Weil trotz der Corona-Pandemie viele Angebote der Brandenburger Hochschulen und Studentenwerke nach wie vor genutzt werden können, gibt es bei den Semestergebühren keinen Nachlass. „Viele der gesetzlich verankerten Aufgaben erledigen die Studentenwerke auch während der Pandemie vollumfänglich“, sagte der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Eric Mülling, der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte etwa für das Betreiben der Wohnanlagen oder Beratungsangebote. Zudem seien in der Pandemie neue Aufgaben hinzugekommen - etwa die Unterstützung notleidender Studenten über Bundes- und Landeshilfen, die von den Studentenwerken administriert würden.

„Der größte Teil entfällt auf das Semesterticket“

Die Semestergebühren setzen sich laut Mülling aus den Immatrikulations- und Rückmeldegebühren der Hochschule, dem Beitrag für die verfasste Studierendenschaft, dem Semesterticket und dem Studentenwerksbeitrag zusammen. „Der größte Teil entfällt hierbei auf das Semesterticket“, sagte Mülling. Das kostet an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) für das aktuelle Sommersemester 185,03 Euro und ermöglicht etwa die freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Berlin und Brandenburg. Die Immatrikulations- und Rückmeldegebühren betragen dort 51 Euro.
„Der Studienbetrieb wird an der BTU unter den Corona-Auflagen aufrecht erhalten“, sagte Hochschulsprecherin Marita Müller. Dazu gehöre auch, dass Studienausweise ausgegeben werden und Studierende sich ihren aktualisierten Semesterbeleg selbst ausdrucken können. Insgesamt belaufen sich alle Beiträge auf 321,03 Euro. Eine Reduzierung sei nur ausnahmsweise möglich, etwa im Krankheitsfall. „Das Semesterticket ist solidarfinanziert und nur dadurch, dass alle sich beteiligen, kann es zu so günstigen Konditionen angeboten werden“, sagte die BTU-Sprecherin.

Sechs Mensen in Frankfurt, Cottbus, Senftenberg und Eberswalde

Auf das Studentenwerk Frankfurt (Oder) entfallen dabei 70 Euro. Mit dem Geld betreibt es unter anderem sechs Mensen in Frankfurt, Cottbus, Senftenberg und Eberswalde. „Aktuell haben wir in drei Mensen einen Essen-to-go-Service“, sagte Studentenwerksprecher Andreas Gaber. Ab 13. April solle es an allen Standorten dann dieses Angebot geben. Wegen der Pandemie gebe man nur etwa ein Fünftel der Essen aus als in normalen Zeiten. Bis zu 20 Prozent des vom Studentenwerk angebotenen Wohnraums stehe derzeit leer. „Gleichzeitig geht die Arbeit aber weiter, zum Glück bekommen wir Überbrückungshilfe vom Bund.“
Auch das Land Brandenburg unterstützt die Studentenwerke, indem es ihnen die coronabedingten Umsatzverluste bei den Verpflegungseinrichtungen und Wohnheimen mit Mitteln aus dem Corona-Rettungsschirm kompensiert. Zudem stockt es das Kurzarbeitergeld der Beschäftigten auf 100 Prozent auf, wie Mülling mitteilte. Um die Hochschulen bei der Umstellung von Präsenz- auf Online-Lehre zu unterstützen, habe das Land zudem ein Sofortprogramm für digitale Hochschullehre in Brandenburg in Höhe von vier Millionen Euro gestartet.

Notfallhilfen des Bundes und Härtefallfonds der Studentenwerke

Durch die pandemiebedingte Verlängerung der Regelstudienzeit verlängert sich laut dem Ministeriumssprecher auch die Förderhöchstdauer beim Bafög. Nachgeordnet zu den Notfallhilfen des Bundes habe das Land außerdem im vergangenen Jahr die beiden Härtefallfonds der Studentenwerke um 500.000 Euro aufgestockt. „Studierende konnten hierüber bis Jahresende 2020 eine nicht zurückzuzahlende Einmalhilfe von 300 Euro erhalten“, sagte Mülling.
Aus dem Studentenwerksbeitrag von 50 Euro finanziert das Studentenwerk Potsdam diese Darlehenskasse für solche Fälle mit, wie Sprecherin Josephine Kujau erklärte. „Auch während des vorwiegenden Onlinebetriebs an den Hochschulen erbringen wir diese Leistungen“, sagte sie. Die Studierendenwohnheime seien weiterhin gefragt, Beratungen würden telefonisch oder via E-Mail stattfinden. Derzeit seien die Potsdamer Mensen am Neuen Palais und in Golm geöffnet. „Zusätzlich entwickeln wir provisorische Verpflegungskonzepte“, sagte Kujau. Es sei etwa eine Durchreiche von Mittagessen aus dem Wohnheim heraus organisiert worden.
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