über Fehlverhalten von Fußballern
: Heiko und die Handcreme

Wenn man etwas tut, denkt man nicht immer über die Konsequenzen nach, die dies nach sich zieht.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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Uwe Wuttke

Gerrit Freitag/MOZ

Besonders, wenn es etwas eher Alltägliches ist. Jedem von uns ist da sicher schon einmal so gegangen. Wer kann aber auch ahnen, dass der schnöde Erwerb von Zahnpasta und Handcreme schwierig ist? Aber momentan ist nichts alltäglich. Gerade im Profifußball.

Gleichwohl hätte sich Heiko Herrlich, Trainer des FC Augsburg, über sein Handeln bewusst sein müssen, es auch noch lauthals rauszuposaunen, ist doppelt ungeschickt. Ein Quarantäne–Trainingslager heißt ja nicht umsonst so. Dass er jetzt nicht auf der Bank sitzen darf im Spiel seines Teams gegen Wolfsburg, ist nur konsequent. Ich werde indes den Eindruck nicht los, dass sich Fußballer ihrer Vorbildfunktion oft nicht bewusst sind.

Wenn etwa Bayern–Kicker Jerome Boateng gegen die strengen Auflagen verstößt, weil sein vierjähriger kranker Sohn nach dem Papa ruft, ist die Geldstrafe des Vereins noch schwer nachzuvollziehen. Anders im Fall des Schalkers Amine Harit, dem es nach einer Art Coronaparty in einer Essener Shisha–Bar gelüstete. Die Liste ließe sich durchaus noch erweitern, auch ohne an das dämliche Video von Herthas Salomon Kalou noch einmal zu erinnern.

Und deshalb, auch wenn das jetzt hier nach erhobenen Zeigefinger klingt: Bitte liebe Fußballer, nicht nur auf dem Platz den Kopf einschalten, sondern auch daneben.