Textilbranche
: Innovationspreis Berlin Brandenburg: Kleidung, die endlich passt

Das will die Berliner Gründerin ändern. Mit dem Label „Auf Augenhöhe“ bietet Sema Gedik „endlich Kleidung, die passt“.
Von
Ina Matthes
Potsdam
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Für den Innovationspreis nominiert: Sebastian Schröer von der Firma Perto bietet Heizungspumpen zum Austausch an - samt smarter Steuerung. Das soll Energie sparen.

MOZ/Ina Matthes

Das will die Berliner Gründerin ändern. Mit dem Label „Auf Augenhöhe“ bietet sie „endlich Kleidung, die passt“. Gedik und ihr Team haben 13.000 Körperdaten ausgewertet und ein System von Konfektionsgrößen für Kleinwüchsige entwickelt. Die Kleidung wird übers Internet vertrieben. Im Angebot: eine entsprechende Strumpfhose für Damen, die erste weltweit, wie Gedik sagt.

Mit ihrer Mode haben es die junge Gründerin und ihr Team unter die zehn Nominierten des Innovationspreises Berlin Brandenburg geschafft. Am Freitag wurden sie im Gebäude der Investitionsbank des Landes Brandenburg ILB vorgestellt. Der Preis ist ein Berlin–Brandenburger Gemeinschaftsprojekt und wird zum 28. Mal vergeben. Die Konkurrenz war in diesem Jahr besonders groß, wie Carsten Enneper vom Brandenburger Wirtschaftsministerium sagte. 206 Unternehmen und Forschungseinrichtungen hatten sich beworben, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das beste Ergebnis seit Jahren“, kommentierte Enneper.  Unter den Bewerbern sind auch 28 Handwerksbetriebe, die teils in Kooperation mit Forschern Neues entwickeln. „Es geht nicht nur um technische Innovationen“, sagte  Juryvorsitzender Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam. Der Jury kommt es auch auf die gesellschaftliche Wirkung der Innovationen, ihre soziale Seite an. Das Modelabel „Auf Augenhöhe"  arbeitet für „gleichberechtigte Teilhabe außerhalb der Standardnorm“, wie Sema Gedik sagt. Der Radiologe Alexander Huppertz von der Klinikgruppe Ernst von Bergmann hingegen lässt Medizin–Hightech auf Lkw–Trailern durchs Land fahren: Die Klinikgruppe macht teure Diagnosetechnik mobil. Moderne MRT–Geräte rollen zu Kliniken, die damit nicht ausgestattet sind. Derzeit werden fünf Standorte angefahren. 90 Kilometer sei ein Patient in Brandenburg im Schnitt unterwegs, um zum nächstgelegenen Krankenhaus mit dieser Technik zu kommen, sagt Huppertz. Diesen Weg will er den Brandenburgern ersparen.

Um das Vermeiden von zu viel Autofahrten durch die märkische Pampa geht es auch Martin Luge aus Prötzel (Märkisch–Oderland). Er gehört zu den Entwicklern des Projekts und der App „Pampa“, die Fahrgemeinschaften organisiert. Die App konkurriert im Wettbewerb mit Ideen wie dem Pumpen–Tausch des Berliner Start–up „Perto“. Pumpen für Heizungsanlagen gehören nach Perto–Angaben oft zu den unerkannten großen Stromfressern im Haus.

Perto bietet einen einfachen Austausch an, den sich Heizungsbesitzer auch fördern lassen können. Mit modernen Geräten und intelligenter Technik will das Unternehmen seine Kunden Energie sparen lassen. Unter den Bewerbern ist als ein weiteres Ostbrandenburger Unternehmen die Angermünder Firma Akotec (Uckermark), die große Anlagen Sonnenkollektoren zur Gewinnung von Warmwasser herstellt. Sie lassen sich zum Beispiel in Fernwärme einbinden. Wer das Rennen macht, bleibt spannend. Bis zu fünf Unternehmen werden ausgezeichnet. Die Gewinner werden erst auf der Preisverleihung am 29. November bekannt gegeben. Und die dürfen sich dann über je 10.000 Euro freuen.

Alle Nominierten unter:

https://tinyurl.com/yykf58kg