Idylle am Müggelsee
Die kurzen Werbespots und Plakate, die auch in Süddeutschland angebracht werden,   zeigen Biergarten-Idyllen am Müggelsee, Paddler in der Rummelsburger Bucht und Menschen, die in Innenstadt-Parks chillen. "Wir wollen Berlin aus einem anderen Blickwinkel zeigen und mit unerwarteten Motiven Lust auf die Hauptstadt machen", erklärt VisitBerlin-Sprecher Christian Tänzer.
Im Vergleich zu dem Vorjahreszeitraum verzeichnete die Stadt im Shutdown-Monat April einen Besucher-Rückgang von 98 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Hauptstadt mit rund 34 Millionen Gästen einen weiteren neuen Rekord aufgestellt. Die Diskrepanz machte sich im Stadtbild bemerkbar. Belebte und beliebte Plätze rund um die typischen Sehenswürdigkeiten schienen geradezu verwaist.
Allerdings ändert sich schon vor den Sommerferien langsam das Bild. Am Checkpoint Charlie, dem ehemaligen Grenzübergang der Alliierten zwischen Kreuzberg und Mitte, sind inzwischen auch wieder Touristen anzutreffen. Vor dem privaten Mauermuseum sitzt eine Familie aus Hessen und studiert den Berliner U-Bahn-Plan. "Wir haben bei uns gerade Feiertag plus Brückentag und haben uns ziemlich spontan für ein verlängertes Wochenende in Berlin entschlossen", berichtet die Mutter. Mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen ist sie in einem Jugendgästehaus untergekommen. "Wir haben erst am Sonntag gebucht und ein sehr günstiges Angebot bekommen, das wäre normalerweise wahrscheinlich nicht möglich gewesen", glaubt die 39-Jährige.
Die IT-Expertin war schon mehrmals mit ihrem Mann in Berlin. Die Kinder, neun und zwölf Jahre alt, sind zum ersten Mal in der Stadt und begeistert vom Flucht-Ballon, der im Mauermuseum ausgestellt ist. Am Vormittag war die Familie schon im Bunker des Berlin Story Museums am Anhalter Bahnhof bei einer Dauerausstellung zur NS-Geschichte. "Nach einer Weile wurde es doch ein bisschen anstrengend unter der heißen Maske", erzählt die Mutter. Auch sie hat festgestellt, dass die Stadt derzeit anders wirkt. "Ich glaube, wir haben noch nie vor dem Brandenburger Tor ein Foto gemacht und niemand war im Hintergrund."
Dass Berlin nun mit seiner Natur wirbt, findet sie legitim. "Nach vier Stunden ICE mit Mundschutz brauchten wir auch erst einmal frische Luft. Als wir dann vom Reichstag durch den Tiergarten bis zum Schloss Bellevue spaziert sind, haben wir mehr Tiere gesehen als bei uns beim Waldspaziergang."
Im zweiten Teil der neuen Tourismus-Kampagne, der erst in den Sommerferien verbreitet wird, sollen aber auch wieder Kultur, Gastronomie und Sightseeing ins Spiel kommen. Viele der insgesamt 170 Museen haben jetzt schon wieder geöffnet. Terrassen und Biergärten sind in viele Kiezen an warmen Tagen gut gefüllt. Die Sperrstunde von 23 Uhr für Restaurants, Bars und Kneipen wurde gerade abgeschafft. "Die Branche ist durch die Krise stark gebeutelt, sie ist jedoch auch einer der schnellsten und wirksamsten Hebel für Berlin, die Konjunktur anzukurbeln", sagt Ramona Pop (Grüne), Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe.
Obwohl die Corona-Reisebeschränkung ab Montag für 31 Länder aufgehoben wird, glauben die Werber allerdings, dass es noch lange dauern wird, bis der Berlin-Tourismus wieder richtig in Fahrt kommt. "Wir haben zu Pfingsten gesehen, dass das Geschäft nur sehr langsam wieder anläuft", sagt Tänzer. Eine Prognose sei derzeit schwierig. "Momentan sagen die Fluggesellschaften: Wir fliegen, wenn die Nachfrage da ist. Und die Leute sagen: Wir buchen, wenn es gute Flüge gibt."

Günstige Reise-Pakete und neue Welcome-Card

Zur Wiedereröffnungder Stadt lädt visitBerlin alle Besucher und Berliner dazu ein, mit der neuen Rabattkarte "Berlin WelcomeBackCard" mehr als 50 Highlights in Berlin wie Sehenswürdigkeiten, Bustouren, aber auch besondere Restaurants mit Ermäßigungen von bis zu 50 Prozent zu erleben. Die Card für 2,50 Euro (ein Tag), sowie für vier Euro (zwei Tage) gibt es unter www.visitberlin.de/de/berlin-welcomebackcard. Sie ist aber auch bei den Berliner Tourist-Informationen erhältlich. Unter dem Motto "Erlebe Deine Hauptstadt" können Gäste ein besonders günstiges Reisepaket – eine Kombination aus Bahnticket, Hotel und der Berlin WelcomeCard – buchen. Weitere Informationen gibt es unter www.bahnhit.de/berlin. neu