Unwetter in Berlin und Brandenburg
: Fast 2000 Einsätze – erneut Verletzte

Wieder ist ein Unwetter über Berlin und Brandenburg gefegt und hat große Schäden hinterlassen. Auch Verletzte hat es gegeben. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.
Von
dpa
Potsdam
Jetzt in der App anhören

Die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter dauern in Berlin und Brandenburg an.

Jens Dudziak/dpa
  • Unwetter verursachte in Berlin und Brandenburg fast 2000 Feuerwehreinsätze, zahlreiche Schäden.
  • In Potsdam wurden zwei Radfahrer schwer verletzt, eine Frau schwebt in Lebensgefahr.
  • S-Bahn-Verkehr weiter eingeschränkt; einige Linien und Regionalzüge komplett eingestellt.
  • Berlin: 780 Einsätze, Nordwesten stark betroffen, zwei Schwerverletzte in Heiligensee.
  • Aufräumarbeiten dauern an, viele Straßen und Gleise blockiert.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach dem schweren Unwetter in Brandenburg steht die Feuerwehr vor umfangreichen Aufräumarbeiten. Im ganzen Land gab es seit Donnerstagabend mehr als 1.000 Feuerwehreinsätze, haben die Regionalleitstellen der Feuerwehr mitgeteilt.

Besonders im Norden und Westen, im Havelland, an der Oberhavel und rund um Potsdam, mussten die Helfer teils hundertfach ausrücken und umgestürzte Bäume von Straßen oder Hausdächern räumen. In Potsdam wurde eine Frau lebensbedrohlich verletzt, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Sie war zusammen mit einem Mann beim Fahrradfahren im Neuen Garten von einer herabstürzenden Baumkrone getroffen worden. Der Mann erlitt demnach schwere Verletzungen.

Über den Zustand der Verletzten war der Feuerwehr am Morgen nichts bekannt. Weitere Verletzte hat es nach Angaben der Leitstellen bislang nicht gegeben.

Unwetter in Berlin und Brandenburg: Aufräumarbeiten laufen an

Im Bereich von der Landeshauptstadt bis in den Nordwesten war die Feuerwehr wegen des Unwetters bislang mehr als 450 Mal im Einsatz, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle mitteilte. „Das ist schon ordentlich gewesen.“ Vor allem im Havelland würden die Aufräumarbeiten noch andauern. „In Falkensee liegen wohl noch einige Bäume, die werden nach und nach abgearbeitet“, so der Sprecher.

Auch im Norden an der Oberhavel laufen die Aufräumarbeiten am Morgen wieder an. „Die Feuerwehren haben sich eine Auszeit gegönnt und fangen jetzt wieder an“, sagte ein Sprecher der regionalen Leitstelle. Die Feuerwehr sei seit dem Abend zu mehr als 500 Einsätzen ausgerückt. „Viele Leute sehen jetzt auf dem Weg zur Arbeit noch Bäume auf der Straße, aber die Zahl der Anrufe hat nachgelassen.“

Schweres Unwetter auch in Berlin

Nach dem Unwetter ist auch die Berliner Feuerwehr mittlerweile zu 780 Einsätzen ausgerückt. „Das meiste sind abgeknickte und umgestürzte Bäume“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Betroffen sei vor allem der Nord-Westen der Stadt, hier insbesondere Heiligensee und Frohnau. Stark betroffen seien auch Spandau-Nord sowie das nördliche Tegel und der Tegeler See. Zwei Menschen wurden schwer verletzt.

Einer war laut Feuerwehrsprecher zu Fuß in Heiligensee unterwegs. Er wurde von einem umstürzenden Baum getroffen und fiel in einen Graben. Der andere saß in einem Auto, das ebenfalls in Heiligensee unter einem umgestürzten Baum begraben wurde. Alle Verletzten wurden in Krankenhäuser transportiert.

Der S-Bahn-Verkehr war am Morgen weiter eingeschränkt, besonders im Norden der Stadt waren weiter mehrere Streckenabschnitte gesperrt.

„Nach dem Sturm befinden sich vereinzelt noch immer umgestürzte Bäume auf den Gleisen“, sagte eine Sprecherin der Bahn am frühen Morgen. „Sobald die Schäden behoben sind, werden auch die verbliebenen Streckenabschnitte wieder freigegeben.“

S9 fährt bis Spandau wieder durch - S26 und S85 eingestellt

So fährt die Linie S9 inzwischen wieder bis Spandau durch. Auf der S1 soll ab kurz vor 8 Uhr der Betrieb zwischen Birkenwerder und Oranienburg wieder aufgenommen werden, wie die S-Bahn auf „X“ bekannt gab. In Berlin endet die Linie noch immer am Halt Schönholz. Von dort ist nach Bahnangaben ein Ersatzbus bis Hohen Neuendorf eingerichtet. Auch auf der Linie S25 werden die Stationen zwischen Hennigsdorf und Tegel derzeit nur von Ersatzbussen bedient.

Komplett eingestellt sind nach wie vor die Linien S26 und S85. Die S3 fährt von Erkner nur bis Charlottenburg, die S8 verkehrt demnach zwischen Wildau bzw. Grünau und Schönfließ.

RB10 ebenfalls komplett eingestellt

Die S-Bahn hatte am Donnerstag zeitweise den Zugverkehr im gesamten Netz eingestellt. Auch im Regionalverkehr rechnet der Verkehrsbetrieb noch mit Ausfällen und Verspätungen. Die Linie RB10, die zwischen Nauen und Berlin-Südkreuz verkehrt, ist demnach komplett eingestellt. Der RE4 fährt laut Bahn nicht zwischen Spandau und Buschow. Auf dem betroffenen Abschnitt sei ein Ersatzverkehr eingerichtet, heißt es. Außerdem fallen Züge oder Halte auf den Linien RE6, RB20, RB21 und RB55 aus.

Einschränkungen im Fernverkehr wegen Unwetter

Am Tag nach dem Unwetter in Deutschland kommt es noch zu Einschränkungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Zwischen Hamburg und Berlin ist derzeit nur ein Gleis befahrbar, wie die Bahn mitteilte. Auf den ICE-Verbindungen von Hamburg, Berlin, Leipzig/Halle, Süddeutschland und Österreich sowie auf der EC-Linie zwischen Hamburg und Prag kommt es derzeit zu Verspätungen von etwa 15 Minuten, hieß es.

Grund dafür sind umgestürzte Bäume auf der Strecke. Bis zum Mittag soll die Strecke wieder komplett frei sein, die Züge wieder wie gewohnt fahren.

Auch auf der Ost-West-Verbindung zwischen Hamburg und Hannover kommt es zu Beeinträchtigungen. Hier ist infolge des Unwetters eine Oberleitung beschädigt. Es kommt zu Zugausfällen und Verspätungen. Das betrifft etwa die Verbindung Bonn/Köln/Düsseldorf - Berlin. Hier verspäten sich die Züge zwischen Wolfsburg und der Hauptstadt um etwa 30 Minuten. Einige fallen ganz aus. Das Gleiche gilt für ICE-Verbindungen von Berlin über Frankfurt bis nach Frankreich.

Die IC-Züge zwischen Amsterdam und Berlin fallen zwischen Hannover und Berlin aus. Bis wann die Störung behoben sein wird, blieb zunächst offen.