Tanken in Polen: Dieselpreis auf historischem Rekordwert

Preise für Benzin und Diesel in Słubice, Polen.
Nancy Waldmann- Diesel in Polen erreicht Rekordwerte – zeitweise über neun Złoty pro Liter in Słubice.
- Orlen drückt Großhandelspreise erneut; der Konzern senkt die Marge laut Minister Balczun.
- Preisabstand schrumpft: In Słubice 8,99 Złoty, bei Orlen 8,89 Złoty; Frankfurt (Oder) teurer.
- Benzin bleibt in Polen günstiger: 95er kostet umgerechnet 1,70 bis 1,75 Euro.
- In Warschau wächst Druck auf Maßnahmen: Debatte über Steuern, Übergewinne und Reserven.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Preise für Benzin und Diesel steigen trotz Marktinterventionen durch den halbstaatlichen Energiekonzern Orlen auch in Polen. Anfang der Woche überschritten die Preise an den Tankstellen zeitweise Rekordwerte: Ein Liter Diesel kostete mehr als neun Złoty (2,11 Euro) - bis vor Kurzem war das noch undenkbar. Der bisher höchste verzeichnete Dieselpreis lag im Jahr 2022 nach Beginn des russischen Krieges in der Ukraine bei acht Złoty.
Am Mittwoch (25.3.) kratzte der Preis mit 8,99 Złoty bei Aral in Słubice immer noch an der Neun-Złoty-Marke. 8,99 Złoty - das sind nach aktuellem Umrechnungskurs 2,10 Euro. Preisdrücker Orlen lag mit 8,89 Złoty (2,08 Euro) leicht unter den anderen Słubicer Tankstellen in der Innenstadt. Zwei Wochen zuvor war der Liter Diesel hier 28 Cent billiger, der Liter Benzin kostetet 15 Cent weniger.
Damit schmilzt die Ersparnis gegenüber Treibstoff aus deutschen Zapfsäulen. In Frankfurt (Oder) kostete am Mittwochvormittag (25.3.) der Liter Diesel bei Aral 2,35 Euro. Wer nach Słubice fährt, spart also 25 Cent. Zuvor waren es über 30 Cent.
Orlen senkt Preise im Großhandel zum dritten Mal
Beim Benzin ist der Preisunterschied zu Polen immer noch höher - rund 40 Cent. Für einen Liter 95er Benzin zahlt man in Słubice aktuell umgerechnet 1,70 bis 1,75 Euro, in Frankfurt (Oder) 2,13 Euro (Aral). Vor zwei bis drei Wochen sparte man noch 50 oder gar 60 Cent je Liter.
In Polen nimmt die Debatte um weitere staatliche Maßnahmen zur Preispolitik Fahrt auf. Der halbstaatliche Konzern Orlen senkte am Dienstag (24.3.) zum dritten Mal in knapp drei Wochen die Großhandelspreise für die wichtigsten Treibstoffe. Orlen reduziere die Gewinnspanne so weit wie möglich, sodass man dem Unternehmen nicht schade, erklärte Polens Minister für Staatsvermögen, Wojciech Balczun, im Fernsehsender Polsat. Alle weiteren Instrumente der Preisgestaltung würden beim Staat liegen, wie eine mögliche Senkung der Verbrauchs- oder der Mehrwertsteuer, so Balczun. Er brachte auch ein Gesetz zu Übergewinnen ins Gespräch.
Polen hat strategische Ölreserven noch nicht freigegeben
Für Steuersenkungen gibt es durchaus Sympathien im politischen Warschau. Nicht nur die rechte Opposition der PiS fordert das. „Es geht nicht darum, aus dem Staatshaushalt beim Sprit draufzulegen, sondern nur darum auf die wachsenden Steuereinnahmen zu verzichten. Hohe Preise sind hohe Steuereinnahmen“, schreibt Wadim Tyszkiewicz, Parlamentsabgeordneter aus der Wojewodschaft Lubuskie, auf Facebook. Die Situation fange an, „bedrohlich“ zu werden, die hohen Benzinpreise trieben die Inflation an, das gelte es abzuwenden, so der parteilose Abgeordnete.
Der Anteil der Verbrauchssteuer am Literpreis für den Endverbraucher beträgt in Polen 24 Prozent bei Benzin und 17 Prozent bei Diesel. Dazu kommt die Mehrwertsteuer, die bei beiden Treibstoffarten bei 19 Prozent liegt.
Der höhere Dieselpreis ergibt sich aus höheren Herstellungs- und Einkaufspreisen für Diesel, die bei 55 Prozent (Benzin: 44 Prozent) des Literpreises liegen. Im polnischen Regierungslager soll es laut Medienberichten auch eine Gruppe geben, die die Freigabe der strategischen Reserven befürwortet, um den Markt zu entspannen. Polen hat - anders als Deutschland - seine strategischen Ölreserven seit Beginn des Nahostkrieges bisher nicht angetastet.


