Streik bei Kaufland: Womit müssen Kunden beim Einkaufen rechnen?

Verdi-Streik bei Kaufland: Kunden müssen möglicherweise mit Einschränkungen rechnen.
Bernd Weißbrod/dpa- Verdi ruft zu Warnstreiks bei Kaufland auf – Kunden könnten Einschränkungen spüren.
- Betroffen sind laut Verdi Beschäftigte in mehr als 100 Filialen, Standorte bleiben offen.
- Kaufland betreibt über 790 Filialen in Deutschland; mehr als 92.000 Mitarbeitende arbeiten dort.
- Hintergrund ist der Tarifkonflikt: Verdi fordert 7 % mehr Lohn, mindestens 225 Euro.
- Arbeitgeber boten u. a. ab November 2 % und später 1,5 % an; Verdi lehnt das ab.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer am Donnerstag bei Kaufland einkaufen möchte, muss womöglich mit Einschränkungen rechnen: Denn die Gewerkschaft Verdi nimmt bei einem erneuten Warnstreik die Handelskette ins Visier. Bundesweit seien unter anderem die Beschäftigten von mehr als 100 Filialen zum Ausstand aufgerufen, teilte Verdi mit. Deutschlandweit betreibt Kaufland nach eigenen Angaben mehr als 790 Filialen. Dort arbeiten demnach über 92.000 Menschen.
Kaufland gehört – wie der Discounter Lidl – zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe. „Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland“, teilte Verdi-Vorstandsmitglied Silke Zimmer mit. Seine Beschäftigten hätten sein Milliardenvermögen durch ihren Fleiß mit erarbeitet. Aber ihr eigener Lohn reiche oftmals nicht bis zum Monatsende.
Wie stark Kunden die Arbeitsniederlegung zu spüren bekommen werden, war zunächst offen. Ebenso nicht bekannt war, welche konkreten Filialen bestreikt werden. Normalerweise haben Ausstände im Handel keine größeren Auswirkungen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bei früheren Streikwellen erklärt, keine spürbaren Auswirkungen für Kunden zu erwarten.
Grund für den Streik bei Kaufland: Streit um Lohn und Laufzeit
Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Erst in der vergangenen Woche wurde beispielsweise die Möbelhauskette Ikea bestreikt.
Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben zuletzt in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent – bei einer zweijährigen Laufzeit. Verdi lehnte dies ab.
Nach Angaben der Gewerkschaft sitzen Kaufland-Vertreter bei den regionalen Tarifverhandlungen mit an den Verhandlungstischen. Damit habe Kaufland ein großes Gewicht in den Arbeitgeberkommissionen und sei für das bisherige inakzeptable Angebot der Arbeitgeber mit Nullmonaten und Reallohnverlusten mitverantwortlich.
Kaufland-Streik: Folgen für Millionen Beschäftigte
Im Handel arbeiten laut Gewerkschaft hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025.
Die nächsten Verhandlungstermine sind für diesen Freitag angesetzt: für den Einzelhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie für den Groß- und Außenhandel in Baden-Württemberg.
