Ich bin jetzt im 84. Lebensjahr und habe bereits seit 15 Jahren Probleme mit der Prostata. In regelmäßiger Absprache mit meinem Urologen wurden diese Beschwerden lange Zeit nur mit Naturprodukten behandelt, da ich als Herzpatient bereits andere Medikamente einnehmen muss. Als diese Produkte nicht mehr zufriedenstellend halfen, bekam ich ein Medikament, habe selbst mit Beckenbodengymnastik begonnen. Zunehmend tritt trotzdem Inkontinenz auf, gerade nachts oder nach zwei bis drei Stunden Auto- oder Busfahrten. Was kann ich dagegen tun?
Nach dieser ersten Schilderung liegt es im Bereich der Norm, wenn Sie bei normalem Trinkverhalten nach zwei bis drei Stunden die Toilette aufsuchen müssen. Das sollte nicht Anlass zur Sorge sein. In Sachen Beckenbodentraining sprechen Sie nochmals mit Ihrem behandelnden Arzt, dass er Ihnen Physiotherapie verordnet. Dort lernen Sie unter Anleitung der ausgebildeten Fachleute, wie Sie die notwendigen Muskeln erfolgreich stabilisieren können. Weiterhin würde ich raten, dass Sie Ihr Trinkverhalten ändern und damit optimieren. Gerade im Sommer sollten Sie bis zu zwei Liter trinken und dies in der größten Menge bis 17 oder 18 Uhr. Dann haben auch Ihr Herz und die Nieren noch bis zur Schlafphase die notwendige Zeit zum „Abarbeiten“ der Flüssigkeiten. Das entlastet auch das Herz für die Nachtstunden. Vielleicht schaut sich Ihr Urologe auch nochmals die Medikamente an oder wechselt hier auf ein anderes Präparat, um die Prostata positiv zu beeinflussen. Was konkret für Sie hilfreich ist, das beurteilt dann der behandelnde Arzt nach genauer Diagnose und Größe der Prostata.
Trotz entsprechender Medikamente und einer Behandlung der Blase mit Botox habe ich Probleme mit Inkontinenz. Nichts hat geholfen. Was kann ich noch tun, denn das Problem belastet sehr?
Botox wird eingesetzt, wenn der Arzt eine überaktive Blase diagnostiziert hat. Für eine ausbleibende Wirkung sehe ich zwei Ursachen: Vielleicht wurde die Erstdosis zu gering gewählt. Da könnte eine zweite Spritze helfen. Vorher muss allerdings genau abgeklärt werden, ob bei Ihnen eine chronische Blasenentzündung vorliegt, denn diese unterdrückt die Wirkung von Botox.

Genaue Diagnose ist nötig

Deshalb sollte vor der nächsten Behandlung mit Botox erst einmal mit den entsprechenden Untersuchungsmethoden die Blase angeschaut werden, damit eine genaue Diagnose möglich ist. Bis man andere alternative Behandlungsmöglichkeiten einleitet, wozu auch eine Operation gehören könnte, sollte eine optimale Vorlagenversorgung erfolgen, um Ihnen die Belastung mit dem Problem etwas zu nehmen.
Operation an der Blase, Katheter – bei mir wurde schon viel versucht, um die Inkontinenz zu beseitigen. Da ich über 90 Jahre alt bin, hat mir mein Arzt von einer weiteren vielleicht zu belastenden Operation abgeraten. Welche Hilfe gäbe es noch?
Durch einen minimalen Eingriff, also keine große Operation, könnte man die Funktionsweise des Schließmuskels unterstützen. Das passiert durch die Unterspritzung dieses Schließmuskels. Für eine derartige Beratung und Behandlung finden Sie in einer gynäkologischen oder urologischen Praxis richtige Ansprechpartner. Hier könnten Sie sich auch über eine weitere Alternative erkundigen, beispielsweise den Einsatz eines Pessars. Diese werden in die Scheide eingeführt und üben Druck auf den Schließmuskel aus. Allerdings ist der Einsatz dieser Hilfsmittel nicht für die Dauer gedacht, sondern ist nur zeitlich begrenzt ratsam.
Dr. Sören Promnitz, Chefarzt der Urologie am Klinikum Frankfurt (Oder)
Dr. Sören Promnitz, Chefarzt der Urologie am Klinikum Frankfurt (Oder)
© Foto: Kerstin Bechly
Meine Gynäkologin hat mir nach den festgestellten Senkungen und schon einer Operation an der Blase nicht viel Hoffnung gemacht, dass sich die Inkontinenz bessert. Kann ich auch mit über 80 Jahren noch eine Netzimplantation bekommen zur Problemlösung?
Das kann man so am Telefon nicht seriös beantworten, denn das hängt von Ihrer gesamten Kondition, anderen Vorerkrankungen vielleicht und den körperlichen Voraussetzungen ab. Wenn es da aber keine Auffälligkeiten oder Einschränkungen gibt, dann kann man über eine Netzimplantation nachdenken. In dem Alter ist es ja nicht ungewöhnlich, dass die gesamte Muskelspannung nachlässt, das Gewebe erschlafft, sich der Beckenboden senkt.

