über öffentliche Gelöbnisse
: Überholtes Ritual

Öffentliche Gelöbnisse sollen die Bundeswehr wieder stärker in das Bewusstsein der Bürger rufen. Doch das veraltete Ritual weckt keine Begeisterung.
Von
Guido Bohsem
Berlin
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Guido Bohsem

T. Koehler/photothek.net

Doch manchmal verlieren die Rituale ihren Zauber und die Feierlichkeiten ihre Bedeutsamkeit. Am ersten öffentlichen Gelöbnis vor dem Berliner Reichstag seit mehr als sechs Jahren konnte man so einen Verfall  ausmachen.

Zwar werden in der militärischen Führung diese Feierlichkeiten als wichtiges Instrument beschworen, um die Bürgerarmee Bundeswehr wieder sichtbarer zu machen. Doch ist über das öffentliche Gelöbnis die Zeit hinweggegangen wie über manch maroden Panzer. Spätestens seit der Umstellung auf eine Berufsarmee hat das Ritual  seinen inneren Sinn verloren.

In Wahrheit blickt die Öffentlichkeit schon lange in einer  Mischung aus freundlichem Desinteresse und belustigter Geringschätzung auf die Truppe und ihr Brimborium. Nein, die Bundeswehr muss Traditionen neu definieren und bessere Rituale finden, um die Gesellschaft wieder für sie zu interessieren.