Tesla Grünheide: IG Metall unterliegt in Betriebsratswahl

Nach hitzigem Wahlkampf: Das Ergebnis der Betriebsratswahl in der Tesla Gigafactory in Grünheide steht fest. Anders als erhofft, konnte die IG Metall nicht stärkste Kraft werden.
Patrick Pleul/dpa- Tesla-Betriebsratswahl Grünheide: „Giga United“ gewann laut vorläufigem Ergebnis.
- IG Metall wurde zweitstärkste Kraft und verpasste erneut die Mehrheit.
- 24 von 37 Sitzen gingen an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen.
- Knapp 90 % der 10.700 Mitarbeitenden nahmen teil; Gremium hat nun 37 Sitze.
- Neuer Betriebsrat startet kommende Woche; Amtszeit vier Jahre.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei der Betriebsratswahl in der Tesla Gigafactory in Grünheide erhielt die Liste 3 „Giga United“ nach vorläufigem Ergebnis des Wahlvorstands die meisten Stimmen, wie das Unternehmen noch am Mittwochabend mitteilte. Die Liste der IG Metall konnte nur zweitstärkste Kraft werden und verpasste somit erneut die Mehrheit im Betriebsrat.
„Laut dem vorläufigen Wahlergebnis fielen 24 von den 37 möglichen Sitzen im neuen Betriebsrat an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen“, hieß es von Tesla. Die Sieger-Liste „Giga United“ wird von der amtierenden Betriebsratsvorsitzenden Michaela Schmitz angeführt.
„Die Belegschaft der Gigafactory Berlin-Brandenburg setzt ein deutliches Zeichen gegen die IG Metall“, meldet das Unternehmen. Knapp 90 Prozent der 10.700 Mitarbeitenden seien dem Wahlaufruf nachgekommen. Das sei deutlich mehr als noch vor zwei Jahren gewesen, hieß es in der Erklärung.
In der kommenden Woche werde der neue Betriebsrat seine Arbeit aufnehmen.
IG Metall-Chef: „Werden Potenzial nutzen“
„Trotz aller Attacken des Managements und eines außergewöhnlich unfairen Wahlkampfs ist die IG Metall-Liste Tesla Workers GFFB zweitstärkste Kraft geworden“, sagte IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto. „Dieses Potenzial werden wir nutzen, um gegen eine gewerkschaftsfeindliche Geschäftsführung bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen.“
Laura Arndt und Philipp Schwartz von der IG Metall-Liste Tesla Workers GFFB betonten: „Wir werden uns auch im neuen Betriebsrat mit aller Kraft dafür einbringen, dass sich für uns und unsere Kolleginnen und Kollegen etwas ändert in der Gigafactory.“
Betriebsratswahl mit großer öffentlicher Bedeutung
Zur Wahl standen insgesamt elf Listen mit 550 Kandidaten und Kandidatinnen. Neu waren die „Gigas Locos“ und die polnische Liste „Polska Inicjatywa“. Das Gremium verkleinert sich jedoch von 39 auf 37 Sitze, da sich die Mitarbeiterzahl seit 2024 reduziert hatte. Die IG Metall wird künftig 13 Sitze im Gremium einnehmen.
Die Wahl hat große öffentliche Strahlkraft, da sowohl Tesla-CEO Elon Musk als auch die Werkleitung in Grünheide ausdrücklich eine Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft ablehnen, was für den Automobilstandort Deutschland ungewöhnlich ist. Sogar der weitere Ausbau des Werks wurde von Musk infrage gestellt, hätte sich die Gewerkschaft durchgesetzt.
Die IG Metall sprach hingegen von einem Kulturkampf. Gewerkschaftsmitglieder warben mit verschiedenen Kampagnen unter den Beschäftigten für sich. Zuletzt wurde eine Wahlwerbung auf die Fassade der Fabrik projiziert.
Tiefpunkt des Wahlkampfs war ein Eklat während einer Betriebsratssitzung am 10. Februar 2026. Ein beratend teilnehmender IG Metall-Vertreter wurde beschuldigt, die Sitzung heimlich aufgezeichnet zu haben. Gegen ihn wurde Strafanzeige erstattet. Die polizeilichen Ermittlungen laufen noch.
Das neue Gremium wird für vier Jahre im Amt sein. Vor zwei Jahren wurde außerplanmäßig ein neuer Betriebsrat gewählt, da die Beschäftigtenzahl in der Fabrik stark angewachsen war.




