Tipps gegen den Kater: Fünf Hausmittel aus Berlin und Brandenburg

Kater Larry ist oberster Mäusejäger des britischen Kabinetts und die Katze der 10 Downing Street. Welche Tipps gegen den Kater er bevorzugen würde, ist nicht überliefert.
Yui Mok, dpaKopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel — nach einer durchzechten Nacht kommt oft der „Kater“.
Wir haben uns auf die Suche nach Anti–Kater–Hausmitteln aus Berlin und Brandenburg gemacht. Vieles kann man schon vor der großen Party tun. Was die ostdeutsche Hausmannskost und das harte Leitungswasser hierzulande damit zu tun haben, klären wir weiter unten.
- Woher kommt der „Kater“?
- 5 Tipps, mit denen man einen Kater abmildern oder sogar verhindern kann.
Warum haben wir eigentlich einen „Kater“?
Der umgangssprachliche „Kater“ entsteht, weil Alkohol den Körper dehydriert und damit das Gleichgewicht zwischen Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Natrium durcheinanderbringt.
In der Folge kommt es zu einer Weitung der Blutgefäße im Kopf, Kopfschmerzen sind die Folge. Hinzu kommen oft Übelkeit, Schwindel, ein allgemeines Gefühl der Schlappheit und großer Durst aufgrund des Flüssigkeitsverlustes.
Wer diese Effekte auf den Körper verhindern (oder zumindest abschwächen) möchte, sollte nicht erst am nächsten Morgen, sondern schon vor dem Genuss von Alkohol damit beginnen. Eine gute Vorbereitung ist das A und O.
Tipp Nummer 1 gegen den Kater: Eine Grundlage schaffen mit Hausmannskost
Direkt vor dem Genuss von Alkohol bietet sich ein fett– und mineralstoffreiches Essen an. Das Fett sorgt dafür, dass der Alkohol weitaus langsamer vom Körper aufgenommen wird und die enthaltenen Mineralstoffe füllen schon einmal die Speicher auf, die durch die Dehydration bei übermäßigem Alkoholgenuss geleert werden.
Das typische Berliner Kneipenessen bzw. die Brandenburger Hausmannskost bieten sich hier besonders an: Bulette mit Berliner Kartoffelsalat (mit Mayonnaise und saurer Gurke), „Hoppelpoppel“ bzw. Bauernfrühstück, Berliner Kartoffelsuppe mit Würstchen oder Kassler mit Sauerkraut und Kartoffeln bilden eine gute Grundlage. Diese Gerichte enthalten relativ viel Fett und Kassler sowie Würstchen sind beispielsweise sehr natriumreich. Wer lieber vegetarisch oder vegan isst, kann, kann auf vegetarische Kartoffelsuppe oder vegetarischen Linseneintopf ausweichen. Und auch der gute, alte Döner oder die Berliner Currywurst bilden eine hervorragende Grundlage.
Tipp Nr. 2: Bei Kohlensäure ist weniger mehr
Wir alle kennen es von Sekt: Dank der Kohlensäure steigt die Blubberbrause viel schneller in den Kopf. Es ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Tatsache, dass Kohlensäure dem Alkohol schneller in die Blutbahn verhilft.
Getränke wie Bier, Sekt aber auch Berliner Weiße bieten sich für ein Gelage also eher nicht in rauen Mengen an. Zumindest dann nicht, wenn man einen Kater um jeden Preis verhindern möchte.
Tipp Nr. 3: Kräuterelixier — aber bitte ohne Prozente
Nach reichlich Alkoholgenuss hat die Leber einiges zu tun: Die Giftstoffe müssen abgebaut werden. Unterstützen kann da ein alkoholfreier Kräuterauszug mit pflanzlichen Bitterstoffen. Kräuterauszüge mit Bitterstoffen gibt es in der Apotheke und auch direkt aus Berlin.
Dr. Jaglas aus Berlin Prenzlauer Berg bietet zum Beispiel diverse alkoholfreie Auszüge an und die Berliner Brennerei Grote & Co. stellt einen alkoholfreien Gin her, der dem Kater zumindest vorbeugen kann, wenn er statt der alkoholhaltigen Variante getrunken wird.

«No Kater Zone» steht auf einem Schild in einem Null-Prozent-Späti im Bergmannkiez.
Annette Riedl, dpaTipp Nr. 4: Kaffee mit Zitrone und ein deftiges Frühstück
Wer es verträgt, bekämpft den Kater am nächsten Tag mit einem herzhaften Frühstück und einem Wachmacher. Ein guter Starter ist Kaffee mit Zitrone. Wer mag, kann einen Kaffee aus Brandenburg (z.B. aus der Waldwerk–Rösterei in Lychen) kaufen. Zwar ist der natürlich nicht hier gewachsen, aber zumindest geröstet.
Die Kombination aus Koffein und Säure soll gegen Kopfschmerzen helfen. Dazu unbedingt viel stilles Wasser oder Tee trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Wenn die Kopfschmerzen bleiben, kann eine Kopfschmerztablette zusätzlich eingenommen werden.
Dann sollte ein deftiges Frühstück folgen, um die verloren gegangenen Mineralstoffe auszugleichen. Leicht gesalzene Brühe oder eine Schrippe mit deftigem Belag sind ein guter Start. Abgeraten wird übrigens von Rollmops, auch wenn der einen guten Ruf als „Katerfrühstück“ hat und in Berlin und Brandenburg gern gegessen wird: Der Fisch ist zu schwer verdaulich.
Tipp Nr. 5: Leitungswasser trinken
Das Schlimmste kann man schon vorab verhindern, indem jedem alkoholischen Getränk ein großes Glas Leitungswasser folgt. Das verhindert zu starke Dehydration und gleichzeitig trinkt man weniger Alkohol. Auch am Morgen danach sollte viel Wasser getrunken werden, am besten ungefiltertes Leitungswasser.
Das ist bekanntlich in Berlin und Brandenburg sehr „hart“, also kalkhaltig und somit reich an Kalzium. Auch weitere Mineralstoffe wie Magnesium sind in hartem Wasser in einer höheren Konzentration enthalten als in weichem. Was also schlecht für die Kaffeemaschine ist, tut dem Körper sehr gut.






