Trockenheit: Waldbrandgefahr in Brandenburg hoch - schon mehr als 100 Brände

Die Waldbrandgefahr in Brandenburg steigt wegen der extremen Trockenheit im Land weiter an. (Symbolfoto)
Gerrit FreitagBrandenburg sei mit Abstand das Bundesland mit den meisten Waldbränden, erklärte Minister Axel Vogel (Grüne). In vier von 14 Landkreisen wurde am Mittwoch Gefahrenstufe vier von fünf ausgerufen, wie das Umweltministerium auf seiner Internetseite mitteilte. In den restlichen Kreisen herrscht Warnstufe drei (mittlere Gefahr). Am Donnerstag, 21.05.2020, wurde in zwei von 14 Landkreisen - in der Uckermark und in Teltow-Fläming - die höchste Gefahrenstufe fünf ausgerufen, wie das Umweltministerium bei Twitter mitteilte. In den Kreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie den Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus galt die Stufe vier. Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass die Gefahr an diesem Freitag noch etwas steigt. Die Lage soll sich aber ab Samstag wieder entspannen.
In den Jahren 2018 und 2019 mussten die Feuerwehren laut Ministerium jeweils mehr als 400 Mal ausrücken. Im Jahr 2018 fielen bei 121 Waldbränden bis Ende Mai rund 47 Hektar zum Opfer, 2019 waren es in 106 Waldbränden mehr als 40 Hektar.
Eine neue Waldbrandzentrale in Wünsdorf (Teltow-Fläming) verhindert nach Angaben von Vogel durch schnelles Alarmieren der Feuerwehren die Ausbreitung der Brände. Demnach geht ab Gefahrenstufe 3 eine automatisierte Früherkennung in Betrieb. Hochauflösende Sensoren registrieren die Rauchwolken über den Baumkronen und melden dies an eine der Waldbrandzentralen im Land. Im kommenden Jahr soll in Eberswalde (Barnim) eine neue Überwachungszentrale ans Netz gehen.
Entscheidend bleibt nach Ansicht des Ministers die Vorbeugung durch konsequenten Waldumbau. Es brauche dringend Strategien zur Anpassung der Wälder an die zunehmenden Extremwetterereignisse, erklärte Vogel. Deshalb soll der Umbau hin zu mehr naturnahen Laubmischwäldern vorangetrieben werden. Waldbrandgebiete sollen wiederaufgeforstet werden und auf früheren Kiefernmonokulturen stabile Mischwälder entstehen. Dafür stünden in diesem Jahr 4 Millionen Euro bereit.