Tesla darf seinen Testbetrieb in Grünheide fortsetzen und deutlich ausweiten. Das hat das Landesamt für Umwelt am Freitag in einer weiteren Vorab-Genehmigung erlaubt. Darin ist von erweiterten Anlagentests die Rede. Es geht konkret um das Presswerk, den Karosserierohbau, Lackiererei und Endmontage.
Das Unternehmen hatte bereits vergangenen Herbst Erlaubnisse für Tests erhalten. Dabei durften bis zu 250 Karossen hergestellt werden. Das darf Tesla nun erheblich ausweiten - erlaubt sind jetzt bis zu 500 Karossen in der Woche, die lackiert werden dürfen. Maximal darf das Unternehmen 2000 davon herstellen. Was mit Karossen gemeint ist, wird nicht näher ausgeführt. Drohnenpiloten hatten in den vergangenen Wochen auf dem Gelände bereits fertig aussehende ModelY entdeckt und Fotos getwittert.

Zulassung regelt klar, was mit den von Tesla produzierten Teilen geschieht

Neu ist in dieser Zulassung, dass ein Verkauf von Autos ausdrücklich untersagt wird. „Die während der Anlagenprüfung erzeugten Teile und Karossen dürfen nicht als Verkaufsware genutzt werden“, heißt es in dem Dokument, das auf Twitter von Beobachtern der Fabrik gepostet wurde. Auch eine Verwendung dieser Teile und Karossen für die Produktion verkaufsfähiger Autos ist nicht erlaubt. Tesla muss dokumentieren, was mit den Teilen geschieht und sollten sie entsorgt werden, entsprechende Nachweise erbringen. Tesla muss eine Woche vor Beginn dieser erweiterten Tests dem LfU Ablaufpläne vorlegen. Dort muss auch festgehalten sein, welche Stoffe eingesetzt werden und welche Emissionen entstehen. Grünheider Bürger befürchten, das es durch die Fabrik zu Luftverunreinigungen kommen könnte und fordern Kontrollen durch Luftgütemessungen.
Tesla hat laut Bescheid acht Wochen Zeit für die Tests. Bereits am Mittwoch hatte das Umweltministerium vor dem Umweltausschuss des Landes erklärt, das Tesla einen Antrag auf Fortsetzung von Anlagentests gestellt hatte. Er war am 23. Dezember eingegangen.