SpaceX: Satelliten fliegen am Nachthimmel über Brandenburg und Berlin
Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, zogen die hell leuchtenden Objekte ihre Bahn, meist von West oder Südwest nach Ost. Die Abstände der Flugobjekte zueinander schienen in etwa gleich zu sein. Zwischen 25 und 30 Sekunden dauerte es jeweils, bis die einzelnen Lichtpunkte die Position ihres Vorgängers erreichten. Um die 20 Minuten lang war das Schauspiel jeweils zu sehen, zog ein Objekt nach dem anderen am Firmament entlang. Am Sonnabend war das so, am Sonntag, Montag und Dienstag auch. Am Mittwoch war für eine Nacht Beobachtungspause, am Donnerstagabend aber werden die leuchtenden Punkte wieder gut zu sehen sein.
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Perlenkette aus Satelliten am Himmel zu sehen
Geheimnisvolle Flugobjekte
In sozialen Medien wurde an den vergangenen Tagen vielfältig spekuliert, worum es sich bei den geheimnisvollen Flugobjekten wohl handle. Vermutet wurde zum Beispiel eine lange Reihe von Flugzeugen, die in Richtung Polen unterwegs seien — möglicherweise zu einem Militärmanöver. Auch von Hubschraubern, bewaffneten Drohnen und sogar von Marschflugkörpern auf dem Weg nach Osten war die Rede. Und Verschwörungstheoretiker mutmaßten gar, nachts werde heimlich Desinfektionsmittel gegen das neuartige Coronavirus versprüht.
SpaceX schießt Satelliten ins All
Des Rätsels Lösung findet sich in den USA — genauer bei Multimilliardär Elon Musk. Der Chef des Autokonzerns Tesla führt auch das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Und dieses Unternehmen schießt seit Mai 2019 eigene Kommunikationssatelliten in den Orbit. Insgesamt knapp 12 000 solcher Satelliten will SpaceX im Weltraum platzieren. Diese sollen ein die Erde umspannendes Netz bilden und erst in den USA, später weltweit für preiswertes und schnelles Breitband–Internet sorgen. 420 dieser Satelliten umkreisen bereits die Erde.
Bis zu 60 Satelliten
„Starlink“ heißt dieses Projekt. Immer 60 Satelliten werden mit einer Falcon–9-Rakete ins All gebracht. Für den heutigen Donnerstag ist der nächste Raketenstart geplant. Auf dem Weg zu ihren endgültigen Positionen bewegen sich die Satelliten in langer Reihe durch den Orbit und sind dabei — von der Sonne angestrahlt — sehr gut zu sehen. Mit der Zeit werden die Abstände aber größer und die Umlaufbahnen höher, die Gruppen nicht mehr wahrnehmbar. Da aber immer wieder neue „Starlink“-Satelliten hochgeschossen werden, wiederholt sich das Schauspiel.
Auf einer Internetseite können die genauen Beobachtungszeiten abgerufen werden. Bei uns sind die Satellitenketten wieder am heutigen Donnerstag um 21.36 Uhr und am Sonnabend, 25. April, um 21.12 Uhr zu sehen.



