Sport in Berlin: So kann Golf im Winter wirklich Spaß machen

Bei EvoGolf in Berlin kann man seit kurzem Golf an Higtech-Simulatoren mit echten Schlägern und Bällen spielen.
Maria Neuendorff- EvoGolf in Berlin bietet Golfspielen an Hightech-Simulatoren mit echten Schlägern und Bällen.
- Die Anlage ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, Mitglieder können sie rund um die Uhr nutzen.
- 390 Golfplätze weltweit können virtuell simuliert werden, darunter bekannte Turnierplätze wie der Ryder Cup.
- Schnupperstunden mit Trainer kosten 49 Euro, Anfänger lernen Basis-Techniken wie den geraden Abschlag.
- Kooperationen mit Golfclubs ermöglichen Wintertraining indoor bei Rabatt für Clubmitglieder.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die „Heidestraße“ in Berlin klingt zwar nach Wiese, ist aber eher eine Betonwüste am Hauptbahnhof. Neben den neuen Büro- und Apartmenthäusern hat in der neuen Europacity seit Kurzem ein Golfclub angedockt.
Das „EvoGolf“ im ersten Stock einer ehemaligen Industriehalle verspricht Indoor-Sport auf Leinwand, mit echten Schlägern und modernster TrackMan-Technologie. Und tatsächlich sieht man an einem Dienstagabend mehrere Männer mit Golfschlägern vor sechs riesigen Bildschirmen stehen. Die meisten haben ihre eigene Ausrüstung mitgebracht.
„Das ist mein Ausgleich zum Homeoffice“, sagt Sebastian Pietz, der fast täglich hier ist. Der 33-Jährige aus Prenzlauer Berg spielt im Sommer im Golfclub in Pankow oder fährt an den Wochenenden nach Mahlow in Brandenburg.
Golf in Berlin auch nach Sonnenuntergang
Doch wenn er im Winter Feierabend hat, sei immer schon die Sonne untergegangen, erklärt der IT-Experte, der in der Pharmabranche arbeitet. „Man kann zwar bei Kälte Golf spielen, aber nicht mehr bei Dunkelheit“, sagt Pietz, bevor er zum nächsten Schlag ansetzt. Der Ball knallt dabei gegen die Leinwand, die einen saftig grünen Golfplatz mit Hindernissen zeigt, setzt aber nach dem Aufprall virtuell seine Flugbahn ungehindert fort und bleibt auf dem Rasen zwischen einem Sandloch und der nächsten Fahne liegen. „Das war nicht so gut“, sagt Pietz.
Seine Einschätzung wird sogleich von kleinen Monitoren an der Leinwand bestätigt, die die Geschwindigkeit und die Länge des Schlags anzeigen. Auch, wie gut das Eisen des Schlägers den Ball getroffen hat, wird ausgewertet. „So kann man hier fast gezielter trainieren als draußen“, sagt der Mann mit dem weißen Cap auf dem Kopf.
Mit dem Golfen hat der Berliner vor acht Jahren angefangen. Sein Hobby, das schnell zur Leidenschaft wurde, lässt er sich nun auch im Winter einiges kosten. 350 Euro zahlt Pietz monatlich für die VIP-Mitgliedschaft bei EvoGolf.
Golf-Spielen kann man 24/7 in der Indoor-Anlage in Berlin
Dafür können er und die anderen Premium-Mitglieder die Indoor-Anlage 24 Stunden an sieben Tagen die Woche nutzen. Nach 20 Uhr, wenn regulär geschlossen ist, kommt er mit einem Chip in die Räume und kann die Computer anknipsen. Wer eine Cola oder ein Bier aus dem Kühlschrank nimmt, zahlt die Getränke über einen QR-Code.
Das Gerät, an dem Sebastian Pietz heute zu Gange ist, kann 390 Golf-Plätze auf der ganzen Welt simulieren. Am liebsten wählt er Anlagen, auf denen auch der Riders Cup ausgetragen wird, das wichtigste Golf-Turnier der Welt, zu vergleichen mit einer Fußball-WM.