Narben sollen für mehr Festigkeit sorgen

Über das operative Einbringen eines Netzes soll Zug erzeugt werden, der alles wieder in die richtige Position bringt. Die gewollt entstehenden Narben sollen außerdem für mehr Festigkeit des Gewebes sorgen. Suchen Sie das Gespräch mit einem Anästhesisten und holen Sie seine Meinung ein, was eine Operation in Ihrem konkreten gesundheitlichen Allgemeinzustand betrifft. Wenn er keine Bedenken hat, sprechen Sie nochmals mit Ihrer Gynäkologin.
Bereits 2002 wurde ich operiert, erhielt ein TVT-Inkontinenzband. Muss das erneuert werden?
Die Gynäkologin meinte, dass noch alles richtig fest sei. Ich leide aber unter häufigem Harndrang. Dieses kleine Kunststoffband wurde um die Harnröhre unterhalb der Blase eingelegt und dient als Stütze, um einen unkontrollierten Harndrang gerade bei Belastungen wie Husten oder Niesen zu verhindern. Wenn nach einer Untersuchung feststeht, dass der Sitz noch gut ist und damit die Funktion, muss häufiger Harndrang eine andere Ursache haben. Das könnte eine überaktive Blase sein, was auch manchmal tagelang unauffällig sein kann. Ich rate Ihnen zu einer speziellen Untersuchung entweder in einer gynäkologischen oder einer urologischen Praxis, die die medizinisch-technischen Diagnosegeräte haben, um eine Blasendruckmessung durchzuführen. Das ist meist in Beckenbodenzentren der Fall. Mit dieser Diagnostik kann auch beurteilt werden, ob Medikamente helfen oder andere Ursachen behoben werden sollten.
Bereits vor drei Jahren wurde bei mir ein Prostatakarzinom festgestellt. Die Entfernung des Organs plus Harnröhre und Blase wurden empfohlen. Da ich dann dauerhafte Inkontinenz befürchte, habe ich die Operation bisher immer wieder verschoben. Eine Bestrahlung ist nicht mehr möglich, da ich schon vor Jahren wegen einer anderen Krebserkrankung eine entsprechende Therapie erhalten habe. Ein Arzt machte mich auf die HIFU-Therapie aufmerksam, aber die derzeit behandelnde Klinik bietet das nicht an. Ich sehe aber darin für mich die Lösung. Was sollte ich tun?
Ich möchte Ihnen vorrangig Ihre Grundangst nehmen und deshalb ganz deutlich sagen, dass in der Regel versucht wird so zu operieren, dass der Schließmuskel erhalten bleibt, das Inkontinenzrisiko damit minimiert wird. Da aber jeder Arzt bei der Aufklärung vor einer Operation alle Eventualitäten ansprechen sollte, bleibt meist auch im Gedächtnis, dass Inkontinenz eine Operationsfolge sein kann. Das relativiert sich, wenn man weiß, dass dies nur in fünf Prozent der Fälle dann dauerhaft auch so eintritt. Auch für die Behandlung von Prostatakrebs gibt es entsprechende Leitlinien, nach denen sich die behandelnden Ärzte richten. Also steht an erster Stelle immer erst die gängige und in der Regel auch hilfreiche, lebenserhaltende Operation. Sie haben Glück, wenn Sie die Behandlungsentscheidung schon drei Jahre aufschieben und es trat noch keine grundlegende Verschlechterung ein. Erst wenn es für eine erfolgversprechende Behandlung keine anderen Möglichkeiten absehbar sind, wird in der Regel zu alternativen Behandlungsmethoden übergegangen.

