Stellenabbau bei DHL: Dauert Post-Versand von Brief und Paket künftig länger?

Immer mehr Pakete, dafür weniger Briefe im Umlauf: Das Geschäft der DHL ändert sich zunehmend. Die Deutsche Post will daher Stellen abbauen, allerdings nicht betriebsbedingt kündigen.
Rolf Vennenbernd, dpa- DHL baut 8000 Stellen bei der Deutschen Post ab, betroffen sind Brief- und Paketgeschäft.
- In Brandenburg bleibt das DHL- und Post-Filialnetz unangetastet.
- Der Stellenabbau ist sozialverträglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen.
- Ab 2025 längere Zustellzeiten für Briefe wegen Reform des Postgesetzes.
- 95% der Briefe sollen am übernächsten Werktag ankommen, Prio-Briefe sind schneller.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war eine kurze Achterbahn mit Steilfahrt nach unten: Anfang März verhandelte Ver.di für die Postangestellten eine Lohnerhöhung um insgesamt fünf Prozent in zwei Etappen. Nur zwei Tage später kündigte die Deutsche Post DHL Group, 8000 Stellen im Brief- und Paketgeschäft abbauen zu wollen – etwa vier Prozent der 187.000 Gesamtstellen. Werden Briefe und Päckchen in Brandenburg künftig länger unterwegs sein? Womöglich zu einem teureren Preis?
Wie und wo in Deutschland Stellen abgebaut werden und wie stark Brandenburg betroffen sein wird, dazu könne der Konzern noch keine verlässlichen Informationen übermitteln, heißt es auf Nachfrage. Sicher ist man sich aber, dass die DHL-Filialen bestehen bleiben: „Der angekündigte sozialverträgliche Stellenabbau wird keinerlei Auswirkungen auf unser Post-Filialnetz haben“, erklärt Pressesprecherin Anke Blenn in einer schriftlichen Antwort.
Sozialverträglich heißt: Nach Kündigung oder dem Eintritt in den Ruhestand werden die freigewordenen Stellen nicht mehr nachbesetzt. Mit betriebsbedingten Kündigungen sollen Paket- und Briefzusteller und andere Mitarbeiter in diesem Bereich nicht rechnen müssen
DHL- und Post-Filialnetz in Brandenburg bleibt unangetastet
Seit 30 Jahren kooperiert die Post in einem Partner-Modell mit örtlichem Einzelhandel, Gewerbe oder der Postbank, wo von Brief-Frankierung bis Einschreiben alle Postdienstleistungen zusätzlich angeboten werden. Laut Sprecherin gibt es davon mittlerweile 440 Standorte in Brandenburg. Hinzu kämen 270 DHL-Paketshops – für das Abschicken oder Retournieren bereits frankierter Pakete sowie dem Kauf von Brief- und Paketmarken. Außerdem gebe es in Brandenburg noch 360 Pack- und Poststationen, in denen rund um die Uhr Pakete abgegeben und angenommen werden können.
Der Stellenabbau hänge auch mit einem beschleunigten Rückgang der klassischen Briefe zusammen: „Es werden immer weniger Briefe verschickt, dafür nimmt das Paketaufkommen seit Jahren deutlich zu“, so Blenn. Der Personalbestand im Post-Betrieb werde regelmäßig an die tatsächlich verschickten Brief- und Paketmengen angepasst.
Briefe brauchen künftig länger
Worauf sich alle Kunden künftig einstellen müssen, sind längere Zustellzeiten seitens der Post. Das hängt jedoch nicht mit dem geplanten Stellenabbau zusammen, sondern mit einer Reform des Postgesetzes. Seit Januar 2025 muss die Post nicht mehr 80 Prozent der eingeworfenen Briefe am darauffolgenden Werktag zustellen. Stattdessen sollen 95 Prozent am übernächsten Werktag die Post im Briefkasten landen. Am vierten darauffolgenden Werktag müssen es 99 Prozent sein.
Wer sein Schriftstück garantiert am nächsten Tag beim Empfänger wissen will, muss einen Prio-Brief verschicken und ein entsprechend teureres Porto zahlen. „Die Brieflaufzeiten haben sich seit Jahresbeginn nicht schlagartig geändert, sondern es gibt einen graduellen Übergang“, erläutert Pressesprecherin Blenn. Man strebe trotzdem an, die Versanddauer möglichst gering zu halten.

