über die Finanzen und den Minister
: Kein Blatt vor dem Mund

Noch sitzt Christian Görke auf der Regierungsbank. Aber nicht mehr lange.
Von
Andreas Wendt
Potsdam
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Andreas Wendt

Gerrit Freitag

Aber jetzt, wo in der Kenia–Flagge keine Farbe mehr für die Linken frei gewesen ist und die Regierungszeit dramatisch schnell abläuft, da kann ein scheidender Minister auch mal unverblümt Warnungen aussprechen. Beispielsweise dann, wenn die neue Regierungskoalition sich in den Flitterwochen wie eine „Shopping Queen“ mit einer Milliarde Euro verschulden will.

So etwas hat es in der alten Ehe mit den Sozialdemokraten nicht gegeben, und deshalb hebt Görke warnend den Finger, weil die Steuereinnahmen in den nächsten Jahren bundesweit sinken werden und somit auch Brandenburg den Gürtel enger schnallen muss.

Solche Warnungen lassen sich leichter aussprechen, wenn man selbst nicht mehr den Kopf für Entscheidungen der nächsten Regierung hinhalten muss, aber das Fachwissen hat, um sich von bestimmten Entscheidungen ein Urteil zu bilden. Die neue Koalition sollte Görkes Einwurf ernst nehmen und ihn nicht als Schmähruf eines verbitterten Ministers auf Abruf abtun.