Start-up Berlin-Spandau
: „Höhle der Löwen“ als Sprungbrett – Unternehmer (19) berichtet

Im Alter von 16 Jahren suchte Aaron Holzhäuer in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ nach Investoren. Drei Jahre später führt er ein Unternehmen in Berlin-Spandau.
Von
Jessica Neumayer
Spandau
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Aaron Holzhäuer Gründer von Lab2

Der 19 Jahre junge Unternehmer Aaron Holzhäuer aus Berlin-Spandau fand es schon immer spannender, Produkte zu entwickeln anstatt zu verkaufen. Mit dem Startkapital aus „Die Höhle der Löwen“ ebnete er den Weg zur ersten eigenen Firma.

Finn Holzhäuer

Als Aaron Holzhäuer im TV-Format „Die Höhle der Löwen“ seine Erfindung vorstellte und letztlich den Zuschlag von mehreren Investoren bekam, war er gerade mal 16 Jahre alt. Drei Jahre später leitet er seine eigene Firma in Berlin-Spandau. Der junge Mann blickt zurück und spricht über seine Pläne.

Seit mittlerweile zehn Jahren stellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ihre Ideen oder Geschäftsmodelle vor. Immer in der Hoffnung, die Jury zu begeistern. Holzhäuer konnte mit seiner Erfindung sowohl Carsten Maschmeyer als auch das Investoren-Duo Ralf Dümmel und Georg Kofler überzeugen. Für 30 Prozent der Anteile investierten sie in seine BeeMyBox – einen abschließbaren Safe fürs Fahrrad.

Aaron Holzhäuer – dank Startkapital zur eigenen Firma

Mit einem Startkapital im niedrigen sechsstelligem Bereich gehört die Erfindung neben der ArtNight, dem Duschbrocken und dem 3 Bear Porridge zu den erfolgreichsten Projekten, die in der Sendung vorgestellt wurden. „Damit konnte der gesamte Marktstart finanziert werden“, sagt Holzhäuer.

Inzwischen wurden die Investoren schon ausgezahlt und das Patent für den Fahrradsafe pausiert. Holzhäuer hat größere Visionen, die vorerst all seine Kapazitäten binden. „Ich hatte eigentlich nicht vor, ein Unternehmen zu gründen. Es war eher eine glückliche Reihe von gute gelaufenen Ereignissen“, sagt der Gründer von Lab2.

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Aaron Holzhäuer überzeugte mit 16 Jahren die Jury von Die Höhle der Löwen. Carsten Maschmeyer und Investoren-Duo Ralf Dümmel und Georg Kofler waren sofort bereit, in die BeeMyBox – einen Safe fürs Fahrrad – zu investieren.

RTL Bernd-Michael Maurer

Eigentlich war sein Plan, nach der Schule in einem Unternehmen anzufangen. Einen Ferienjob beim Fraunhofer-Institut hatte er auch schon in der Tasche. „Das wurde dann durch die Corona-Pandemie leider abgesagt.“

Jetzt hat der 19-Jährige ein Team aus acht Personen um sich. Was mit dem Produkt für ein Fahrrad begann, wurde zu einer Full-Service-Agentur zur Herstellung physischer Produkte. „Ich wollte schon immer lieber Produkte entwickeln und nicht verkaufen“, sagt Holzhäuer.

Aaron Holzhäuer, Lab2, Degussa

Aaron Holzhäuer (rechts) und sein Kollege Max Willmann (2.v.l.) präsentieren Christian Rauch (l.), CEO der Degussa Goldhandel GmbH, das neueste Produkt von Lab2. Mit der Degussa Goldcard ist es möglich, Gold einfach bei sich zu tragen.

Lab2 / Aaron Holzhäuer

In einem Büro nahe der Spandauer Altstadt mit Blick aufs Wasser bietet seine Firma „Lab2." von der Ideenfindung über die Entwicklung eines Prototyps bis zur Produktion alles aus einer Hand an. „Wir schauen gerade, dass wir mehr Personal bekommen“, sagt der junge Unternehmer.

Das bietet das Unternehmen Lab2. in Berlin-Spandau außerdem

Aktuell haben Holzhäuer und sein Team ein Produkt mit Christian Rauch, CEO der Degussa Goldhandel GmbH, entwickelt. „Die Degussa Gold Card bietet die Möglichkeit, Gold im Kreditkartenformat bei sich zu tragen.“

Neben dem Projekt mit dem 2,1-Milliarden-Umsatz-Unternehmen entwickelt Holzhäuer in seinem Labor auch eigene Produkte. „Ich finde es immer eigenartig, wenn Agenturen sagen, dass sie in etwas gut sind und es dann selber nicht machen.“

Deshalb will „Lab2." auch mit eigenen Produkten von der Qualität ihrer Arbeit überzeugen. Ihre neue Erfindung wird „slap. Wallet“ heißen und ein innovativer Kreditkartenhalter sein. Bald startet die Serienproduktion. Einzelheiten dürfen jedoch noch nicht verraten werden. „Wir stecken noch in der Patentanmeldung“, sagt Holzhäuer.

Innovative Ideen aus dem Alltag entwickeln

Ideen für seine Erfindungen bekommt der Spandauer direkt aus dem Alltag. „Wenn mich etwas nervt, schaffe ich mir eigene Lösungen.“ Das habe er auch schon als Kind gemacht. In der Werkstatt im Keller seines Elternhauses hat er schon mit fünf Jahren eigene Autos und Boote geschreinert. Als er älter war, habe er kurzzeitig im heimischen Garten sogar Schwerter geschmiedet. „Damit musste ich aber aufhören. Das war den Nachbarn zu laut.“

Später habe er verschiedene Automaten und Roboter entwickelt, „mit Display, Rückgeld, Kühlung und sämtlichen Extras“, berichtet Holzhäuer. Sogar einen Greifautomaten, wie er auf Jahrmärkten steht, habe er mal gebaut. Letztendlich konnte er die Apparate jedoch nie irgendwo aufstellen. „Die Automaten haben sich nie rentiert.“ Dafür waren sie aber auch gar nicht gedacht.

Übers Programmieren von Apps kam er dann schließlich zum 3D-Drucker, zu seiner ersten Erfindung und nun zum eigenen Team. „Man wird so herein gezwungen und lernt aus seinen Fehlern“, sagt er ehrlich über die Verantwortung, die er jetzt trägt.

Als Unternehmer weiß er, dass Fehlschläge dazu gehören. Bereuen tut er nichts. „Ich bin zu 100 Prozent happy mit meinen Entscheidungen“, sagt er selbstbewusst. Und so wird er auch zukünftig mit seinem Team zusammensitzen und brainstormen, manchmal mehrere Stunden, denn er weiß: 99 Prozent der Ideen verwirft man wieder, aber es ist immer diese eine Idee dabei, die richtig gut ist.