Urlaub auf Insel Usedom: Wann der Swine-Tunnel öffnet – Alternative für Ostsee-Gäste

Spaziergänger sind am Strand der Insel Usedom unterwegs. Im Hintergrund ist die Seebrücke Heringsdorf und das polnische Seebad Swinemünde (Świnoujście). (Symbolfoto)
Stefan Sauer/dpaBesucher der Ostsee-Insel Usedom haben ab diesen Sommer eine Alternative. Nach rund zwei Jahren Bauzeit soll der Swine-Tunnel in Swinemünde (Swinoujscie) bis Ende Juni 2023 den Betrieb aufnehmen, wie Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das hätten Gespräche mit Verantwortlichen auf polnischer Seite ergeben.
Der Tunnel sei baulich fertig. Es fehle nur die Betriebsgenehmigung aus Warschau, mit der in den nächsten zwei bis drei Wochen gerechnet werde. „Das war insgesamt eine beeindruckend kurze Bauzeit“, sagte Haasch.
Der Tunnel ist rund 1,8 Kilometer lang, kostete mehr als 200 Millionen Euro, wobei die EU den Großteil zusteuerte, und soll vor allem die längeren Fährfahrten über die Swine ersetzen.
Von Swinemünde nach Heringsdorf
Damit könnten etwa Autofahrer aus Berlin statt der 240 Kilometer langen Route westlich vom Stettiner Haff auf deutscher Seite, die Route auf der Autobahn 11 über Stettin (Szczecin) und Swinemünde in die Kaiserbäder um Heringsdorf wählen. Die Route östlich vom Stettiner Haff ist 20 Kilometer länger, führt aber länger über Autobahnen. Urlauber aus den anderen ostdeutschen Bundesländern kommen traditionell oft an die Ostsee, viele nutzen jetzt schon die A11 von Berlin nach Norden und auf Deutschlands zweitgrößte Insel.
Man müsse nach der Tunnelinbetriebnahme aber auch mit mehr Individualverkehr rechnen. Urlauber von der Insel Usedom, wie aus Zinnowitz, werden weiter ins Land an die polnische Ostseeküste fahren und umgekehrt. Kaum Probleme befürchten die Verantwortlichen beim Güterverkehr, da es weiter Tonnagegrenzen für Lastwagen geben soll.
Die IHK vertritt die Interessen von rund 25 000 Firmen im Osten von MV und ist für deutsch-polnische Wirtschaftsbeziehungen im Nordosten zuständig. Dazu gehört auch der Ausbau der Metropolregion Stettin auf beiden Seiten der Grenze, zusammen mit Brandenburg.

