Tote in Berlin: Polizei nimmt Tatverdächtigen in Bernau fest

Festnahme in Bernau: Nach einem Tötungsdelikt in Berlin ist ein Tatverdächtiger in der Heinersdorfer Straße festgenommen worden.
Dennis Lloyd BrätschNachdem ein 24-jähriger Mann in Berlin–Wilmersdorf getötet wurde, hat die Polizei einen Verdächtigen in Bernau nördlich von Berlin gefasst. Ein Hinweis eines Zeugen habe zu dem 25-jährigen Mann geführt, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die Brandenburger Polizei habe die Fahnder aus Berlin bei der Festnahme in einer Wohnung in Bernau unterstützt.
Mit einem Großaufgebot an Beamten waren Ermittler und Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Bernau in der frühen Montagnacht angerückt. Rettungskräfte standen ebenfalls bereit.
Schwer bewaffnete Beamte in Bernau im Einsatz
Nach Informationen der MOZ fand der Zugriff in einem Mehrfamilienhaus in der Heinersdorfer Straße statt. Die Beamten waren gegen 1 Uhr in spezieller Schutzausrüstung und schwer bewaffnet zu dem Haus vorgedrungen. Der Tatverdächtige wurde in seiner Wohnung festgenommen. Details zur Festnahme, ob etwa Widerstand geleistet wurde, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft Berlin nicht mit.

Die Polizei konnte den Tatverdächtigen in einem Mehrfamilienhaus in Bernau festnehmen.
Dennis Lloyd BrätschToter in Berlin-Wilmersdorf aufgefunden
Mieter eines Hauses in der Uhlandstraße nahe dem Hohenzollerndamm in Berlin hatten den leblosen 24-Jährigen mit schweren Verletzungen am Sonntagnachmittag im Treppenhaus gefunden.
Feuerwehrleute versuchten, den Mann zu reanimieren – vergeblich. Gegen 16.30 Uhr wurde der Tod festgestellt. Die Polizei gehe „wegen des Verletzungsmusters“ von einem Tötungsdelikt aus, sagte die Sprecherin. Die 4. Mordkommission ermittelt.
Einen Tag vor dem Tod des 24-Jährigen ist am U-Bahnhof Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg ein weiterer Mann tot aufgefunden worden. Auch in diesem Fall geht die Polizei von einem Tötungsdelikt aus. Es gibt laut Staatsanwaltschaft noch keine Verdächtigen. Deren Identifizierung gestalte sich schwierig, sagte eine Behördensprecherin am Dienstag. Nach bisherigen Ermittlungen sei der 26-Jährige zuvor auf dem Bahnsteig der U8 aus einer Menschengruppe heraus angegriffen und tödlich verletzt worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Tote in Berlin: 26-jähriger Mann soll erstochen worden sein
Eine Mordkommission ermittele zu den Hintergründen. Der Tote war demnach gegen 13 Uhr auf einem Zwischendeck des U–Bahnhofs gefunden worden. Der „Tagesspiegel“ berichtete, der Mann sei erstochen worden. Dazu machten die Polizei und Staatsanwaltschaft keine Angaben. Die Leiche des Mannes sei obduziert worden, so die Sprecherin. Zum Ergebnis machte sie aber keine Angaben wegen der laufenden Ermittlungen. Es handele sich um „Täterwissen“.
Es hätten sich mehrere Zeugen gemeldet. Diese würden befragt und die Angaben geprüft, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft am Sonntag. Der U-Bahnhof wurde zeitweise gesperrt wegen der Ermittlungen. Laut Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren die Linien U1 und U3 auf der Hochbahn sowie die U8 im Untergrund die Station ohne Halt durch.
Tote in Berlin: Kottbusser Tor gilt als Kriminalitätsschwerpunkt
Das Kottbusser Tor ist seit Jahrzehnten ein bekannter Ort des Nachtlebens — aber auch berühmt–berüchtigt für Straßenkriminalität und Drogenhandel. Im Februar 2023 wurde im 1. Stock eines Hochhauses direkt über der Straße eine neue Polizeiwache eingerichtet. Der Standort ist umstritten, linke und linksradikale Gruppen hatten protestiert. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gibt es von Geschäftsleuten und Anwohnern positive Rückmeldungen.

