Skifahren in Polen 2024
: Von Brandenburg ins Riesengebirge – Zugverbindungen und Preise

Aus Brandenburg oder Berlin in die Berge zum Skifahren? Nichts liegt näher als das Isergebirge und das Riesengebirge in Polen. Mit der Bahn ist es immer besser erreichbar.
Von
Nancy Waldmann
Frankfurt (Oder) / Świeradów Zdrój
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  • Auf dem deutsch-tschechischen Freundschaftsweg im Riesengebirge Skifahren. Aus Brandenburg und Berlin gibt es gute Bahnverbindungen.

    Auf dem deutsch-tschechischen Freundschaftsweg im Riesengebirge Skifahren. Aus Brandenburg und Berlin gibt es gute Bahnverbindungen.

    Nancy Waldmann
  • Ausblick im Riesengebirge nahe Karpacz in Polen

    Ausblick im Riesengebirge nahe Karpacz in Polen

    Nancy Waldmann
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Vom märkischen Flachland oder aus der Lausitz in die Berge? Nichts liegt näher als das Isergebirge und Riesengebirge. Das sind die westlichsten und zu Deutschland nächstgelegenen Gebirge der Sudeten, die sich beidseits der Grenze zwischen Polen und Tschechien erstrecken. Gut 300 Kilometer und nur vier einhalb Zugstunden und man steht am Fuß der Schneekoppe (pl. Śnieżka, tschech. Sněžka, 1603 Meter) oder dem Reifträger (Szrenica, 1362 Meter).

In diesem Jahr lockt die Gegend schon seit Ende November mit Schnee – und mit einer neuen Zugverbindung in den Kur- und Skiort Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg), der „Hauptstadt“ des Isergebirges. Zu bieten hat der Ort unter anderem ein historisches Kurhaus, ein kleines Ski-Areal, einen Skywalk, vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich tolle Wanderwege. Nur die Zuganbindung fehlte bisher.

Ski-Ort Świeradów Zdrój in Polen jetzt an Görlitz angebunden

Nun wurde der alte Bahnhof Świeradów Zdrój saniert und ein 17 Kilometer langes, seit den 1990er-Jahren stillgelegtes Gleis erneuert. Das Gleis führt zum Bahnhof Gryfów Śląskie, wo es seit Anfang Dezember wieder an die Bahnstrecke nach Görlitz anschließt, die noch auf ihre Sanierung wartet. Entsprechend langsam tuckert der Dieseltriebwagen. Aber er fährt.

Frühe Vögel können zum Beispiel ab Frankfurt (Oder) um 6.36 Uhr mit dem Regionalexpress Richtung Cottbus starten und erreichen mit zwei Umstiegen – in Cottbus und Görlitz – schon um kurz vor 11 Uhr Świeradów Zdrój mit seinem Hausberg, dem Heufuder (Stóg Izerski, 1105 Meter). Die Verbindung gibt es alle zwei Stunden. Aus Berlin startet man um 6.23 Uhr oder 8.23 Uhr über Cottbus und braucht insgesamt gut viereinhalb Stunden ins Isergebirge. Wer ein Deutschlandticket hat, zahlt lediglich 22 Złoty (gut 5 Euro) für den Streckenabschnitt in Polen. Ohne Deutschlandticket oder Ermäßigung muss man bis Görlitz mit 27 Euro (ab Cottbus) bis 47 Euro (ab Berlin oder Frankfurt) rechnen.

Langlauf und Abfahrtpisten sind präpariert

Wer den ersten Zug nimmt, hat noch den ganzen Tag zum Wandern oder aktuell auch zum Skifahren vor sich. Präpariert sind Abfahrt- und Langlaufpisten (Live-Kamera). Wer nicht selbst hochlaufen kann oder will, kann bis 16 Uhr die Gondelbahn nach oben nehmen. Seit dem 23. Dezember hat nach Angaben des Betreibers Skisun der Schlepplift geöffnet. Trotz zeitweise intensiver Schneefälle wird hier wie in benachbarten Skigebieten allerdings auch mit Schneekanonen nachgeholfen. Am Wochenende hat in Świeradów Zdrój eine Rodelbahn geöffnet.

Auf den Kämmen des Iser- und des benachbarten Riesengebirges finden sich traditionsreiche Bergbauden zum Einkehren – und meist auch zum Übernachten. Die bekannteste ist vielleicht die zu einem Vier-Sterne-Hotel ausgebaute tschechische Spindlerbaude. Auf polnischer Seite gehören die Bauden (z.B. „Samotnia“ oder „Odrodzenie“) häufig zu PTTK, dem polnischen Touristik- und Heimatkunde-Verband, und haben sehr moderate Preise. Auf tschechischer Seite sind sie in der Regel privat betrieben. In Świeradów Zdrój verkehren Busse in tschechische Orte in der Nähe.

