Schüsse in Berlin-Marzahn
: Mann mit Waffe beschossen – acht Polizisten bei SEK-Einsatz verletzt

Update 25.01. 12.25 Uhr: In Berlin-Marzahn sind Einsatzkräfte eines Spezialeinsatzkommandos an einer Obdachlosenunterkunft im Einsatz. Mittlerweile ist klar: Es wurden mehr Beamte verletzt, als zuerst angenommen.
Von
Dennis Lloyd Brätsch
Berlin
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In Berlin-Marzahn sind Einsatzkräfte der Polizei mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften an einer Obdachlosenunterkunft im Einsatz.

Dennis Lloyd Brätsch

In einer Obdachlosenunterkunft in Berlin-Marzahn ist am Mittwochnachmittag eine Person verletzt worden. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften in die Otto-Rosenberg-Straße ausgerückt. Schwer bewaffnete Beamte einer Einsatzhundertschaft haben das Gebiet weiträumig gesperrt.

Ein 58-jähriger Mann war vor Ort durch einen Notarzt und Rettungskräfte behandelt worden. Er wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Der Mann ist, seinen eigenen Angaben zufolge, unvermittelt mit einer Waffe beschossen worden und erlitt dabei mehrere Verletzungen an Hals und Kopf.

SEK überwältigt Mann in seiner Wohnung

„Da nicht auszuschließen war, dass der 43-jährige, noch im Zimmer verbliebene Bewohner, mit einer scharfen Waffe geschossen hatte, wurden neben Hundertschaftskräften auch Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes hinzugezogen“, so ein Sprecher der Polizei Berlin.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot an.

Dennis Lloyd Brätsch

Die Spezialeinsatzkräfte verschafften sich Zugang zu dem Zimmer des Tatverdächtigen und konnten diesen überwältigen. „Bei dem Mann fanden sie die mutmaßliche Tatwaffe, eine Druckgaspistole, und beschlagnahmten diese als Beweismittel“, erklärt der Sprecher.

Elite-Polizisten eines Spezialeinsatzkommandos stürmten die Wohnung des Mannes.

Dennis Lloyd Brätsch

Zeugen berichten von Schreckschusswaffe

Der tatverdächtige Mann wurde durch Rettungskräfte vor Ort behandelt. Eine freiwillig durchgeführte Atemalkoholkontrolle bei dem 43-Jährigen ergab einen Wert von etwa 2,2 Promille. Er kam in einen Polizeigewahrsam. Dort wurde ihm auf Anordnung eines Richters Blut entnommen.

Der Tatverdächtige wurde am Abend in seiner Wohnung festgenommen.

Dennis Lloyd Brätsch

Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen wurde der Mann entlassen. Kriminalisten der Polizeidirektion 3 haben vor Ort noch die Ermittlungen zu einer gefährlichen Körperverletzung aufgenommen.

Der Mann wurde durch Rettungskräfte versorgt und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Dennis Lloyd Brätsch

Acht Polizisten bei Einsatz verletzt

Während des Einsatzes der Elite-Polizisten des Spezialeinsatzkommandos sollen mindestens acht Polizeibeamte verletzt worden sein. Laut dem Sprecher der Polizei Berlin habe ein sogenannter Irritationskörper ungeplant umgesetzt. „Den bisherigen Ermittlungen zufolge setzte das Einsatzmittel, das einen lauten Knall und Blitz erzeugt, zu früh um“, so der Sprecher.

Die acht verletzten Polizisten erlitten Knalltraumen und zwei von ihnen zusätzlich Augenverletzungen. Drei Einsatzkräfte mussten vom Dienst abtreten. Die weiteren Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt führt die Kriminalpolizei der Direktion 3.

Der Einsatz der Polizei und der Spezialkräfte dauerte bis in die Abendstunden an. Die Otto-Rosenberg-Straße und ein Gebäude des Wohnheims waren deshalb für rund vier Stunden gesperrt. Bewohner mussten in dieser Zeit draußen ausharren.