Teilweise Unwetterwarnung: Wo in Brandenburg vor Hochwasser gewarnt wird

Dauerregen kommt: Herbstliches Schmuddelwetter erwartet die Menschen am Wochenende in Brandenburg. Besucher des Schloss Sanssouci genießen im Bild trotz Regens den Ausblick auf die St. Nikolaikirche in Potsdam.
Georg-Friedrich Moritz/dpaAuf ein herbstlich kühles Wochenende mit Regen und wolkenverhangenem Himmel müssen sich die Menschen in Brandenburg vorbereiten.
Dabei spielt auch Dauerregen eine Rolle. Welche Teile des Landes die Niederschläge am meisten betreffen, wo es bereits Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes gibt und welche Temperaturen zu erwarten sind.
Übersicht:
- So wird das Wetter in Brandenburg am Wochenende
- Erste Hochwasserwarnung für Brandenburg, hier warnt der DWD vor Unwetter
- Hochwasserwarnung für die Oder
- Sperrungen in Spremberg wegen drohenden Hochwassers
- Behörden in Polen erwarten Extremregen und Hochwasser
- Guben sperrt die Neiße-Terrassen
So wird das Wetter in Brandenburg
Mit vielen Wolken und stellenweise Regen im Osten und Süden Brandenburgs setzt sich das Herbstwetter am Samstag (14.09.) fort, auch wenn die Temperaturen langsam wieder etwas steigen. Bei höchstens 17 Grad heitert es sogar gelegentlich auf. Es weht ein teilweise frischer Nordwest- bis Nordwind mit einzelnen Windböen. Der Himmel zeigt sich auch am Sonntag (15.09.) größtenteils stark bewölkt. Bei bis zu 18 Grad regnet es gebietsweise.
Erste Hochwasser- sowie Unwetterwarnung für Brandenburg
Die aktuelle Vb-Wetterlage (sprich: „Fünf-B-Wetterlage“), die sich im Moment vom Mittelmeer aus in Richtung Polen und Tschechien schiebt und dabei jede Menge Niederschläge mitbringt, betrifft aller Voraussicht nach eher den Südosten Deutschlands sowie Teile Sachsens. Allerdings warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) aktuell auch vor Dauerregen in Teilen Brandenburgs.
Die Warnung umfasst nahezu den gesamten Landkreis Spree-Neiße, Cottbus, den Landkreis Oberspreewald-Lausitz sowie den Osten des Landkreises Elbe-Elster. Es gilt Warnstufe 2 (markantes Wetter). Erwartet werden laut DWD Niederschlagsmengen um die 30l/qm. Mögliche Gefahren sind Überflutungen von Straßen und Unterführungen. Man sollte das Verhalten im Straßenverkehr den Wetterverhältnissen anpassen und überflutete Abschnitte meiden
Die Karte zeigt die berechneten Regenmengen in den kommenden Tagen:
Die Behörden in Brandenburg bereiten sich schon seit einigen Tagen auf mögliche, hohe Pegelstände der Oder sowie der Neiße vor. Für das Flussgebiet der Lausitzer Neiße gibt es aktuell (Stand: 13.09.2024) bereits eine offizielle Hochwasserwarnung.
Wegen der starken Regenfälle in Polen und Tschechien wappnet sich Brandenburg vor möglichen Überschwemmungen. „Wir bereiten uns landesweit auf eine kritische Lage vor. Dazu gehört, dass Einsatzkräfte informiert und vorbereitet sowie Schwachstellen an den betroffenen Flussabschnitten gesichert werden“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Sonnabend (14. September) in Guben.
Für das Land Brandenburg ergebe sich aus dieser Gemengelage eine potenzielle Hochwassergefahr. „Bleibt es bei den vorhergesagten hohen Niederschlägen, dürfte sich eine Hochwasserwelle am Sonntag zu Montag an der Lausitzer Neiße sowie ab Mitte der nächsten Woche an Oder und Elbe ausbilden“, führte eine Sprecherin des Umweltministeriums aus.
Hochwasserwarnung für die Oder
Der Landkreis Märkisch-Oderland bereitet sich aufgrund der Wetterlage in Polen auf mögliche hohe Pegelstände am Oberlauf der Oder vor. Mittlerweile hat das Hochwassermeldezentrum eine Vorwarnung für die Oder herausgegeben.
Im Hochwasserentstehungsgebiet der Oder in Tschechien und Polen wurden in den letzten 96 Stunden bis zum 13. September um 11 Uhr Niederschlagssummen zwischen 30 und 100 Millimeter gemessen. In den nächsten 48 Stunden werden weitere Regenmengen bis 250 Millimeter erwartet, wobei das Altvatergebirge erneut stark betroffen sein wird. Es ist Hochwasser zu erwarten.
Nach aktuellem Kenntnisstand können an den Pegeln im oberen Grenzoderabschnitt bei Ratzdorf Mitte der kommenden Woche die Richtwerte der Alarmstufe 1 erreicht werden. Höchststände bis in den Bereich der Alarmstufe 3 sind gegen Ende nächster Woche zu erwarten. Das Erreichen der Richtwerte der Alarmstufe 4 ist nicht auszuschließen.
Allerdings: Die Aussagen zu den Höchstständen sind noch mit erheblicher Unsicherheit behaftet und werden am Montag aktualisiert.