Spektakuläre Bahnstrecke nach Harrachov in Tschechien

König der Sudeten ist das Riesengebirge (pl. Karkonosze) mit gleich mehreren Tausendern. Szklarska Poręba (Schreiberhau) und Karpacz (Krummhübel) sind die wichtigsten Zentren des Riesengebirges in Polen. Szklarska Poręba am Fuß des Szrenica-Berges und dem spektakulären Zackelfall, dem höchsten Wasserfall der Sudeten, hat gleich mehrere Bahnhöfe. Man erreicht den Ort aus Brandenburg ebenfalls mit dem Zug über Görlitz, mit einem zusätzlichen Umstieg in Jelenia Góra (Hirschberg), in fünfeinhalb Stunden.

Von Szklarska Poręba führt eine aufregende Bahnstrecke durch das Riesengebirge in den eine halbe Stunde entfernten tschechischen Ski-Ort Harrachov. Vier Mal am Tag fährt der Zug.

Szklarska Poręba (Schreiberhau) liegt am Fuß des Bergs Szrenica im polnischen Riesengebirge.

Nancy Waldmann

Ufo-Baude auf Schneekoppe geschlossen - Ski-Gebiet Szrenica wird präpariert

Die „Szrenica Ski Arena„ hat aus technischen und teils aus Witterungsgründen bisher geschlossen. Mehrere Pisten werden aber seit dem ersten Januarwochenende zusätzlich beschneit und präpariert, die technische Abnahme der Seilbahn soll in der zweiten Januarwoche erfolgen, informiert der Betreiber via Facebook.

Vom Szrenica-Berg führt der über rund 20 Kilometer lange Weg der „polnisch-tschechischen Freundschaft“ den Kamm entlang hin zur Schneekoppe, dem mit 1603 Metern höchsten Berg der Sudeten, den sich Tschechien und Polen teilen. Unterwegs finden sich selbst bei unwirtlichem Wetter genügend Bauden, in die man einkehren kann. Eine Seilbahn bringt die, die nicht hochlaufen wollen, aus Karpacz (Krummhübel) bis zur Baude Schlesierhaus Dom Śląski auf 1300 Meter. Von dort ist es noch ein steiler Kilometer bis zum Gipfel mit dem „Ufo“, der berühmten Wetterstation und Baude in Form fliegender Untertassen.

Polnische „Ufo-Baude“ und Wetterstation, erbaut Mitte der 1970er-Jahre, auf der Schneekoppe

Wikimedia Commons, Lowecz, gemeinfrei

Die Architektur-Perle der sozialistischen polnischen Moderne ist seit Jahren wegen Sanierungsmaßnahmen für Besucher geschlossen. Versorgt wird man oben trotzdem, das Bistro auf der tschechischen Berghälfte hat geöffnet. Das Erstaunliche an diesem windigen nackten Gipfel mit dem launigen Wetter: Menschen nahezu jeden Alters quälen sich nach oben, jedenfalls wenn der Weg nicht im Winter wegen Vereisung oder Lawinengefahr gesperrt ist. Es führen aber auch andere ausgeschilderte Wege nach oben. Für Wanderer sind Spikes an den Schuhen im Winter ein Muss.

Karpacz soll in einem Jahr eine Bahnanbindung kriegen

Wer in Karpacz zur Schneekoppe startet, kann direkt am Eingang in den Nationalpark Riesengebirge (Eintritt 8 Złoty pro Tag) die Kirche Wang besichtigen, ein Gotteshaus aus Holz, das man einst in Norwegen nicht mehr haben wollte. Nach Karpacz fährt leider keine Bahn – noch nicht. Im kommenden Jahr soll auch hier der alte Bahnhof wieder von einem Regionalzug angefahren werden, kündigt die Stadt auf ihrer Website an. Solange nimmt man den Zug ab Görlitz bis Jelenia Góra und ab dort einen der Busse nach Karpacz. Der Ort verfügt wie Szklarska Poręba über mehrere Ski-Pisten und Skilifte, auch Langlauftrassen auf den Wanderwegen sowie eine Eishalle.

Im Skigebiet „Karpacz Ski Arena„ sind derzeit einige Pisten sowie Sessel- und Schlepplifte geöffnet (Stand 8. Januar). Aktuelle Informationen und Eindrücke von den Gipfeln findet man auch auf dem Facebookkanal der Karpacz Ski Arena.

Hinweis: Dieser Artikel wurde am 8. Januar 2024 aktualisiert.