HIFU ist bisher nur experimentelles Therapieverfahren

In den alternativen Bereich fällt auch die von Ihnen angesprochene HIFU-Therapie (hochintensiver fokussierter Ultraschall). Aber diese Form der Krebsbekämpfung ist bisher nur ein experimentelles Therapieverfahren und es werden nur Patienten in klinischen Studien damit behandelt. Sie müssten sich also, wenn Sie nur dieses Verfahren favorisieren, eine Klinik suchen, die entsprechende Studien gerade durchführt.
Vor einem Jahr wurde ich wegen eines Prostatakarzinoms operiert, erhielt Bestrahlungen. Kommt das wieder? Was kann ich gegen die Inkontinenz tun?
Ob es zu einer erneuten Bildung von Tumorzellen kommt, das hängt von der Aggressivität des Tumors ab. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig zur Nachsorge gehen und dabei der PSA-Wert kontrolliert wird. Bleibt dieser Wert stabil niedrig, dann liegen in der Regel auch keine Tumoraktivitäten vor. Der Wert ist Ihr Detektor und sollte nicht auf eins oder zwei ansteigen. Was die Inkontinenz betrifft, da rate ich zu geduldigem, ausdauerndem Muskelaufbau mit Beckenbodentraining. Das darf man aber nicht halbherzig machen, das bringt dann außer Enttäuschung nichts. Lassen Sie sich von einem ausgebildeten Physiotherapeuten anlernen und sind dann konsequent, dann stellt sich, das zeigt die praktische Erfahrung, bei den meisten Patienten Erfolg ein. .
Gerade nachts leide ich unter verstärktem Harndrang, muss nicht selten drei- oder viermal raus. Da ich auch mit dem Herzen Probleme habe, verstärkt die nächtliche Unruhe dies noch. Was könnte ich noch gegen diese Blasenaktivität tun?
Da viele andere Körperfunktionen nachts nur minimal durch das Herz versorgt werden müssen, führt dies unweigerlich dazu, dass das Herz nachts nur für die Niere arbeitet. Die Urinproduktion wird gegenüber dem Tagesprogramm verstärkt und das wird für Sie zum störenden Kreislauf. Ich sehe zwei Möglichkeiten, um diesen zu unterbrechen.

