Die Corona-Pandemie „scheint die Gewalt gegen Frauen zu verschärfen“, sagte Frauenministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) anlässlich des internationalen Aktionstages „One Billion Rising““ („Eine Milliarde erhebt sich“) am Sonntag.
„Gemeinsam mit dem Bund werden wir darum in den kommenden Jahren Schutzräume und Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder im Land ausbauen.“

2856 Anzeigen häuslicher Gewalt in Brandenburg

Nach Angaben des Innenministeriums wurden in Brandenburg zwischen dem 28. Februar und dem 23. September 2020 insgesamt 2856 Anzeigen häuslicher Gewalt erfasst. Das waren 24,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nonnemacher appellierte an Frauen, die zuhause Gewalt erleiden: „Häusliche Gewalt ist kein Grund, sich zu schämen. Holt Euch Hilfe!“ Die Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg sagte in einer Mitteilung, Gewalttaten gegen Frauen müssten konsequent benannt und verurteilt werden.

Zu wenig Plätze in Frauenhäusern in Brandenburg

Brandenburg hat gemessen an den Vorgaben der Istanbul Konvention zu wenig Plätze in Frauenhäusern für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Nach dem Übereinkommen muss auf 10.000 Einwohner ein Familienzimmer bereitgestellt werden - die Hälfte der Plätze fehlt aber bisher. Die „Märkische Allgemeine“ berichtete am Samstag in Kooperation mit dem Recherche-Netzwerk Correctiv.Lokal von 125 Zimmern für Frauen und Kinder in Not in Brandenburg, 126 fehlten.