Robin Stegemann ist der Gründer von EvoGolf an der Heidestraße in Berlin. Die Indoor-Golfanlage ist täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet.
Maria NeuendorffDabei seien die US-amerikanischen Golfplätze „schneller“ zu spielen als die meisten europäischen. Das liege unter anderem an der Art, wie der Rasen gewalzt wird, erklärt der Golf-Enthusiast. Auch den Luftwiderstand könne man über die Bildschirme berechnen und einstellen.
Die moderne Technik mit Kameras und KI sorgt dafür, dass selbst Golf-Trainer die Indoor-Anlage nutzen, um ihre Schüler zu trainieren. Anfänger können einfach eine Schnupper-Stunde für 49 Euro buchen. Dann bekommen sie einen Profi an die Seite gestellt, der Schläger und Techniken erklärt.
Golf-Schnupperstunde mit Trainer
„Als Erstes muss man darauf achten, dass man den Schläger richtig hält“, sagt Oliver Bittis. Er selbst spielt seit 30 Jahren, hat einen C-Trainer-Schein und ist außerdem Berater des US-Golfausrüsters Callaway, deren Eisen in einem kleinen Lager zum Test bereitstehen.
In der „Schnupperstunde“ geht es aber nur um den geraden Abschlag und das Einlochen. „Ein bisschen mehr in die Knie gehen, dabei aber trotzdem locker bleiben“, rät Bittis.
Den richtigen Schwung beim Abschlag zu finden und den Ball so gerade zu treffen, dass er seinem Ziel so nahe wie möglich kommt, ist gar nicht so einfach, merkt der Laie. Doch mit den präzisen Anweisungen von Bittis geht es schnell voran.
„Die Leute denken oft, es kommt beim Schlag auf die Kraft an, aber das ist reine Technik“, sagt 53-jährige Trainer. So könnten beim Golf Jung und Alt, Männer und Frauen, Profi und Laie miteinander spielen. Und dabei sogar zu Mittag essen. 30 Minuten Golfen, Lunch und einen Drink gibt es von montags bis freitags von 11:30 Uhr bis 14.30 Uhr für knapp 30 Euro.
Besucher können aber auch Zehner-Karten kaufen, an Turnieren teilnehmen oder die Platzreife erwerben. Diese benötigt man, um auf den meisten Golfplätzen spielen zu dürfen. Trainieren dafür können die Anwärter zwar indoor, aber die Prüfung muss nach den Regularien des Deutschen Golf Verbands (DGV) draußen abgelegt werden.
Kooperation mit Golfclub in Bad Saarow
EvoGolf kooperiert deshalb mit Golfclubs in Bad Saarow, Prenden und der Stolper Heide, die wiederum ihren Mitgliedern Rabatt-Besuche in der Berliner Anlage für die Winterüberbrückung anbieten.
Indoor-Golf-Plätze gibt es in der Hauptstadt schon länger. Im Internet sind mehr als eine Handvoll ähnliche Angebote zu finden. Doch im coolen Ambiente in der Heidestraße soll das Golfen etwas von seinem elitären Image verlieren und niederschwelliger werden.

Sebastian Pietz spielt seit acht Jahren Golf und trainiert im Winter im neuen Indoor-Klub in Berlin. Als Mitglied kann er die Anlage auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen.
Maria Neuendorff„Unsere Zielgruppe sind Menschen von 27 bis 45 Jahren“, sagt Gründer Robin Stegemann. 50 Prozent des Umsatzes würden jedoch durch Weihnachts- und Firmenfeiern gemacht. Die ersten Erfahrungen sammelten Stegemann und seine Mitstreiter im vergangenen Winter an der Kurfürstenstraße in Berlin-Schöneberg. „Nun, in der zweiten Saison haben wir uns in der Größe verdoppelt.“
Der neue Standort, der im Oktober an der Heidestraße 46 eröffnet hat, ziehe auch Spontan-Besucher an, berichtet Trainer Oliver Bittis. „Manche Leute gehen vom Hauptbahnhof zum Dönerladen und landen dann plötzlich bei uns.“
Golf am Hightech-Simulator in Berlin erleben
Wer sicher gehen will, ob ein Platz an den Hightech-Golf-Simulatoren frei ist, kann das über eine App sehen, über die auch reserviert werden kann. „Als Mitglied kann ich kostenlos meine Freundin mitnehmen“, erzählt Sebastian Pietz. Sie sei zwar Anfängerin, aber anders als beim Tennis, könne man auch gut miteinander spielen, wenn man unterschiedliche Niveaus hat, betont er. „Das ist das Schöne am Golf.“