Trinkmengen zur Kontrolle aufschreiben

Ändern Sie Ihr Trinkverhalten, nehmen den größten Teil der Tagesmenge bis in die späten Nachmittagsstunden auf. Schreiben Sie das in den ersten Tagen zur Kontrolle auf, dann wird dies deutlich. Wenn Sie drei bis vier Stunden vor der Ruhezeit wenig trinken, arbeitet die Niere vieles ab und kann dann auch ruhen. Wenn dies nach einer gewissen Zeit nicht helfen sollte, dann konsultieren Sie Ihren Urologen, um eine Änderung der Medikamente oder der Dosis zu besprechen, damit Sie in der Nacht mehr Ruhe finden.
Ich leide unter einer vergrößerten Prostata, bin beim Urologen in Behandlung, erhalte Medikamente. Manchmal ist es aber sehr eilig, wenn ich Harndrang verspüren. Kann man dies bessern?
Medizinisch spricht man hier von einem imperativen Harndrang. Wie man dagegen vorgehen kann, dies lässt sich nur nach einer genauen Diagnose sagen. Aber grundsätzlich möchte ich Ihnen drei Schritte aufzeigen. Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verordnen, die die Blase dämpfen. Das sind Anticholinergika. Dazu ist es aber wichtig, dass erst einmal getestet wird, wie viel Restharn nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibt, denn dadurch entsteht u. a. der „schnelle Drang“. Es kann aber auch sein, dass eine Entzündung der Prostata vorliegt, was sich gut mit Naturprodukten beruhigen ließe. Auch eine operative Verkleinerung der Prostata könnte Abhilfe bringen. Aber das sind alles Vermutungen oder Denkansätze, die eine Diagnose klären muss, um wirklich eine hilfreiche Behandlung einzuleiten.
Dr. Salah Aldumaini, Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Schwedt
Dr. Salah Aldumaini, Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Schwedt
© Foto: Klinikum Schwedt
Sehr häufig, manchmal alle halbe Stunde, muss ich zur Toilette, oft auch eilig. Schmerzen habe ich keine. Kann man etwas dagegen tun? Mein Hausarzt konnte noch nicht das richtige Medikament finden.
Abhilfe ist möglich, erfordert aber eine genaue Diagnose. Es muss durch einen Facharzt abgeklärt werden, ob es sich um eine überaktive Blase handelt oder ein Infekt vorliegt. Es gibt aber auch andere Reizumstände für die Blase wie beispielsweise hormonelle Probleme, trockene Schleimhäute und mehr. Je nach Diagnose kommen dann Blasendämpfungsmedikamente zum Einsatz oder Östrogenzäpfchen bis hin zu Botoxspritzen zur Lähmung überaktiver Muskulatur. Diese Untersuchungen kann kein Hausarzt leisten, Sie müssen zum Urologen.
Manchmal hatte ich schon etwas Blut im Urin, dann war es aber wieder lange weg. Schmerzen habe ich nicht. Sollte ich trotzdem zum Arzt?
Dringend sollten Sie sich einem Urologen vorstellen. Der sollte dann die Blase untersuchen - sozusagen „reinschauen“. Auch ein Tumor kann bluten und ist schmerzlos.
2019 wurde mir wegen Krebs die Prostata entfernt, seitdem bin ich inkontinent, Medikamente halfen nur kurzfristig. Könnte eine Injektion in den Blasenmuskel noch helfen?
Ich würde dazu raten, den Schließmuskel zu untersuchen, wie geschwächt dieser ist in seiner Funktionstüchtigkeit. Nächster Schritt bei einer Diagnostik wäre eine Blasendruckmessung, ob diese zu kräftig ist.

Gegensteuern mit Tabletten oder Botox

Da kann man mit Tabletten oder Botoxspritzen gegensteuern. Eine genaue Diagnose sollten Sie in einem spezialisierten Beckenbodenzentrum durchführen lassen, dort finden sich die entsprechenden Geräte für diese medizinischen Untersuchungen.
In den 1990er-Jahren wurde bei mir eine Reizblase diagnostiziert. Die damals verschriebenen Medikamente habe ich aber nicht vertragen und mich irgendwie mit dem Problem, dass ich das Wasser nicht halten kann, arrangiert. Kurz vor Corona habe ich dann eine Botox-Spritze erhalten, die etwa sechs Monate vorhielt. Durch die Pandemie war ich jetzt noch nicht wieder zum Urologen. Kann man die Botoxbehandlung wiederholen oder sollte ich doch lieber Medikamente einnehmen?
Beides ist möglich. Die Behandlung mit Botox hat bei ihnen offensichtlich gewirkt, denn man sagt, dass die Wirkung etwa sechs Monate, manchmal auch etwas länger anhält. Eine Wiederholung wäre möglich. Sie können es aber auch noch mal mit einer medikamentösen Therapie zur Entspannung der Blase versuchen. In den vergangenen Jahren sind neue Medikamente auf den Markt gekommen, die besser verträglich sind. Besprechen Sie dies beim nächsten Besuch noch mal mit Ihrem Urologen.
2018 ist bei mir ein Blasentumor operiert worden, die Blase konnte erhalten werden. Aber ich habe immer wieder Schmerzen. Man empfahl mir, viel zu trinken. Das half ebenso wenig wie mehrere Behandlungen mit Antibiotika. Ich bin schon richtig verzweifelt …
So, wie Sie es schildern, scheint es sich bei Ihnen nicht um eine bakterielle Blasenentzündung zu handeln, sonst hätten die Antibiotika angeschlagen. Man kann das aber leicht prüfen, indem man eine Urinkultur anlegt.

