Stiftung Preußische Schlösser: Cecilienhof, der Ort wo die Welt neu geordnet wurde

Ort des Potsdamer Abkommens: das Potsdamer Schloss Cecilienhof
Ralf Hirschberger/dpaDie drei Siegermächte verhandelten nach dem Zweiten Weltkrieg dort nicht nur über die Grenzziehungen in Europa, sondern trafen Entscheidungen, die weit in den asiatischen und pazifischen Raum hineinreichten. Die drei Staats– und Regierungschefs, Winston Churchill (später sein Nachfolger Clement Attlee), Joseph Stalin und Harry S. Truman suchten nach Lösungen für Palästina und bereiteten die Gründung der UNO vor. Der amerikanische Präsident erteilte von Potsdam aus den Befehl zum Abwurf der ersten Atombomben über Japan.
Das alles soll auf 1000 Quadratmetern in 22 Räumen erlebbar werden, erklärte Matthias Simmich, Kurator der Ausstellung, am Montag im Rahmen der Jahrespresskonferenz der Stiftung. Ziel sei es zu zeigen, wie Vertreibung und Flucht in Folge neuer Grenzziehungen bis heute nachwirken. Darüber hinaus soll der Tagungsort so authentisch erlebbar sein wie möglich: mit den Papieren und Aschenbechern auf dem Konferenztisch, mit audiovisuellen Erklärungen zu den Teilnehmern, mit Geräuschkulissen und dem Film, wie Churchill im Ehrenhof von Cecilienhof vorfährt. Nur auf den Zigarren– und Zigarettenrauch muss aus konservatorischen Gründen verzichtet werden.
Das zweite Großvorhaben der Stiftung findet im Schloss Charlottenburg statt. Im September öffnet dort eine neue Dauerausstellung. Sie stellt Friedrich II. als Bauherren in den Mittelpunkt. In 16 weitgehend original erhaltenen Räumen wird auch das problematische Verhältnis des Monarchen zu seinen Künstlern thematisiert. Da die ursprünglichen Möbel nicht mehr vorhanden sind, werden rund 40 Objekte gezeigt, die für das Potsdamer Stadtschloss gefertigt wurden.
Gartendirektor Michael Rohde zeigte sich am Montag erfreut, dass nach jahrelangen Debatten die Eigentümer der Stiftung, Brandenburg, Berlin und der Bund, bereit sind, jährlich 3,5 Millionen Euro für neue Gärtner zu zahlen. Zusammen mit der einen Million, die die Stadt Potsdam seit 2014 bereitstellt, können 40 Stellen für die Gartenpflege geschaffen werden. Laut Rohde gibt es dann in den Parks erstmals seit 1945 wieder eine angemessene stabile Situation.
