Mehrere Dutzend Musikerinnen und Musiker haben am Donnerstag zeitweise eine Autobahnbaustelle nahe des Treptower Parks in Berlin besetzt. Nach Auskunft der Initiative „Lebenslaute“ richtete sich die Aktion gegen den Weiterbau der Stadtautobahn A100. Die beteiligten Musiker musizierten, Bauarbeiter hörten zu, die Atmosphäre sei entspannt und friedlich gewesen, sagte ein Sprecher der Initiative. Die Bauarbeiten waren während der Aktion unterbrochen. Nach etwa dreieinhalb Stunden zogen die Demonstranten nach Gesprächen mit der Polizei ab. Die Polizei sprach im Hinblick auf die Besetzung von einer „spontanen Aktion“. Die Verantwortlichen der Baustelle erstatteten laut Polizei Anzeige wegen Landfriedensbruchs.

Blockade auf A103

Für den Nachmittag hat die bundesweit aktive Initiative „Lebenslaute“ zu einer musikalischen Blockade auf der A103 in Friedenau aufgerufen. Unter dem Motto „Musizieren statt betonieren“ sollen ab 16.30 Uhr auf der Fahrbahn nahe der Anschlussstelle Saarstraße in Richtung Innenstadt rund 100 Musiker und Chorsänger gemeinsam klassische und andere Werke zum Besten geben. Die Veranstalter erwarten dazu trotz großer Hitze auch etwa 250 Zuschauer. Im Zuge der Blockade dürfte es nicht nur auf der Autobahn selbst, sondern in einem weiteren Umkreis zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen.
Derzeit ist die A100 zwischen dem Dreieck Neukölln und dem Treptower Park in Bau. Das Bundesverkehrsministerium plant, die Schnellstraße von dort aus in Richtung Lichtenberg zur Storkower Straße zu verlängern. „Lebenslaute“ und andere Initiativen protestieren gegen diese - wie sie sagen - „versteinerte Verkehrspolitik“.