Ursache könnte eine Blasenreizung sein

Ich tippe eher auf eine Blasenreizung, die die Schmerzen bei Ihnen verursacht. Auch dann ist die Schleimhaut gerötet, aber eben nicht ausgelöst durch Bakterien. In diesem Fall könnten ehr Schmerzmedikamente helfen, die man oral einnehmen kann oder die der Arzt auch direkt in die Blase injizieren kann.
Ich habe Probleme, meinen Harndrang zu steuern. Wenn ich unterwegs bin und weiß, dass es noch einige Minuten sind, bis ich eine Toilette erreiche, dann schaffe ich es oft nicht mehr rechtzeitig. Im Liegen und Sitzen verliere ich keinen Urin. Mein Urinstrahl ist normal, auch die Prostata ist noch nicht vergrößert. Kann man mir trotzdem irgendwie helfen?
Sie sollten sich noch einmal beim Urologen vorstellen. Wichtig wäre zu untersuchen, ob Ihre Harnblase vollständig entleert wird. Ist das nicht der Fall, gibt es Medikamente, um die Blase zu beruhigen.
2012 ist mir aufgrund meiner Inkontinenzprobleme ein Blasenband eingesetzt worden. Das hat auch ganz gut funktioniert. Aber jetzt schaffe ich es nicht mehr rechtzeitig auf Toilette, wenn ich morgens wach werde. Kann man dagegen noch etwas Anderes tun?
Zuerst einmal müsste untersucht werden, woher die neuen Probleme stammen. Es könnte sein, dass die Senkung der Blase wieder aufgetreten ist, weil das Band sozusagen „ausgeleiert“ ist. Dann könnte man entweder das Blasenband erneuern oder auch mit Botox-Spritzen helfen.

Mittels Ultraschall Blasenkapazität prüfen

Außerdem sollte man die Blasenkapazität prüfen. Da kann man mittels Ultraschall. Stellt sich heraus, dass Ihre Blase sich nicht vollständig entleert, könnte man entsprechende Medikamente verschreiben. Auf jeden Fall sollten Sie einen Facharzt aufsuchen und die Sache abklären lassen.
Ich hatte vor mehr als zehn Jahren eine Prostata-Operation wegen eines Karzinoms. Anfangs hatte ich einige Probleme mit Inkontinenz, aber das gab sich. Jetzt habe ich aber wieder Probleme, mein Urinstrahl ist auch schwächer geworden. Muss ich damit leben?
Es kann durchaus sein, dass am Blasenhals infolge der früheren Operation eine Vernarbung entstanden ist, die zu einer Verengung geführt hat. Dafür spricht der schwache Urinstrahl. Das müsste man untersuchen. Wäre dies der Fall, könnte man mit einem relativ kleinen Eingriff diese Stelle wieder weiten und Ihnen damit helfen.
Ich habe Schrumpfnieren, soll deshalb viel trinken. Dann muss ich aber ständig auf die Toilette und habe außerdem Schmerzen beim Wasserlassen. Das kann doch nicht normal sein, oder?
Nein, das ist es sicher nicht. Sie sollten das unbedingt abklären lassen. Es könnte sich um einen Harnstau oder eine Entzündung handeln. Kommt noch Fieber hinzu, dann kann ich nur raten, nicht zu warten, sondern die Notaufnahme aufzusuchen, weil das lebensgefährlich werden könnte.
Beim letzten Besuch beim Urologen erklärte mir dieser, dass meine Prostata inzwischen auf das Doppelte vergrößert ist. Es wurde zwar kein Restharn in der Blase festgestellt, aber beim Wasserlassen träufelt es immer noch nach, und der Urinstrahl ist auch ziemlich schwach. Ich nehme zwar ein Medikament dagegen, aber es hilft nicht recht. Gibt es noch andere Möglichkeiten?
Wenn Medikamente nicht ausreichen, die Inkontinenz in den Griff zu bekommen, käme auch eine operative Methode in Betracht. Man könnte die Prostata abhobeln, um damit die Verengung der Harnröhre zu beseitigen. Dann sollte der Urinstrahl wieder kräftig sein und auch das Nachträufeln nicht mehr auftreten. Eine Laser-OP wäre ebenfalls möglich.
Fragen und Antworten entstammen einer Telefonaktion zum Thema Inkontinenz mit Dr. Sören Promnitz, Chefarzt der Urologie am Klinikum Frankfurt (Oder) und Dr. Salah Al-Dumaini, Chefarzt der Urologie am Klinikum Schwedt.