Brandenburgs Fahrradfahrer werden immer unzufriedener: Bei einer repräsentativen Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) unter knapp 5400 Bürgern schnitt das Land mit einer Bewertung von 3,84 ab. Das geht aus den Ergebnissen des Fahrradklimatest hervor, die der Club am Dienstag veröffentlichte. Beim letzten Test im Jahr 2018 bewerteten Brandenburgs Fahrradfahrer die Lage noch mit 3,72.
Potsdam schafft es im bundesweiten Vergleich mit einer Gesamtbewertung von 3,67 auf Platz 8. Im Jahr 2018 lag die Landeshauptstadt noch auf Platz 5 dieses Vergleichs von 41 deutschen Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern. Cottbus – in 2018 noch auf Rang 19 – rutschte im selben Vergleich mit einer Bewertung von 4,18 auf Rang 25 ab. Mit einer Bewertung von 4,11 kletterte Frankfurt (Oder) von Rang 75 auf 67 im bundesweiten Vergleich von 110 Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. Brandenburg an der Havel rutschte dafür um zehn Plätze auf Rang 88 ab.

Schwedt/Oder und Bad Wilsnack halten Rang 6

Ihren Rang 6 in der jeweiligen Vergleichsgruppe halten konnten das uckermärkische Schwedt/Oder und Bad Wilsnack (Landkreis Prignitz).
Der ADFC zog nach dem aktuellen Test ein ernüchterndes Fazit. „Brandenburgs Entwicklung beim Radverkehr stagniert, keine einzige Brandenburger Kommune konnte die Zufriedenheit unter den Radfahrenden in den letzten zwei Jahren steigern“, sagte ADFC-Landeschef Stefan Overkamp. Mit der derzeitigen Radwegeplanung sei die Verkehrswende nicht zu erreichen. „Es fehlt der Wille, ein lückenloses Netz von Radwegen zu schaffen, das es überall erlaubt, mit dem Fahrrad sicher und komfortabel von A nach B zu kommen“, kritisierte Overkamp.