Wie der Landkreis Oder-Spree auf die erste Hochwasserwarnung für die Oder reagiert, erfahren Sie hier.
Parallelen zum Oder-Hochwasser 2010
Die prognostizierten Niederschlagsmengen sind nach Angaben des LfU mit denen vom Oder-Hochwasser von 2010 „vergleichbar und könnten zu entsprechend hohen Wasserständen führen“. Damals waren nach tagelangen Regenfällen und heftigen Gewittern im Mai und Anfang Juni 2010 weite Teile des östlichen Mitteleuropas von Hochwasser betroffen.
Trotz der Warnungen sehe man sich im Unterschied zu 2010 in einer besseren Ausgangslage, so der Sprecher. Diese sei wegen einer ausgeprägten Niedrigwasserphase und trockener Böden günstiger. Flüsse könnten einen Teil der Niederschläge aufnehmen. Zudem wurde seitdem der Hochwasserschutz deutlich verstärkt.
Bereiche in Spremberg gesperrt
Im gesamten Einzugsgebiet der Spree wird Dauerregen vorausgesagt, warnt auch die Stadt Spremberg. Für den Bereich der Spree wurde eine Hochwasserwarnung herausgegeben. Beginnend ab Sonnabend (14. September) sei auch im Bereich Spremberg/Grodk mit einem Anstieg des Spreepegels zu rechnen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Spree innerhalb des Stadtgebietes, insbesondere an Brückenunterführungen, über die Ufer treten kann. Vorsorglich wurden diese Bereiche bereits gesperrt, teilt die Stadtverwaltung mit.
In Vorbereitung auf eine mögliche Hochwassersituation werden die unmittelbaren Anwohner der Spree gebeten bereits jetzt Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der eigenen Grundstücke zu treffen und die Lage zu beobachten. Die Stadtverwaltung von Spremberg hat vorsorglich den Krisenstab einberufen.
In den vergangenen 24 Stunden sind bis zum Sonnabend (14. September) im sächsischen Einzugsgebiet der Oberen Spree zwischen 40 und 70 mm Niederschlag gefallen. Nach einer kurzen Beruhigung des Niederschlagsgeschehens sind ab Sonntagmittag (15. September) weitere Niederschläge vorhergesagt, die jedoch nicht so hoch ausfallen werden wie die seit Freitag (13. September) bereits gefallenen Regenmengen. Allerdings treffen diese Niederschläge auf nun erhöhte Bodenfeuchte und Fließgewässer mit bereits erhöhter Wasserführung.

Spree in Spremberg am Freitag (13.9.2024): Der Fluss führt viel Wasser ist aber noch entspannt unterwegs.
Detlef BogottDas Überschreiten des Richtwertes der Alarmstufe I am Pegel Spremberg am Sonnabend kann nicht ausgeschlossen werden. Je nach Menge der ab Sonntag vorhergesagten Niederschläge kann ab Montag (16. September) ein Überschreiten des Richtwertes der Alarmstufe I am Pegel Spremberg ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.
Eine Hochwasserinformation erfolgt im Falle des Ausrufens der Alarmstufe I.
Hochwasserwarnung für die Elbe
Für das obere Einzugsgebiet der Elbe in Tschechien sind Niederschlagsmengen von 150 bis 250 Liter pro Quadratmeter für die kommenden Tage vorhergesagt.
Anhand der vorliegenden Vorhersagen wird am Pegel Mühlberg/Elbe im Laufe des Sonntags (15. September) der Wasserstand von 500 Zentimeter am Pegel überschritten werden. Für den Hochwassermeldepegel Torgau/Elbe wird die Überschreitung der Alarmstufe I am Montag, 16. September, erwartet. Weitere Wasserstandsanstiege bis in den Bereich der Alarmstufe III sind nicht auszuschließen.
Polen kämpft gegen Hochwasser
In Polen bereiten sich die Behörden auf Extremregenfälle, Hochwasser und Überschwemmungen in den kommenden Tagen vor. Erste Dörfer sind bereits evakuiert. Besonders betroffen sind die Regionen Oppeln und Niederschlesien. Aber auch in Krakau gibt es Überschwemmungen. Mehr zur Lage in Polen gibt es hier im Überblick.
Guben sperrt die Neiße-Terrassen
Infolge der erwarteten Niederschläge bereiten sich die Anrainer der Lausitzer Neiße auf einen deutlichen Anstieg des Pegels im Flussgebiet vor. Bei weiterem Ansteigen des Wassers wird mit überfluteten Auenbereichen und flachen Stelle nahe von Flüssen gerechnet. Die Stadt Guben hat vorsorglich bereits die Neiße-Terrassen gesperrt. Bürgermeister Fred Mahro (CDU) sagt, die Ordnungsbehörde und die Feuerwehr sind vorbereitet.
Während auf deutscher Seite eine Hochwasserinformation nur erfolgen soll, wenn die Wasserstände an den Hochwassermeldepegeln die Richtwerte der Alarmstufe I mit weiter steigender Tendenz überschreiten, rechneten die polnischen Nachbarn schon mit einer deutlich ernsteren Lage. An der Neiße seien die Anrainer dazu bereits grenzübergreifend im Austausch, um schnell reagieren und auch warnen zu können.




