Rund um den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg wird es am Mittwoch deutlich ruhiger als sonst: Aufgrund eines Warnstreiks wird an diesem Tag voraussichtlich kein Passagierflug abheben oder dort landen. Weil die Tarifverhandlungen für die Bodenverkehrsdienste, die Flughafengesellschaft und die Luftsicherheit aus Sicht von Verdi nicht entscheidend vorankommen, will die Gewerkschaft nun ihre Stärke zeigen. Von den Tarifverhandlungen betroffen sind rund 6000 Beschäftigten - und am Mittwoch nun auch etwa 35 000 Passagiere.
„Die Flughafengesellschaft muss in dieser Situation davon ausgehen, dass an diesem Tag keine regulären Passagierflüge am BER stattfinden können und hat in diesem Sinne auch alle Partner am Flughafen über den angekündigten Warnstreik informiert“, hieß es von der Flughafengesellschaft am Montag, eine Stunde nach der Warnstreik-Ankündigung von Verdi. Vorgesehen waren demnach rund 300 Starts und Landungen.
Doch die von den Tarifverhandlungen betroffenen Beschäftigten arbeiten an zu zentralen Stellen, um den Flugbetrieb regulär aufrechtzuerhalten. Die Bodenverkehrsdienste sind für die Betankung der Flugzeuge zuständig, ebenso für das Be- und Entladen der Flieger, für den Check-in der Passagiere. Bei der Flughafengesellschaft ist die Verkehrsleitung angestellt, die Flughafensicherheit - und auch das Personal der Feuerwehr.

6000 Beschäftigte von Tarifverhandlung betroffen

Verdi fordert für die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste und der Flughafengesellschaft 500 Euro mehr im Monat bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite fordert laut Verdi sowohl bei den Bodenverkehrsdiensten als auch der Flughafengesellschaft vor allem längere Vertragslaufzeiten. Bei der Flughafengesellschaft angestellt sind neben der Verwaltung auch Feuerwehrleute, die Flughafensicherheit und die Verkehrsleitung. Laut Verdi sind 6000 Beschäftigte von den Tarifverhandlungen betroffen.
In der zweiten Verhandlungsrunde habe die Arbeitgeberseite drei Prozent mehr ab 1. Juni und weitere 2 Prozent mehr ab 1. Mai 2024 vorgeschlagen, das alles bei einer Laufzeit bis Ende 2024. Außerdem wurde demnach eine Inflationsausgleichsprämie von 2000 Euro angeboten, die durch die Entlastungspakete der Bundesregierung steuerfrei ausfallen würde. „Dieses Angebot ist nach einhelliger Auffassung der Tarifkommission in der Struktur, Höhe und Laufzeit nicht akzeptabel, unzureichend und enttäuschend“, teilte Verdi mit.
Für die Beschäftigten der Luftsicherheit wird der Gewerkschaft zufolge bundesweit verhandelt, in sieben Verhandlungsrunden habe es „faktisch keinerlei Fortschritt“ gegeben. „Hier gibt es bis heute kein Signal der Arbeitgeber, überhaupt eine Lösung finden zu wollen“, teilte die Gewerkschaft mit. Verhandelt wird demnach über eine „Erhöhung der Zeitzuschläge für Nacht-, Sonntags-, Feiertags- und Samstagsarbeit sowie eine bessere tarifliche Regelung zur Entlohnung von Mehrarbeit“.
Der Warnstreik am Mittwoch beginnt nach Verdi-Angaben mit Beginn der Frühschicht und endet am späten Abend. „Die Streikenden versammeln sich ab 8.00 Uhr vor dem Terminalgebäude auf dem Willy-Brandt-Platz, dort wird in der Zeit von 10.00 Uhr bis circa 11.30 Uhr eine Kundgebung abgehalten.“ Die Gewerkschaft rechnet mit bis zu 1500 Teilnehmern.
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