und damit noch mehr Fahrgäste transportieren“, stellte Berlins Verkehrssenatorin Dr. Manja Schreiner, am Donnerstag (6. Juli) fest. Ihr Amtskollege aus Brandenburg, Guido Beermann, freute sich: „Nach den ersten beiden Tranchen mit der S5 nach Strausberg und S2 nach Bernau, schaffen wir nun die Voraussetzungen für den 10-Minutentakt auch nach Oranienburg. Davon profitieren die Brandenburger Gemeinden im Umland, insbesondere die vielen Menschen, die zwischen Berlin und Brandenburg pendeln.“

Reaktion auf wachsende Engpässe im innerstädtischen Bereich

Als „wichtige Schritte, damit die Mobilitätswende in der Hauptstadtregion gelingt“, bezeichnete Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, das Projekt i2030. Und Ute Bonde, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), zeigte sich überzeugt, dass mit dem Paket aus insgesamt 35 Maßnahmen schon heute wichtige Weichen für eine zukunftsfeste Berliner S-Bahn gestellt werden. „Einerseits werden Projekte geplant, die auf wachsende Engpässe im innerstädtischen Bereich reagieren und in den kommenden Jahren mehr Platz für die Fahrgäste schaffen. Anderseits, und nicht weniger wichtig, werden auch die Außenäste betrachtet, um den steigenden Zahlen der ÖPNV-Pendler noch attraktivere Angebote anzubieten, vor allem mehr 10-Minuten-Takte.“

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